Interview mit Andreas Schnabel

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin ein 62-jähriger Zwilling, bin seit 28 Jahren immer mit derselben Frau verheiratet, habe zwei wirklich tolle Söhne (bei dem Vater eine echte Überraschung) und liebe das Leben.

Ich bin für alle Fehler, die ich in meinem Leben gemacht habe, dankbar, denn durch sie wurde ich zu dem, was ich heute bin, was ich heute denke und auch schreibe.

Zu Karneval wollte ich als Richard Gere gehen. Dass ich ein Star bin, sah man mir an....aber alles tippte auf Ottfried Fischer. Das muss am Hut gelegen haben..... :-(

Ich arbeite seit 8 Jahren halbtags als Briefträger bei der Post und die andere Hälfte des Tages morde ich mit Hingabe.    

Seit wann schreibst du? 

Schon immer. Erst Gedichte und dann in meinem Beruf sowieso.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Nach zwei Herzinfarkten und frischen Bypässen, war ich mit 51 Jahren als TV-Redakteur out und wollte einfach schreiben. 

Als Journalist musste ich darüber berichten, was ich erlebt habe. Als Schriftsteller darf ich das schreiben, wie ich es gern erlebt hätte. Endlich! 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Geträumt habe ich schon immer davon, ein Autor zu sein. Nun, als Neubehinderter, galt es, sich den Traum auch zu erfüllen.

Irgendwann war meine Kondition auch wieder so gut, dass ich bei der Deutschen Post AG anfangen durfte und kann auch stolz darauf sein, nach zwei Jahren sogar fest eingestellt worden zu sein. 

Als erstes "Werk" brachte ich ein Theaterstück auf die Bühne. "Amnsesie" hieß es und zu meiner großer Freude spielte meine Mutter, Dagmar Altrichter, mit 80 Jahren eine der Hauptrollen.

Krimifreunden ist sie auch als Stimme von Angela Lansbury aus "Mord ist ihr Hobby" ein Begriff.    

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

2009 Kriminalroman „Tod oder Finca“ Emons Verlag

2010 Kriminalroman  „Tod in Palma“  Emons Verlag

2011 Kriminalroman  „Tod auf der Insel“ Emons Verlag

2012 Kriminalroman  „Tod auf Cabrera“  Emons Verlag

2013 Kriminalroman  „Tod inclusive“ (April 2013)  Emons Verlag

2014 Kriminalroman „Poolposition“ (Juli 2014) Emons Verlag

          Kriminalroman „Braune Orchideen“ (Oktober 2014) Monogramm Verlag

2015 Kriminalroman „Post mortem“ (Oktober 2015) Monogramm Verlag

2016 Kriminalroman „Tod unter Pinien“ (April 2016) Emons Verlag

Uraufführung Theaterstück „Femme Banal“ in Düsseldorf

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Aber natürlich!

Wo schreibst du am liebsten?

Am Wohnzimmertisch, der Fernseher läuft, um mich herum Trubel ... eben mitten aus dem Leben - über's Leben! 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Alte Leute sind wenig flexibel. Ich beschränke mich daher auf nur 26 Buchtaben und drei Umlaute, die ich immer wieder neu ordne.

Oft bin ich selbt verblüfft, was dabei herauskommt und muss schon mal über meinen eigenen Quatsch lachen. 

Einen neuen Witz habe ich mir aber auf diese Weise nicht erzählt. Noch nicht.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ja, ein neuer Krimi. Die Handlung noch spannender, die Protagonisten noch beeindruckender, die Leichen noch töter ... schön wär's ...

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ja, mein Onkel. Er war nicht nur Schriftsteller, er war ein "Literat" alter Schule. Immer wenn er schrieb, wagte der Rest der Familie nicht mehr zu atmen. Und so brachte er unter unglaublich schmerzlichen,

von der Familie gefürchteten Presswehen, einzelne Sätze zur Welt. Ein Literat muss leiden, sagte er immer. 

Von da ab schwor ich mir, zu schreiben und dabei nichts als pure Lust zu empfinden!

Es hat geklappt. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

"Der Medicus"....von Noah Gordon

"Die Abenteuer des Werner Holt"....von Dieter Noll

"Die Unendliche Geschichte" und "Momo"....von Michael Ende 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Menschen beobachten.....

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich hege schon lange einen literarischen Wunsch. Ich würde gern einen Krimi schreiben, in dem der Mörder der Held ist. Ich wäre dann überglücklich, wenn meine Leser den Augenblick, 

in dem der Protagonist den Kommissar ermordet, als Happy End empfinden würden.

Bis es aber so weit ist, muss ich das mit dem Buchstaben ordnen, noch etwas üben....dafür reicht es noch nicht.....denke ich.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Was das betrifft, bin ich ein Junkie. Dafür lebe ich.  

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ja. Ich freu mich auf euch als meine Leser, auf die alten und ganz besonders auf die neuen. Nehmt bitte nicht alles zu ernst, was ich schreibe. Ich nehme auch nicht zu ernst, was ich denke.

(Das sehen Sie daran, dass einer meiner Protagonisten in meinen Mallorca Krimis ein Schwein ist.)

Ach ja.... vielen Dank, dass Du mich gefragt hast... !       


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Kommentare: 1
  • #1

    Pit (Donnerstag, 11 Februar 2016 09:11)

    Ich denke, leiden tut man heute auch. Nur geht es aufgrund der Aktualitäten meist nicht mehr so sehr um einen selber, sondern um die Sch...., die um uns herum passiert. Mit dieser kleinen Einschränkung wünsche ich Dir, bleib weiter so prächtig am Ball, Bruderherz!