Interview mit Daniel Möller

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Gerne doch: Ich bin nun 34 Jahre alt geworden und wohne mit meiner Familie - meiner Frau und drei wundervollen Kindern - in Hessen, in der Nähe von Frankfurt am Main. Hier bin ich auch geboren und aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker und meinem abgeleisteten Zivildienst fand ich in unmittelbarer Nähe ein tolles Unternehmen im Sektor Maschinenbau, für das ich noch heute arbeite.

Seit wann schreibst du? 

Wie viele, seit meiner Kindheit. Ja, ich habe mir wohl schon früh die unmöglichsten Geschichten ausgedacht und zu Papier gebracht. Traurig, wenn ich darüber nachdenke, dass mir davon bis heute nichts geblieben ist, nur vage Erinnerungen. Mit zwanzig Jahren keimte in mir der Wunsch, der immer wieder mal da war, Schriftsteller zu sein. Ich fand diesen Beruf, eigentlich eine Berufung, immer faszinierend. Dennoch hatte der "Brotjob" Vorrang, und da mir die passende Eingebung fehlte, verliefen die Anfänge immer wieder im Sande.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich habe vor ein paar Jahren noch Schicht gearbeitet. Wenn ich dann abends um elf nach Hause kam, brauchte ich meist einige Stunden, bis ich zum Schlafen kam. Da kam erneut die Idee auf, zu schreiben. Beinahe manisch zermarterte ich mir das Gehirn nach einem interessanten Plot. Im Fernsehen liefen die ersten Folgen von Prison Break und ich stellte mir die Frage "Woher nehmen, wenn nicht stehlen?". Ich konnte ja unmöglich irgendwo etwas abschreiben. Das ist es! Nein, natürlich habe ich nirgends abgeschrieben! Aber das Thema, diese Idee, dieser kleine Zündfunke lieferte mir den Anfang für meinen ersten Roman "Das Plagiat".

-Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Nachdem ich in den ersten Nächten an die hundert Seiten runtergetippt hatte - die Geschichte verselbständigte sich mit einem Mal in meinem Kopf und musste raus - wusste ich, dieses Projekt bringe ich zu Ende. Koste es, was es wolle. Ich wusste ja noch nicht mal selbst, wie die Geschichte ausging und schrieb wochenlang, wie der Teufel. Vorzugsweise nachts, damit meine Familie nicht auf mich verzichten musste.

Von 2009 bis 2013 habe ich eine berufliche Weiterbildung per Abendschule hinter mich gebracht, eine lange und anstrengende Zeit, die es mir unmöglich machte, an meinem Traum weiter zu arbeiten. Beinahe fertiggestellt, schlief mein Roman mehr als fünf Jahre. Erst vergangenes Jahr hatte ich genügend Freizeit und fasste neuen Mut und war überzeugt davon, meinen Roman der Welt zu zeigen, nicht zuletzt durch die wundervollen Möglichkeiten, die uns das Selfpublishing heute bietet.

-Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Im Juli vergangenen Jahres ist "Das Plagiat" als ebook und Taschenbuch erschienen. Danach habe ich noch eine Kurzgeschichte namens "Hinsterbender" verfasst, die ich auf meiner Webseite (die sich noch in Arbeit befindet) zur Verfügung stellen möchte.

Aktuell arbeite ich an meinem zweiten Roman, der aber nicht wieder acht Jahre dauern soll. Arbeitstitel: Die Träume, die ich rief.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Die meisten Inhalte entstammen meinen persönlichen Erlebnissen, meinem Wissen, Erzählungen. Auf Recherchen greife ich nur zurück, um Sachverhalte zu verstehen und keine Unwahrheiten in meine Romane zu bringen. Wichtig beim Plagiat war zum Beispiel, wie ein Verlag funktioniert oder wann die wichtigen Buchmessen stattfinden, um einen authentischen Rahmen für meine Story zu bieten.

Wo schreibst du am liebsten?

Entweder am Schreibtisch oder mit meinem Laptop auf dem Sofa. Allerdings brauche ich schon absolute Ruhe und neben dem Beruf und dem Familienleben muss man sich da schon die eine oder andere Stunde freischaufeln.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Da man ja nicht jünger wird, habe ich lange mit mir gehadert, ob ich meine freie Zeit in Sport oder ins Schreiben investiere. Als Kompromiss habe ich mir zu eigen gemacht, erst zu schreiben, nachdem ich auf dem Heimtrainer war. Ansonsten fällt mir im Alltag zunehmend auf, dass ich mittlerweile überall Notizbücher versteckt habe und sogar eine Whatsapp-Gruppe, in der nur ich drin bin und in der ich mir ständig Dialoge und andere Einfälle zuschicke.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Wie bereits erwähnt: "Die Träume, die ich rief" plane ich noch im April oder Mai zu veröffentlichen. Es geht um Henri, der nach einem mysteriösen Traum den Boden unter den Füßen verliert. Sein Beruf und auch sein Familienleben leidet unter seinem Charakterwandel, und er sieht nur einen Ausweg: Diesen Traum erneut zu erleben um die ihn quälenden Fragen zu beantworten. Nach eingängigen Recherchen über Träume und bekannten Methoden zur ihrer Steuerung macht er sich nachts an die Arbeit, stolpert aber von einer Katastrophe in die Nächste.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Beeinflusst würde ich vielleicht nicht sagen, obwohl man sich zumindest letztlich unbewusst beeinflusen lässt. Aber zum Schreiben geschubst hat mich immer wieder Jules Verne, dessen bekannteste Werke ich in den vergangenen Jahren noch einmal gelesen habe, und die nach 150 Jahren nichts von ihrem Charme, Ideenreichtum und ihrer Spannung verloren haben.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich habe nicht annähernd so viel gelesen, wie ich gern hätte, vor allem für die zeitgenössische Literatur fehlt mir einfach die Zeit. Aber einige Must-haves habe ich natürlich nicht verpasst. Ich muss sagen, dass ich Joanne K. Rowling unendlich dankbar für ihren Harry bin, mit dem wir alle mitgefühlt und mitgelitten haben. Nicht nur als Leser sondern auch als Autor hat sie mir viel gegeben. Natürlich liebe ich fast alle Romane von Jules Verne und konnte mich auch für klassische Werke von Schiller oder Dürenmatt begeistern.

In letzter Zeit entdecke ich zudem zunehmend Talente in der Selfpublishing-Szene. Hervorstechend finde ich Ela Feyh, die mich mit "Feuerhelix" und ihrer angehenden Sylnen-Reihe schier umgehauen hat. Ich darf erwähnen, dass Fantasy nicht mein liebstes Genre ist, sie konnte mich aber restlos begeistern.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Die geht nach meiner Familie auch vollständig fürs Schreiben drauf. Nachdem ich jahrelang untätig war, macht es mich einfach glücklich, an einem neuen Projekt voranzukommen. Wenn ich mal vollends ausspannen möchte, oder muss, dann sehe ich mir gerne Filme, am liebsten im Kino an, die mich wiederum endlos inspirieren.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich mag das Selfpublishing, aber es ist derart zeitintensiv, dass das reine Schreiben oft zu kurz kommt. Aktuell träume ich davon, dass meine Romane doch noch ein Verlagszuhause bekommen, wie sie es verdienen. Wenn dann noch eins meiner Bücher eine größere Öffentlichkeit begeistern können, wäre das einfach fantastisch.

Privat habe ich mit Familie, Haus und Beruf alles erreicht, was ich wollte und freue mich nur noch auf gemeinsame Urlaube.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das ist mir sehr wichtig. Ich schreibe schließlich nicht (nur) für mich, sondern vor allem für all die Menschen da draußen. Sie entscheiden sich für mein Buch, sie kaufen es, nehmen es mit nach Hause. Etliche Stunden ihrer Zeit opfern sie und geben mir die Chance, sie zu unterhalten, ihnen eine Geschichte zu erzählen. Das ist ein immenser Vertrauensbeweis, der von beiden Seiten geboten wird. Ich freue mich immer, zu erfahren, ob sich die lange Zeit, die ich investiert habe, gelohnt hat. Was hat besonders gefallen, was weniger? Was kann ich besser machen? Ich finde es immer wieder spannend, wenn sich ein Leser nach dem lesen die Mühe macht und mir sein Feedback schenkt. Hört nicht auf damit! Eure Wort sind uns Autoren mehr Wert als alles andere!

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Wer es bis hier unten geschafft hat, dem danke ich recht herzlich, dass er sich für den kleinen Einblick in meine Arbeit entschieden hat. Sollten noch Fragen sein, ihr findet mich auf Facebook oder amazon, und jede Frage ist gern willkommen! Bleibt dem Mordsbuch treu und freut Euch auf viele tolle Bücher von uns. Schön, dass es Euch gibt!


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Kommentare: 2
  • #1

    mara winter (Sonntag, 07 Februar 2016 15:43)

    Das neue Buch klingt sehr interessant!

  • #2

    Daniel Möller (Sonntag, 07 Februar 2016 19:18)

    Danke. Vielleicht siehst Du es ja als eine der Ersten ;)