Interview mit Dirk Breitenbach

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 48 Jahre alt, verheiratet, habe eine erwachsene Tochter und wohne seit über 30 Jahren im Rheinland.

Bis zu meiner Zurruhesetzung habe ich 30 Jahre als Polizeibeamter gearbeitet.

Die ersten 10 Jahre beim Bundesgrenzschutz, der heutigen Bundespolizei, danach bei der Polizei des Landes NRW.

1998 habe ich an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln mein Studium als Dipl. Verwaltungswirt abgeschlossen und danach in unterschiedlichen leitenden Funktionen bei der Polizei gearbeitet.

Nach einem Dienstunfall erfolgte aus gesundheitlichen Gründen 2013 die Zurruhesetzung.

                                                            Lebenslauf (anklicken)

 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Nach meinem Dienstunfall hatte ich eine schwere Zeit.

Um die Krankschreibung mit Leben zu füllen und dem Gefühl der Nutzlosigkeit entgegenzutreten, habe ich nach etwas gesucht, dass mir Spaß macht und mich mit Freude und Leben erfüllt.

Das war und ist für mich das Schreiben.

Ich habe mich einer Schreibgruppe (LIT.ELF) angeschlossen und mit ihnen zusammen bisher vier Bücher veröffentlicht.

         LIT.ELF  (anklicken)

Das hat einen riesen Spaß gemacht und der Applaus auf Lesungen streichelt die Seele.

Aber irgendwann keimt in jedem Autor der Wunsch etwas Eigenes zu machen, sein eigenes Buch in den Händen zu halten.

Die Idee für ein eigenes Buch hatte ich schon lange mit mir rum getragen, aber erst nachdem mir viele, viele liebe Menschen zugeredet haben, konnte ich den Mut fassen, meine Idee auch umzusetzen. Ich habe ein paar Verlage angeschrieben, von denen ich dachte, dass sie für mich und ich für sie in Frage kommen könnte ...

Mit einer Zusage habe ich tatsächlich nicht gerechnet, da jedes Jahr unglaubliche viele neue Autoren abgelehnt werden. Niemand wartet auf einen neuen Autoren.

Und was ist niederschmetternder, als verschmäht zu werden?

Umso überraschter war ich, als ich schon nach wenigen Wochen meinen Buchvertrag in den Händen hielt.

Aber gleich nach dem glücklichen Jauchzer kamen auch prompt die ersten Bedenken.

Würde ich es gut genug machen? Würde das Buch rechtzeitig fertig? Wird meine Lektorin mein Buch zerfleddern?

Ich denke, dass das jedem Autoren so geht. Immerhin ist es ein eigenes kleines Baby, das man da zu Markte trägt. Und wer will schon ein hässliches Baby?

Aber – alles gut. Meine Lektorin ist ein Schatz, mein Verlag Edition-Lempertz ist super nett und für jede Idee offen. Das Buch war schnell geschrieben und lektoriert.

Dann die nächste Hürde – Lesung! Wie, ich soll aus meinem Buch lesen? Vor Menschen?

Das war meine bisher schönste Erfahrung in Sachen Bücher – Lesungen.

Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als vor Menschen zu lesen, die sich für mein Buch, für mich und das was ich zu erzählen habe, interessieren.

Ich sehe sie lachen, weinen, wie sie überrascht aufstöhnen, sich schockiert die Hände vor den Mund halten … und alles nur, weil ich sie an einer Geschichte teilhaben lasse.

Das ist unglaublich und unbezahlbar.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe an vier Büchern mit geschrieben.

- Nenn mich nicht Oma! (Anthologie über das Alter)

- Bleibst Du zum Frühstück? (Anthologie über die Liebe)

- Böse (Anthologie über Schreckliches)

- Drachenfrühstück (Anthologie als Best of …)

- Körperteile (mein erster eigener True-Crime-Krimi)  

       Bibliografie (anklicken)

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Das musste ich bisher nicht, da ich vom Fach bin und ich den Inhalt des Buches selber erlebt habe.

Ich schreibe gerade parallel an einem fiktiven Krimi; dafür habe ich schon ein bisschen recherchiert.

Wo schreibst du am liebsten?

Nicht zuhause. Ich brauche den Kopf frei.

Leider lasse ich mich zu schnell ablenken und dann verliere ich den Flow.

Meine Schwiegereltern haben ein großes Haus, wo ich mich ganz auf das Schreiben konzentrieren kann. Kein Telefon, kein Internet …

Am liebsten schreibe ich im Urlaub. Auf der Liege, im Flugzeug, wo auch immer.

Wenn ich zuhause schreibe, dann immer ganz früh morgens.

Ich bin ganz häufig um drei oder vier Uhr wach. Dann stehe ich auf und nutze das leere und leise Haus, um mich konzentrieren zu können.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wenn es klappt, schreibe ich ein Kapitel am Tag.

Was ich brauche, ist immer der erste Satz.

Den zum Buch, den zum Kapitel. Der Rest fließt und passiert.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich habe angefangen, die Fortsetzung zu „Körperteile“ zu schreiben.

Das Buch wird ein Jahr später spielen.

Meine Protagonisten sind bei den Lesern sehr gut angekommen, sodass ich kaum Personen auswechseln werde. Dennoch wird es Veränderungen geben. Alle sind ein Jahr älter geworden … da kann viel passieren.

Einen Titel weiß ich noch nicht, der wird sich finden.

Aber – ich kann versprechen – ich werde den Leser auch dieses Mal wieder zu den Niederungen der menschlichen Natur führen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ich liebe Ken Follett, aber ihn für mich kleinen Regional-Autoren als Vorbild zu nennen, würde ihm nicht gerecht.

Er ist nach meiner Meinung der Superstar unter den Schriftstellern.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich reise wahnsinnig gerne, interessiere mich für Länder und Kulturen.

Um fit zu bleiben treibe ich regelmäßig Sport. Meine Frau und ich lieben Ausflüge mit unserem Cabrio. Der Weg ist das Ziel.

Ich glaube, dass das beim Schreiben auch so ist.

Ich weiß bei jedem Kapitel wo ich hin will, bin aber ganz oft überrascht, welchen Weg meine Figuren nehmen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch

erfüllen möchtest?

Einen Traum?

Es gibt ein Buch. „1000 Places To See Before You Die“.

Wir werden das Buch nicht ganz schaffen (Lebenszeit ist leider endlich) … aber wir werden uns bemühen!

Und wenn ich ganz ehrlich bin …

Kommt ein Kunde in die Buchhandlung und fragt: „Ist das Neue vom Breitenbach schon raus?“

… das wäre der Knaller für mich!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Das ist das Wichtigste überhaupt!

Du kannst Dir die Finger wund schreiben; wenn es keiner lesen will, wenn es dem Leser nicht gefällt … schade um die Zeit!

Es ist aber schwierig die Meinungen einzuschätzen. Bisher bekomme ich ausschließlich sehr gute Kritiken.

Was bedeutet das?

Denen, die mir ihre positive Meinung spiegeln, gefällt „Körperteile“ offensichtlich.

Aber – sind die anderen nur zu höflich um mir zu erklären, dass ich Mist schreibe?

Ich habe mir im Vorfeld Testleser rausgesucht, die mir ehrlich sagen, wo die Macken sind.

Alles toll finden kann ich selber. Aber das entwickelt einen nicht.

Kritik tut weh und gut!

Danke das du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Vielen Dank, dass ihr meinen Ausschweifungen so lange gefolgt seid.

Ich hoffe, dass ich Euch einen kleinen Eindruck von mir und meiner Arbeit vermitteln konnte.

Meine Bücher (ich nehme mein Neues auch schon mit dazu) handeln von selbst erlebten wahren Geschichten … denn das Leben schreibt immer noch die besten Storys !!!

Probiert mich und meine „Körperteile“.

Ihr könnte das Buch auch gerne signiert und versandkostenfrei bei mir direkt bestellen!

http://www.DirkBreitenbach.de


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