Interview mit Bernd Mannhardt 

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Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich lebe am nördlichen Rand von Berlin, wo´s etwas ruhiger zugeht. Von den Ausbildungen her bin ich Kommunikationswirt und Journalist, arbeite seit vielen Jahren im Kulturbereich und kümmere mich um  Öffentlichkeitsarbeit.    

Seit wann schreibst du? 

Meine Erinnerung reicht da weit zurück. Noch vor meiner Einschulung habe ich versucht, eine Folge der Serie „Rauchende Colts“ nachzuerzählen. Ich glaube, da sind zwei, drei Sätze bei herumgekommen. Alles in Lautschrift, sozusagen, denn so richtig schreiben konnte ich natürlich noch nicht. Leider existieren diese Aufzeichnungen nicht mehr.      

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen? 

Angefangen habe ich mit Mitte der Achtziger mit Beiträgen für Zeitungen und Zeitschriften. Dann folgte Szenisches Schreiben. 1987 erschien ein Einakter in der Anthologie „Stücke für zwei Personen“ eines kleinen Münchener Verlages. Das Stück wurde jedoch erst viel später, 2007, von einem Stadttheater uraufgeführt. Dann, Anfang der Neunziger, hatte ich es mit Hörspielen, die allesamt bei Radiosendern der ARD liefen, versucht: Kleine, fiese Geschichten mit immer auch satirischem Sendungsbewusstsein. Da war eigentlich mein Ding. Als ich aber bemerkte, dass alle Leute aus meinem Bekanntenkreis Hörspiele als solche zwar lobten, jedoch niemand Hörspiele hörte, versuchte ich mich in Prosa. Als Schreiber wollte ich wahrgenommen werden: Kurzgeschichten kamen dabei heraus. Die wurden späterhin teilweise, sozusagen als kleines Bündel, im Sammelband „Du kommst mir gerade richtig! Mordsfidele Geschichte für quietschvergnügte Leser“ beim Oldenburger Schardt-Verlag herausgegeben.          

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Da kann ich keine konkrete Zeit benennen; aber, soweit ich mich erinnere, war der künstlerische Ausdruck mit dem Wort immer schon ein Thema für mich. Als Jugendlicher habe ich eigene Liedtexte verfasst und mich auf der „Schrammel“-Gitarre selbst begleitet.         

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Liste findet man auf meiner Webseite www.bernd-mannhardt.de/buch . Spannend ist für mich aktuell die Zusammenarbeit mit dem Berliner Be.Bra-Verlag. Eine Moabit-Krimi-Reihe um den kleinen wie dicken Kommissar Hajo Freisal ist in der Tube. Der erste Roman dazu, „Schlussakkord“, erschien letztes Jahr. Dieses Jahr folgt „Keimzeit“ – eine Geschichte um Kunst, Kultur, Gentrifizierung und einiges mehr im Ortsteil Moabit.            

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, denn meine Geschichten, im Übrigen schnuppe ob kurz oder lang, sind immer auch mit bestimmten Details und Fakten gespickt. Diese müssen am Ende natürlich korrekt sein. Die Handlung als solches ist aber immer frei erfunden. Orte dienen lediglich als Kulissen. Personen haben selten reale Vorbilder. Wenn, dann sind sie verfremdet. Unterm Strich, so sage ich immer, ist alles erstunken und erlogen.        

Wo schreibst du am liebsten?

Auf meiner Lieblingsinsel Hiddensee. Da miete ich mich ab und an ein. Der größte Teil an Texten entsteht Zuhause ganz unromantisch: am Schreibtisch.     

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ritual? Nee. Eigentlich alles unaufgeregt: Jeden Schreibtag 6 Stunden, dazwischen eine längere Pause an frischer Luft.   

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Bücher müssen ja auch präsentiert werden. Das ist für sich alleine genommen immer ein Projekt. Konkret arbeite ich da mit einem Gitarristen zusammen, um eine Stunde musikalisch begleitete Lesung über die Runde zu bringen. Für den neuen Moabit-Krimi, „Keimzeit“, werden wir in der Moabiter Markthalle den Kommissar Freisal über die Bretter, die die Welt bedeuten sollen, jagen. Ansonsten, klar, ein neuer Romanentwurft liegt beim Verlag. Aber über ungelegte Eier… - eben.   Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ein bisschen Patrick Süskind, ein bisschen John Irving vielleicht. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

„Die Taube“ von Süskind und „Hotel New Hempshire“ von Irving finde ich schon toll. Aber da gibt´s noch viele andere…  

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Am liebsten bin ich viel an der frischen Luft, in Naturschutzgebieten unterwegs. Da jogge ich oder gehe einfach nur spazieren. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Klarer Fall, Drehbuch! Gerne würde ich den Kommissar Hajo Freisal ins Fernsehen schreiben. Naja, man wird ja noch mal träumen dürfen…    

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig. Von daher mache ich auch gerne auf dem Portal Lovelybooks regelmäßig mit. Oder ich höre genau zu, wenn sich nach einer Lesung ein Gespräch mit dem Publikum entwickelt.   

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ja. Bitte beim Bücherkauf nicht den örtlichen Buchhandel vergessen. Ich meine den kleinen Buchladen ums Eck. Auch der liefert innerhalb von 24 Stunden!  


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