Interview mit Marion Schreiner

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Sehr gerne! 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Aber klar! Ich bin 1963 geboren, seit 32 Jahren verheiratet und habe zwei erwachsene Söhne. Mein ursprünglicher Beruf ist der der staatlich anerkannten Erzieherin. Ich lebe in einer Kleinstadt zwischen Düsseldorf und Köln und habe zwischendurch auch mal in den USA und Kanada gelebt.

Im April 2016 ziehe ich für eine Weile an die Westküste Englands, wo ich seit drei Jahren meine Bücher schreibe. 

Seit wann schreibst du? 

Ich schreibe schon seit meinem 10. Lebensjahr Geschichten und konnte nie damit aufhören. Aus lustigen Kurzgeschichten

wurden Krimis und dann sozialkritische Thriller. Die Psychologie und das Schreiben sind meine Spezialinteressen, so dass ich beides

miteinander verbunden habe. Vor 20 Jahren schrieb ich meine ersten Bücher, die aber aufgrund der außergewöhnlichen Themen derzeit keine großen 

Erfolge wurden. Vor sechs Jahren startete ich einen weiteren Versuch und kam direkt mit dem ersten Buch in die Bestsellerliste.

Vor nunmehr 5 Jahren habe ich es zu meinem Beruf gemacht. Alle darauf folgenden Bücher sind ebenfalls Bestseller geworden, wobei Amazon 

sie mittlerweile als Longseller betrachtet, weil sie seit dem Erscheinungsdatum nicht mehr die Bestsellerliste verlassen haben.  

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich war schon immer eine Leseratte, von dem Moment an, als ich lesen konnte. Geschichten haben mich immer fasziniert, weil man so schön in ihnen

verschwinden oder seine eigenen Welten damit schaffen konnte. Also begann ich, eigene Geschichten zu erfinden. 

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Das ist durch einen ganz merkwürdigen Zufall entstanden. Ich wollte früher Journalismus studieren, was mir nicht gelang. Dann wollte ich 

Drehbuchautorin werden und besuchte rein zufällig 1983 die Warner Brothers Filmstudios in L.A./USA, wo ich in der Nähe als Aupair arbeitete und durfte bei 

Dreharbeiten zu einer Serie zuschauen. Dort sprach ich mit dem Schauspieler Bill Bixby, der mich ermutigte, ein Buch zu schreiben. Als ich  

10 Jahre später an Krebs erkrankte, sah ich die Zeit gekommen, es endlich zu tun... und ich habe es getan. Das Buch ist heute unter dem Titel "Die Scheune"

zu bekommen. Ich habe vorne in das Buch eine Widmung für den Schauspieler geschrieben, der 1993 verstarb.     

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Thriller:

Die Scheune (1. Teil der Dane Gelton-Trilogie)

Das blaue Haus (2. Teil der Dane Gelton- Trilogie)

Vielleicht gab es keine Schuld (3. Teil der Dane Gelton-Trilogie)

Stumme laute Schreie

Es blieb nur dieser Blick (1. Teil der Kale-Hatfield-Story)

Lydias Haus (erscheint im März 2016, 2. Teil der Kale-Hatfield-Story)

3. Teil ist in der Mache...

Sachbücher:

Deutschland adé

Denkmomente 1 - Habe ich das Asperger Syndrom?

Denkmomente 2 - Habe ich das Asperger Syndrom?

Denkmomente 3 ist in der Mache

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Auf jeden Fall! Ich lese und recherchiere immer im Vorfeld. In meinen Fall über eine psychische Erkrankung, mit der mein Protagonist zu kämpfen hat.

Dazu muss ich erklären, dass ich beim Schreiben jedoch nie weiß, wie sich die Geschichte gestaltet. Ich habe nur eine etwaige Vorstellung,

worum es sich handelt. Was jedoch alle Thriller gleich haben ist, sie werden nach der Opfer-Täter-Theorie verfasst, was soviel heißt, dass 

der Protagonist in der Kindheit ein Opfer von Missbrauch und Misshandlungen wird und keine Hilfe erfährt. Der Leser erlebt hautnah mit,

wie er sich zu einem Täter entwickelt und was schlimmstenfalls aus ihm werden kann. 

Wo schreibst du am liebsten?

Am liebsten schreibe ich in einer Hütte auf der Westermill Farm in Exmoor. Das ist in UK/West Somerset, nahe der Küste von North Devon.

Diesen Ort entdeckte ich vor drei Jahren und seitdem reise ich zweimal im Jahr dorthin zum Schreiben. Wie bereits gesagt, 

ich werde ich ab April mal längere Zeit dort verbringen, weil ich 4 neue Buchprojekte plane.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Oh ja! Das heißt Ruhe, Ruhe, Ruhe! Ich kann in der Zeit, in der ich ein Buch schreibe, nicht gut mit Menschen zusammen sein, weil ich

exzessiv schreibe. Jedes Geräusch und jede Ablenkung stören mich massiv! Ich schreibe manchmal 10-16 Stunden am Stück. 

Das passiert immer ungeplant und kann sowie tagsüber als auch nachtüber passieren. An meinem Schreibplatz 

muss ich immer eine Kanne englischen Tee stehen und eine Kerze brennen haben. Mein Blick aus dem Fenster muss immer in die Natur gerichtet sein. 

In England blicke ich direkt auf eine wunderschöne alte Eiche, die mich sehr inspiriert.  

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ja klar! Ich habe einige Projekte am laufen. Derzeit schreibe ich am 3. und letzten Teil der Kale-Hatfield-Story. Die Geschichte über einen jungen Mann, 

der durch Missbrauch in seiner Kindheit eine multiple Persönlichkeit entwickelt hat. Zudem wird es zum ersten Mal ein "Weihnachtsbuch" von mir geben. 

Eine Ausgabe mit Kurzgeschichten über all meine bisherigen Protagonisten und wird "Weihnachten mit Dane Gelton" heißen. Ein sehr spannendes Projekt für mich. 

Eine liebe Leserin inspirierte mich zu dieser Idee. 

Nebenbei werde ich den dritten Band "Denkmomente" zum Thema Autismus beenden und herausgeben.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ich glaube, mich haben die alten Bücher von Stephen King sehr geprägt. Ich war immer davon fasziniert, wenn aus einer normalen Alltagssituation

plötzlich ein Horror wurde. Was steckte dahinter und wie kam es zu der Entwicklung?  

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Oh, ich kann gar nicht aufzählen, wie viele Lieblingsbücher ich habe!! Aber eins hat mich besonders fasziniert: "Die Wand" von Marlen Haushofer,

weil die Geschichte einen interessanten privaten und psychologischen Hintergrund hat.

Meine Lieblingsautoren sind:

Astrid Lindgren

Jack London

Charles Dickens

Ernest Hemmingway

John Steinbeck

Stephen King

E.A. Johann

James a. Michener  

Nicolas Sparks u.v.m., also querfeldein

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich stricke mit Vorliebe Wollsocken! Ich bin ein Mensch, der stereotypische Bewegungen mag und meine Hände immer irgendwie in Bewegung halten muss.

Aber ich mache natürlich noch andere Sachen, z.B. wandere ich sehr gerne und lese in jeder freien Minute, die ich finde. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Mein Wunsch und Traum ist es, so reizfrei wie möglich zu leben. Das bedeutet in einer Gegend, die viel Natur und wenig

Fortschritt bietet. Ich möchte gerne weiter Bücher schreiben und noch viele Leser damit begeistern. Das einfache Leben ist für mich das höchste 

Gut. Ich benötige keinen Luxus, sondern nur ein warmes Bett und ein Dach über dem Kopf. Das reicht mir! Der Rückschritt ist mein Fortschritt.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Es ist das Wichtigste überhaupt bei meiner Schreiberei. Rückmeldungen und konstruktive Kritik sind ein hohes Gut, das ich immer wieder sehr schätze.

Für viele mag es albern klingen, aber ich freue mich 100 Mal mehr über den Kontakt zu meinen Lesern, als über den Verkauf der Bücher.  

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Gern geschehn! Ja, ich würde gerne noch etwas zu allen Lesern sagen: Es ist wunderbar, dass Ihr Bücher lest und euch auf die Gedankenwelt eines

anderen Menschen einlasst. Nur so können wir uns verstehen lernen und aneinander wachsen! 


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Kommentare: 1
  • #1

    Sindy Holmbach (Montag, 15 Februar 2016 17:25)

    Ein sehr schönes Interview mit Marion :-) Ich bin auch schon sehr gespannt auf ihre neuen Geschichten und Ideen :-)

    Liebe Grüße
    Sindy