Interview mit Gina Greifenstein

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Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin gebürtige Fränkin, lebe und arbeite aber seit nunmehr zwanzig Jahren in der Südpfalz, wo ich mich sehr wohl fühle. Der Beweis, dass ich hier wirklich daheim bin, ist meine Pfalz-Krimi-Reihe, die seit 2012 erscheint. Da ich auch Kochbücher schreibe, fließen Essen und Kochen nicht nur in meine Romane mit ein, auch meine Veranstaltungen sind meistens kulinarischer Art. Meine Romane sind übrigens auf der humoristischen Schiene einzuordnen. Das Leben ist schließlich ernst genug, da will ich nicht noch ernst schreiben und schon gar nicht ernst morden. Ich bin Mitglied im Syndikat und bei den Mörderischen Schwestern.

Seit wann schreibst du?

Schon eine gefühlte Ewigkeit. Angefangen hab ich in der Pubertät (wie wahrscheinlich jeder Pubertierende) mit Gedichten.

Richtig professionell und mit Geld verdienen seit 1998 – da erschienen meine ersten Kinderbücher und kurz darauf mein erstes Kochbuch.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich bin mit Büchern aufgewachsen. Meine Mutter war Lektorin in einem Kinder- und Jugendbuchverlag und da wurde ich immer mit den Neuerscheinungen versorgt. Für mich hatten Bücher schon immer einen ganz besonderen Zauber. Zwangsläufig hab ich dann auch irgendwann versucht, meine Ideen und Fantasien aufzuschreiben.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Als 1998 mein erstes Kinderbuch erschien – damit wurde nicht nur endgültig die Tür zu meiner Fantasiewelt aufgestoßen, da wusste ich auch, dass ich nicht mehr mit dem Schreiben

würde aufhören können. Mal ganz im Vertrauen: Es ist der wunderbarste und aufregendste Job überhaupt!

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

- 4 Kinderbücher – Pixi-Bücher, die wohl jeder kennt, bei Carlsen.

- 10 Kochbücher – ich habe in einem anderen Leben nämlich mal mittels Ausbildung das

Kochen gelernt. Ich bin Hausautorin bei Gräfe und Unzer, einem der größten

Sachbuchverlage. „1 Teig – 50 Kuchen“ und „1 Teig – 50 Torten“ sind seit vielen

Jahren Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt.

- 7 Romane – „Der Traummann auf der Bettkante“, ein Frauenroman bei Piper, war

nominiert für den DeLiA-Preis 2008;

„Tod macht erfinderisch“, mein erster Kriminalroman, bei Piper

„Stirb noch einmal, Liebling!“, Kriminalroman bei Vinscript

„Spectaculum“, 1. Pfalz-Krimi bei Schardt

„Paparazzo“, 2. Pfalz-Krimi bei Schardt

„Nur über deine Leiche“, Kriminalroman bei Schardt

„Metzelsupp“, 3. Pfalz-Krimi bei emons

- 1 Kulinarische Kurzkrimisammlung „Tödliche Tapas“, nur mit meinen Krimis bei

ViaTerra

- außerdem Kurzkrimis und Kurzgeschichten in 9 Anthologien, einmal auch als

Herausgeberin einer Antho

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Aber ja, was man schreibt soll ja Hand und Fuß haben. Da ich auch regionale Krimis schreibe, muss ich mir die Örtlichkeiten genau ansehen. Kriminalistisches bespreche ich mit einem Fachmann bei der Polizei und recherchiere viel im Internet.

Wo schreibst du am liebsten?

Da gibt es mehrere Plätze. Früher war das mein Büro im ersten Stock. Seit ich aber mein kleines leichtes MacBook habe, arbeite ich am liebsten am großen Tisch im Wohn-Esszimmer-Küchenbereich oder im Sommer draußen auf der Terrasse oder an einem schattigen Plätzchen unten im Garten.

Hast du ein festes Schreibritual?

Ich versuche täglich zu einer festen Uhrzeit zu arbeiten – das ist zwischen 10 und 14 Uhr. Dazu gehört eine, bzw. mehrere große Tasse Kaffee und/oder Tee.

Bei fixen Abgabeterminen oder einem akuten Schreibanfall kann es aber auch sein, dass ich nachts am PC sitze.

Hast du ein neues Projekt, dass du uns schon verraten kannst?

Ich schreibe an meinem nächsten Roman, den vierten Teil meiner Pfalz-Krimi-Reihe.

Und nebenbei arbeite ich an kulinarischen Kurzkrimis für die Sammlung „Tödliche Törtchen“, die im Herbst 2016 erscheinen wird. Und an einem Auftrags-Kurzkrimi für eine pfälzische Anthologie. Und an einem Plätzchenbackbuch, und und und ...

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ehrlich gesagt versuche ich, mich nicht beeinflussen zu lassen. Ich habe meine eigene Art zu schreiben und mich auszudrücken, ich will niemandem nacheifern. Aber natürlich gibt es einige Autorinnen und Autoren, bei denen ich beim Lesen denke: So möchte ich auch erzählen können!

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Lieblingsbücher gibt es zu viele (in allen Genres), um sie hier aufzuzählen. Besonders beeindruckt hat mich aber „Die Frau des Zeitreisenden“ von Audrey Niffenegger und „Briefe in die chinesischen Vergangenheit“ von Herbert Rosendorfer und zuletzt „Gute Geister“ von Kathryn Stockett.

Meine Lieblingsautoren sind Andreas Eschbach, Stephen King (nicht lachen!), Tatjana Kruse (ich liebe ihren Humor!), Martin Suter, Ruth Rendell, Jodi Picoult, Tess Gerritsen, Doris Dörrie, Ingrid Noll, Sebastian Fitzek, Ken Follett, etc., etc.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Motorrad fahren, Wandern, im Garten arbeiten, Kino, Lesen, Rezepte für meine Kochbücher testen, Freunde treffen .....

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne

noch erfüllen möchtest?

Mein großer Traum ist natürlich, dass mal eines meiner Bücher verfilmt wird. Mein erster Roman war mal nah dran, aber es sollte für eine Liebesgeschichte herhalten und dafür waren einfach zu viele Leichen drin. Ansonsten wünsche ich mir nur, dass ich immer weiter schreiben kann, weiterhin gute Ideen habe und meine Leser nie genug von mir bekommen. Und noch viele tolle Reisen mit dem Motorrad – England/Schottland/Irland, zum Beispiel.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Das ist für mich das A und O – ich muss doch wissen, ob meine Leser mögen, was ich schreibe. Das erfährt man zwar indirekt durch die Verkaufszahlen, ganz direkt aber nur bei Veranstaltungen. Daher liebe ich es vor Publikum zu lesen, denn da kommt sofort rüber, was die Leute denken. Wenn sie an den richtigen Stelle lachen und sich hinterher bei mir für den schönen Abend bedanken, dann hab ich alles richtig gemacht.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Nur, dass ich ihnen viel Vergnügen und viele schöne Stunden mit meinen Büchern wünsche.

Ganz liebe Grüße von Gina Greifenstein


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