Interview mit Matthias Ernst

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Ich danke Dir vielmals für Dein Interesse und die spannenden Fragen :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 36 Jahre alt, lebe und arbeite in Oberschwaben. Nach meinem Psychologiestudium habe ich zunächst in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung gearbeitet. Nachdem ich eine Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten begonnen hatte, bin ich in die Psychiatrie gewechselt. Aktuell arbeite ich in einer orthopädischen Rehaklinik und in einer psychiatrischen Ambulanz. Insofern habe ich großes Interesse an psychologischen Fragen, was auch mein Schreiben prägt. Da ich vorwiegend am Abend und an Wochenenden schreibe, bezeichne ich mich gerne als Nebenerwerbsschriftsteller.

Seit wann schreibst du?

Ich habe kurz nach meinem 18. Geburtstag mit dem Schreiben begonnen, schreibe nun also buchstäblich schon mein halbes Leben lang.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Aus Trotz. Ich habe als Jugendlicher viel und gerne gelesen und einen großen Teil meines Taschengeldes in Bücher investiert. Leider habe ich dann einmal ein Buch gekauft, das mir ganz und gar nicht gefallen hat. Damals kam mir in meiner Frustration über die verschwendeten 12 DM (ich bin Schwabe :)) dann der Gedanke: „Das kann ich auch. Und zwar besser!“ Kurz darauf habe ich mit der Arbeit an meinem ersten Roman begonnen. Und schon nach wenigen Tagen verwandelte sich der Trotz in reine Freude am Schreiben.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Als ich die ersten 100 Seiten meines ersten Romans geschrieben hatte, wusste ich, dass es kaum etwas gibt, was mir mehr Spaß macht als das Schreiben. Während meines Studiums war das Ziel, Autor zu werden, immer als ein halbherziger Plan B in meinem Hinterkopf. Erst vor vier Jahren habe ich aber beschlossen, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und seitdem sehe ich mich auch als (Nebenerwerbs-) Schriftsteller.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Unter dem Pseudonym F.J. Conrad habe ich die beiden historischen Romane „B“ (2014) und „D“ (2015) im Selbstverlag veröffentlicht. Sie sind im späten 16. Jahrhundert angesiedelt und Teil einer auf vier Bände angelegten Reihe mit dem Titel „Opposita Concidentia“.

Im November 2015 ist mit „Die Spur des Jägers“ mein erster Krimi mit der Trash-TV-liebenden und psychisch ziemlich angeschlagenen Kommissarin Inge Vill im Verlag Midnight by Ullstein als eBook erschienen. Im Januar 2016 folgte mit „Schwabenmord“ der zweite Teil.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Für die historischen Romane habe ich sehr viel recherchiert. Irgendwann hatte ich dann aber so genug davon, jedes kleine Detail auf historische Genauigkeit zu überprüfen, dass ich beschloss, ein Buch zu schreiben, für das ich so wenig wie möglich recherchieren musste. Daraus wurde dann „Die Spur des Jägers“, das sowohl örtlich (Oberschwaben) als auch vom Setting her (Rehaklinik) keine großen Nachforschungen erfordert. Über die korrekten Abläufe und Einzelheiten der Arbeit einer Kommissarin der Kripo habe ich mich dann durch einschlägige Fachliteratur für Krimiautoren informiert.

Wo schreibst du am liebsten?

Gegen das Kopfteil meines Bettes gelehnt, den Laptop auf den Knien.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich brauche Ruhe beim Schreiben. Musik lenkt mich beispielsweise zu sehr ab. Ehe ich beginne, rufe ich mir kurz ins Gedächtnis, wo in der Geschichte ich gerade stehe und dann geht es los. Idealerweise verfalle ich dann in eine leichte Trance und bin nicht mehr ansprechbar :).

Ganz wichtig sind für mich Zielvorgaben. So nehme ich mir meistens vor, mindestens 1000 Wörter pro Abend zu schreiben. So verschaffe ich mir immer kleine Erfolgserlebnisse, auch wenn noch Monate bis zum endgültigen Abschluss des Manuskripts vor mir liegen.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich schreibe gerade an einem Mystery-Thriller mit ziemlich vielen Hauptfiguren. Der Arbeitstitel ist „Krauts“ und vom Stil her geht es bislang eher in Richtung „Akte X“.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ganz klar Stephen King. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ihn lange Zeit in die schmuddelige Horror-Schublade gesteckt und eher ignoriert hatte. Vor ein paar Jahren fiel mir dann „In einer kleinen Stadt“ in die Hände und ich war vollkommen begeistert. Seine Charaktere sind sind lebendig und vielschichtig, er hat einen schwarzen Humor, der mir sehr gefällt, und vor allem ist er ein genauer und kritischer Beobachter der gesellschaftlichen Realitäten in den USA. King is King!

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ich tauche beim Lesen sehr gerne in fremde Welten ab, seien sie nun erfunden oder real. Deshalb liebe ich zum einen die „Harry Potter“-Romane von J.K. Rowling, die „World of Ice and Fire“-Reihe von G.R.R. Martin und die komplexen Werke von Neil Stephenson, zum anderen aber auch gut recherchierte und spannende Historienroman z.B. von C.J. Sansom, Hilary Mantel oder Bernard Cornwell. Aber auch Rebecca Gablé und natürlich der unvergleichliche Alexandre Dumas haben es mir angetan.

Als Krimiautor lese ich gerne Bücher aus diesem Genre, z.B. von Robert Galbraith oder Jeffrey Archer. Ganz besonders haben es mir die Skandinavier angetan, hier vor allem Adler Olsen und Stieg Larsson.

Und dann hege ich noch eine große Leidenschaft für Heinrich Heine und Thomas Mann.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich spiele Bass in einer Rockband. Wir covern Songs von Pink Floyd und Led Zeppelin, aber auch von Joe Bonamassa und Jack White. Außerdem bewirtschafte ich mit meiner Freundin im Sommer einen Gemüsegarten, bin also in sehr kleinem Rahmen auch Nebenerwerbslandwirt. An den Wochenenden unternehme ich gerne Ausflüge mit meinen Kindern.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich würde gerne mal eine längere Zeit in London leben. Ich liebe diese Stadt und möchte sie nicht nur als Tourist kennen lernen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Als Schriftsteller bin ich Autodidakt, lerne also vor allem dadurch dazu, dass ich schreibe. Ohne Feedback hängt das Geschriebene aber im luftleeren Raum, weil mir der Maßstab fehlt, um einzuschätzen, wie gut es gelungen ist. Freunde und Verwandte können diesen Maßstab nicht objektiv liefern. Insofern bin ich dankbar um jede Rückmeldung.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich möchte meinen Lesern ganz herzlich für die bislang sehr positiven Reaktionen auf meine Bücher danken. Das motiviert mich ungemein, weiter zu schreiben.


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