Interview mit Regine Kölpin

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ja gerne. Ich lebe an der Nordseeküste in Friesland und dort spielen auch die meisten meiner zahlreichen Romane und Kurzgeschichten. Ich schreibe Kriminalromane, Thriller, Kinderbücher und sehr gern auch Urlaubsromane. Das mache ich für den Droemer Knaur Verlag.

Ich habe mit meinen 5 erwachsenen Kindern und zwei Enkeln eine große Familie, bin verheiratet mit dem Musiker Frank Kölpin. Mit ihm und seiner Band gestalte ich einen Großteil meiner Lesungsprogramme und singe dann auch im Background mit. Außerdem leite ich Schreibseminare.

Seit wann schreibst du?

Schon von Kindesbeinen an. Ich habe mit zehn Jahren meinen ersten Roman verfasst, den aber keiner haben wollte. Es war ein Pferdebuch. Schon damals habe ich meiner Oma gesagt, dass ich einmal Schriftstellerin werden möchte. Ich habe schon als Kind immer lieber geschrieben und gelesen als andere Dinge zu tun. Geschichten erfinden, mit den Puppen nachspielen, sie dann aufschreiben, das war mein Ding.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen?

Ich habe, obwohl damals niemand mein Buch haben wollte, immer weiter geschrieben, aber erst nach dem Abitur als Krankenschwester gearbeitet. Dann habe ich ein Fernstudium in Deutsch und Literatur gemacht und mehrere Autorenstudiengänge absolviert. Und danach kamen die ersten Publikationen. Das wurde dann immer mehr und schließlich konnte ich in der Klinik kündigen und ich ganz dem Schreiben widmen.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Wirklich von Kindheit an, wobei das zunächst natürlich nur eine vage, kindliche Vorstellung war. Wie hart der Beruf ist, habe ich damals nicht gewusst. Trotzdem bin ich froh, dass ich genau diesen Beruf ausüben kann.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Das ist eine lange Liste, die ja immer länger wird, weil ich schon wieder drei Bücher in der Pipeline habe. Was ich jetzt sage, ist folglich nie aktuell. Es sind auf jeden Fall jetzt schon weit über zwanzig, mit den Herausgaben, Kinderbüchern und über 100 Kurztexten.

Am besten schaut jeder selbst nach: www.regine-koelpin.de

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, für jedes Buch, das muss man, damit die Geschichten authentisch sind. Kennt man sich nicht aus, merkt das der Leser sofort. Ich bin auch immer auf der Suche nach etwas Besonderem. Für „Oma zeigt Flagge“ bin ich mehrfach auf Langeoog gewesen. Bei mir erfahren die Leser dann auch, wie viele Stufen es auf Langeoog gibt.

Schreibe ich historische Romane, ist das alles natürlich weitaus aufwendiger. Für die Trilogie rund um meine Hebamme Hiske Aalken, „Die Lebenspflückerin“ habe ich drei Jahre lang recherchiert. Da geht es u.a. um die Religionsgeschichte Ostfrieslands. Für „Straßenschatten“ habe ich lange und ausgiebig mit Obdachlosen gesprochen Und so setzt sich die Reihe fort.

Wo schreibst du am liebsten?

Wir leben recht zurückgezogen in einem kleinen friesischen Dorf mit viel Historie, ganz in der Nähe der Nordsee. Ich habe mein eigenes Arbeitszimmer mit Blick auf die Wiesen und einer Kornmühle. Ganz idyllisch. Da lässt es sich arbeiten!

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja, ich arbeite immer zu festen Zeiten, mache mir eine Kerze an und höre gern Musik, am liebsten Klassik. Das macht meine Gedanken frei.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Im Augenblick schreibe ich für Droemer Knaur an einem neuen humorvollen Urlaubsroman. Er wird an der Nordseeküste in Hooksiel spielen und hat auch einen Bezug zu meiner Geburtsstadt Oberhausen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Direkt beeinflusst sicher nicht, aber es gibt schon Autoren, wo ich sage: Mann, das war gekonnt. Von den Klassikern kann ich das von Albert Camus, Remarque und Dürrenmatt sagen, wobei es viele andere gibt, die ich auch schätze. Aber auch in der Gegenwart ziehe ich vor vielen Kollegen den Hut. Aber ein Vorbild gibt es definitiv nicht. Ich finde es wichtig, authentisch zu bleiben und eben so zu schreiben, wie ich schreibe. Alles andere würde man wohl auch merken.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

In den letzten zwei Jahren haben mich drei Bücher sehr gefesselt:

Wir sind doch Schwestern, Das Mädchen aus Stockholm und Altes Land.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wenn ich gerade nicht lese, nähe ich gern oder spinne Wolle mit dem Spinnrad. Und dann verreisen wir gern wochenlang oder auch nur für ein paar Tage mit dem Wohnmobil.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Klar wünscht man sich Gesundheit, dass es der Familie gut geht, all diese Dinge. Dazu möchte ich gerne noch mehr von Deutschland und Europa auf unseren Reisen erkunden, dabei kann ich völlig abschalten, das gibt mir Freiheit. Und wenn es dabei beruflich weiter gut läuft, bin und bleibe ich der glücklichste Mensch der Welt.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig, deshalb gehe ich auch so gern auf Lesereise. Dort habe ich den direkten Kontakt und das macht sehr viel Spaß. Ich möchte meine Leser mit meinen Büchern unterhalten und sie fesseln. Gelingt mir das, habe ich auch ein gutes Gefühl.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Danke an alle, die mir bislang die Treue halten und danke an jeden Leser, jede Leserin, die dazu kommt!


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