Interview mit Andrea Gehlen

Foto: Christopher Grigat

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Andrea Gehlen, ich bin Jahrgang 1965 und eingeborene Bielefelderin. 

Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung im Friseurhandwerk. Undercover natürlich. 

In Wahrheit betrieb ich dort, ohne es selbst zu wissen, meine ersten Charakterstudien. 

Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. 

Seit wann schreibst du? 

Seit 2007

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Über eine Schreibwerkstatt in der VHS Bielefeld. Unfassbar - Da waren Leute, die haben einfach gemacht, wovon ich schon so lange geträumt hatte.

Von da an ging alles ziemlich schnell. 

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Seit ich als fünfjähriges Mädchen die Märchen der Gebrüder Grimm hörte. Seitdem hatte ich den Wunsch "Märchenerfinderin" zu werden. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Zum Beispiel "Donnerstags rette ich Drachen" oder "Mein blaubeerblaues Monster" bei Bertelsmann als TING-Version. Das sind Kinderbücher, die man 

mit einem Hörstift auch hören kann. (Dafür durfte ich sogarh die Vertonungen schreiben. Das war toll!)

Zwei Rätselkrimibände beim Buchvolkverlag. Viele Kurzkrimis in Anthologien (z.B. beim kbv-Verlag, Leda-Verlag oder Pendragon), in Literaturmagazinen, sogar auf 

Brötchentüten

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, viel und gerne. Für "Donnerstags rette ich Drachen" musste ich wissen, wie die Ritter im Mittelalter gelebt haben. 

Für meinen neuesten Kurzkrimi,der voraussichtlich im Herbst erscheint, lernte ich alles über Nannie Doss, eine amerikanische Serienmörderin, die in den 40gern auf der Suche nach

der ganz großen Liebe war und dabei eine Spur der Verwüstung nach sich zog. 

Wo schreibst du am liebsten?

Am Küchentisch, da hat ja auch alles angefangen. Zwar schreibe ich dort nur noch selten, weil ich mittlerweile eine Arbeitsecke für mich ganz allein habe. 

Da kann ich sogar die Tür hinter mir zu machen. Besonders zum plotten aber nehme ich immer noch am liebsten den Küchentisch, einfach weil er so schön groß ist 

und da alle Kärtchen draufpassen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja. Jeden Morgen erscheine ich pünktlich um neun Uhr zur Arbeit am Schreibtisch. 

Sooft mein innerer Schweinehund mich läßt,  walke ich vorher eine Runde durch den Stadtwald. 

Dabei kann ich prima nachdenken und schon mal überlegen, was ich anschließend schreibe. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Im Augenblick überarbeite ich meinen ersten längeren Jugendroman. Einen Krimi, mit fantastischen Elementen. 

Parallel entwerfe einen neuen Kinderrätselkrimi und schreibe natürlich den ein oder anderen Kurzkrimi.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Jedes Buch, das ich lese, beeinflußt mich, bringt mich auf neue Gedanken. Lesen ist, wie denken mit einem anderen Kopf, hat mal ein 

argentinischer Schriftsteller gesagt. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Astrid Lindgren und Otfried Preußler sind es seit über vierzig Jahren. 

Andreas Steinhöfel finde ich super, weil er einen so hintergründigen Humor hat und die Dinge beim Namen nennt. 

"Nennt mich nicht Ismael" von Michael Gerard Bauer, das ist ein warmherziges und extrem witziges Buch. 

Bei den Krimis vorneweg "Das Parfum" von Patrick Süßkind. 

Am liebsten mag ich Entwicklungsromane wie "Grüne Tomaten","The Help"oder "Schloss aus Glas". 

Bei "Schloss aus Glas" von der amerikanischen Autorin Jeannnette Walls lautet der erste Satz: 

"Ich nestelte an meiner Perlenkette und fragte mich, ob ich nicht doch zu elegant angezogen war, als ich aus dem Taxifenster schaute und Mom sah, die gerade einen Mülleimer durchwühlte." 

So einen Satz muss man erst einmal hinkriegen. Oder erlebt haben.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Zeit mit meiner Familie verbringen, Mit Freunden treffen, Lesen, Kino, Kanu fahren, schwimmen, spazieren gehen und natürlich backen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich würde gerne in einem Haus am Fluß leben. Natürlich hätte ich dann auch ein Boot. Und einen Hund. Und eine Hängematte zwischen Kirsch und dem Apfelbaum ...

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig. Schließlich schreibe ich für sie. Also immer her mit Leserbriefen, Anregungen, Lob, Fragen, eigenen Ansichten und Verbesserungsvorschlägen. 

Ich freue mich über Post.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ich habe erst mit 42 Jahren mit dem Schreiben angefangen. Hätte ich früher angefangen, hätte ich vielleicht schon zwanzig Bücher geschrieben. 

Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Jetzt mache ich es ja und bin sehr glücklich damit. Also, wenn Sie einen Traum haben, Perlen fischen auf Hawai,

oder mit dem Rasenmäher um die Welt fahren ... tun Sie es. Heute. Am besten sofort. 

Viel Glück und Erfolg wünscht Ihnen

Andrea Gehlen


Kommentar schreiben

Kommentare: 0