Interview mit Elmar Heer

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Erst einmal von mir vielen Dank für dein Interesse.

Du hast folgenden Satz sicher auch schon oft gehört: „Ach, ich könnte auch Bücher schreiben, Bücher!“ Meine Antwort darauf lautet immer: „Dann tu's!“ Denn es ist richtig, jeder Mensch hat etwas zu erzählen. Die einen mehr, die anderen weniger. Als Polizist gehöre ich wohl zu denjenigen, die in ihrem Job besonders viel in einer riesigen Bandbreite erleben. Mein Beruf ist ein schier unendlicher Fundus für spannende, schreckliche, lustige oder einfach nur interessante Geschichten, die zudem auch noch wirklich passiert sind. Wie die in meinem Buch.

Seit wann schreibst du?

Das kann ich gar nicht genau datieren. Mit etwa zehn Jahren habe ich zusammen mit meinem damals besten Freund Storys geschrieben, die wir dann gemeinsam als Kasperletheater in unserer Garage vor Klassenkameraden und Nachbarkindern aufgeführt haben. Mit den 20 Pfennig Eintritt pro Kopf haben wir unser Taschengeld aufgebessert. Vielleicht war das der Grundstein meiner schriftstellerischen Karriere, die ich allerdings erst viel später fortgesetzt habe.

Meine erste Veröffentlichung war eine Kurzgeschichte in einer Anthologie im Piper-Verlag im Jahr 2005. Sie handelt von meinen Erlebnissen während einer dienstlichen Auslandsmission in Bosnien-Herzegowina.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Über Umwege und durch einen Zufall. Zunächst habe ich weitere Kurzgeschichten auf der Internet-Seite „Die Polizeipoeten“ veröffentlicht. Auf dieser Platform, gegründet von dem Polizeibeamten Volker Uhl, kann jeder Kollege selbst verfasste – und meist selbst erlebte – Erzählungen einstellen. Ein hochinteressantes Projekt, aus welchem die genannte Bücherreihe „Polizisten erzählen“ im Piper-Verlag entstand.

Eines Tages kam ich auf die Idee, mit daraus ausgewählten Geschichten szenische Lesungen zu halten. Zusammen mit zwei Freunden (Autorin und Schauspieler) trat ich in verschiedenen Städten in Bayern auf. Bei einer Lesung im Münchner Schlachthof sprach mich die erfolgreiche Sachbuch- und Romanautorin Shirley Seul an. Sie interviewte mich für die Fachzeitschrift „Federwelt“ und fragte mich in diesem Zusammenhang, ob ich nicht ein Buch schreiben wolle. Ihr gefiele mein Schreibstil, sie würde mich mit ihrer Erfahrung und ihren Verbindungen unterstützen. Was sie dann auch tat.

So kam es, dass ich als Neuling einen Vertrag beim renommierten Verlag Droemer Knaur für ein Buch erhielt, für welches ich noch kaum eine Zeile geschrieben hatte. Als „Partner auf Leben und Tod“ dann vom Verlag auch noch als “Spitzentitel“ im Bereich Sachbuch präsentiert wurde, haute es mich schier um.

Allerdings steht das Buch häufig auch unter „true crime“ und „Romanhafte Biographien“ in den Regalen. Das freut mich sehr!

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Da war ich es eigentlich schon, nämlich nach Veröffentlichung meines ersten Buches. Die Resonanz auf „Partner auf Leben und Tod“ war umwerfend, ich erhielt persönlich und per Mail so viel Zuspruch von Lesern, die mich ermutigten, weiter zu machen. Eine Leserin schrieb mir einmal, „Partner auf Leben und Tod“ sei das spannendste Sachbuch, das sie jemals gelesen habe. Gibt es ein größeres Lob für einen Autoren?

Eine Rolle für den Entschluss, Autor zu werden, spielte aber auch die überraschende Nominierung zum Agatha-Christie-Krimipreis für meinen ersten fiktiven Kurzkrimi „Dr. Körfgen und der Oberländer“.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Bisher nur das eine, wenn man von den Anthologien absieht, die Kurzgeschichten von mir enthalten. Das zweite ist in Arbeit.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Für „Partner auf Leben und Tod“ musste ich naturgemäß nur wenig recherchieren, da ich über meine persönlichen Erfahrungen schrieb. Umso mehr muss ich dies für mein aktuelles Projekt tun. Diesmal kein Sachbuch, sondern ein Thriller mit Polizeibezug, in welchen ich auch mein Insiderwissen mit einfließen lassen kann.

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem finnischen Holzblockhaus mit Blick auf den Garten.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Als Diensthundeführer hauptberuflich noch immer im Schichtdienst zu unterschiedlichen Zeiten tätig, ist es für mich schwierig, ein Schreibritual festzulegen. Ich schreibe, wenn es mir die Zeit erlaubt. Aber niemals frühmorgens.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Wie gesagt, schreibe ich schon einige Zeit an einem neuen Projekt. Ein Gesellschaftsthriller, bei dem es darum geht, „was wäre, wenn...?“ Mehr verrate ich noch nicht.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich versuche, mich nicht beeinflussen zu lassen und meinen eigenen Stil zu bewahren bzw. weiter zu entwickeln.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Zu meinen Lieblingsautoren zählen Jan Weiler, Tommie Bayer, Andreas Eschbach, aber auch Nick Hornby und Willy Russel.

Weit oben auf meiner Liste der Lieblingsbücher steht „Der Fliegenfänger“ von Willy Russel. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen will, bevor man es zu Ende gelesen hat.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Die meiste Zeit verbringe ich natürlich mit meinen Hunden Carina und Sam. Ich unternehme aber auch gerne Ausflüge mit dem Motorrad oder gehe Segeln mit meinem Katamaran.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Dazu muss ich sagen, dass ich sehr gerne fliege. Ich setze mich in fast alles rein, was fliegt! Bisher waren das zum Beispiel Segel- und Ultraleichtflugzeuge, aber auch Hubschrauber und Heißluftballons. Auch einen Tandemflug mit einem Drachen habe ich schon genossen. Das Hightlight war allerdings der Flug mit einem Gyrocopter. Das ist wie Motorradfahren in der Luft! Mein Traum wäre, hierfür die Fluglizenz zu erwerben.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Durchaus wichtig. Ich habe das Glück, bisher keine einzige negative Rezension erhalten zu haben. Zumindest weiß ich von keiner. Das motiviert mich sehr.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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