Interview mit Ina May

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Ich bedanke mich für das Interesse :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich wurde im Allgäu geboren und verbrachte einen Teil meiner Jugend in San Antonio/Texas. 

Besuchte eine High School, ein Internat, eine Sprachenschule. Arbeitete später als Fremdsprachen- und Handelskorrespondentin.

Heute bin ich freie Autorin, schreibe Kriminalromane, historische Krimis, zweisprachige Jugendbücher, Kurzgeschichten und hin und wieder Artikel für ein Journal.

Seit wann schreibst du? 

Ernsthaft und mit einer Absicht - seit ungefähr acht Jahren. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich habe immer viel gelesen, was ich nicht so gelungen fand, schrieb ich kurzerhand um. Nur für mich natürlich. 

Das Leben eines Schriftstellers wirkte da auf mich ziemlich trist - ich hatte das Gemälde  

von Carl Spitzweg vor Augen; es heißt, der arme Poet. Selbiger mit einer Mütze im Bett liegend, ein Fieberthermometer im Mund, um sich 

herum Bücherstapel. Durchs Dach regnet es, er hat einen Schirm aufgespannt. Der Mann sieht todunglücklich aus. 

So wollte ich mich nicht sehen, aber da mein Dach in Ordnung ist und ich mir alle Zeit nehmen konnte, probierte ich es einfach mit einer Kurzgeschichte. 

Ich wusste, vielleicht würde sich niemand dafür interessieren, 

ich sagte mir, ich muss damit nicht mein Geld verdienen. Es war ein Versuch - am Ende ein gelungener. 

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Ich hatte einen guten Job, nur dachte ich irgendwann, das kann es noch nicht gewesen sein. Autorin klingt toll, erfolgreiche Autorin klingt noch um einiges besser. 

Autorin wird man nicht einfach, man erlernt das Handwerk, bringt ein bisschen Talent mit ... und freut sich, wenn jemand auf einen aufmerksam wird, 

und wenn zuerst einem Verlag gefällt, was man schreibt und danach den Lesern.

Wenn man Glück hat, wiederholt es sich.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Der sechste Fehler (weltweit erster Biathlonkrimi)

Tod am Chiemsee (Oberbayernkrimi)

Der Todeshauch der Mumie (zweisprachiger Jugend-Mysterykrimi)

Mord auf Frauenchiemsee (Oberbayernkrimi)

Die Rückkehr des Teufels (Hawaiikrimi)

Segne´s Gott (Landkrimi)

Die Tote im Maar (Eifelkrimi, nominiert für den Jacques-Berndorf-Krimipreis)

Im Licht des Todes (Münchner Historienkrimi - als E-book)

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Und wie. So erfuhr ich meist viel mehr über ein Thema, als ich jemals wissen wollte. Man kann sich einige Freiheiten nehmen, 

doch über bestimmte Dinge sollte man sich nicht hinwegsetzen.

Wo schreibst du am liebsten?

Wenn ich mich mit meinen Kolleginnen zusammensetze, dann endeckt man uns auch mal in einem Biergarten 

oder wir sitzen an einem Strand (dann allerdings mit Notizblick und Stift).

Normalerweise schreibe ich aber ganz gesittet in meinem Büro.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Die besten Ideen träumt man, und hat sie am nächsten Morgen leider wieder vergessen. Also, ich glaube fest, der Einfall war toll, weil er sich so anfühlt. 

Sollte ich aufwachen, sause ich zum Schreibtisch und mache mir Notizen. Seltsam nur, dass das Aufgeschriebene am Folgetag langweiliger klingt. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Eine Profilerin mit Vergangenheit recherchiert über alte Vermisstenfälle in der Gegend um Hannover und kommt einem Serientäter auf die Spur.  

Aktuell überarbeite ich mein Manuskript noch - der Krimi erscheint im Herbst 2016 bei Emons. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ich würde gern schreiben wie ... nein lieber nicht, das wäre kein guter Ansatz. Aber es gibt natürlich Geschichten und Szenen, die man genial finden darf. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Agatha Christie - und die Dame finde ich wirklich genial - genauer: Ihre Figuren.

Zuletzt gelesen: Chevy Stevens (Never Knowing)

Im Moment: Paul Harding (Blutacker)

Zwischendurch auch gern mal eine interessante Biografie. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Tontaubenschließen, Schach, spazieren gehen, die Ruhe genießen und am See den Sonnenuntergang bestaunen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich darf von mir sagen, ich bin ein glücklicher, zufriedener Mensch - ein Wunsch wäre, wie Ellis Peters, auch mit 96 Jahren noch an einem Roman zu schreiben. 

Mein Traum: Gern gelesen zu werden. Mögen meine Geschichten die Leser niemals langweilen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Unheimlich wichtig! Leserkritik ist nie mechanisch, sondern ehrlich. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Meinerseits ein herzliches Dankeschön und allen Lesenden Genuß und viel Freude!


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