Interview mit Irene Scharenberg

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Töchter, die meine Ambitionen, 

einen Krimi zu schreiben, zunächst sehr belächelt haben. 

Inzwischen hat sich eine jedoch öfter als Testleser einspannen lassen und 

mir wertvolles Feedback gegeben. Auch mein Mann ist ein sehr hilfreicher Lektor. 

Seit wann schreibst du?

Kurzgeschichten schon ewig. Einmal habe ich sie alle hintereinander durchgesehen und meinen Schreibstil

(diplomatisch ausgedrückt) sehr bescheiden gefunden. Daraufhin habe ich einen zweijährigen Belletristiklehrgang

belegt. Da hieß es über zwei Jahre: "Hausaufgaben machen". Die haben mir jedoch sehr geholfen. Kurz vor Abschluss

des Lehrgangs habe ich die erste Kurzgeschichte veröffentlicht. Das war Ende 2003. Inzwischen sind über

zwanzig Texte in unterschiedlichen Zeitschriften und Anthologien erschienen. Einige davon haben

Preise erhalten.  

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Über die Kurzgeschichten. Irgendwann waren die dem Chaosmenschen in mir zu übersichtlich. 

Wenn ich die Chronologie zu einem Kriminalroman erstelle, raucht der Kopf tagelang. 

Jede Person muss ja zu einem bestimmten Zeitpunkt über bestimmte Informationen verfügen, andere

darf er jedoch auf keinen Fall besitzen. Um den Handlungsverlauf darauf abzustimmen, 

wird man als Krimiautor ganz schön gefordert, aber das macht das Schreiben für mich interessant. 

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Eigentlich schon als Kind, auch wenn ich davon noch keine genauere Vorstellung hatte.  

Du schreibst ja Kriminalromane, warum hast du dich für dieses Genre entschieden?

Erst einmal lese ich selbst sehr gerne Krimis, vor allem Psychothriller. 

Zudem mag ich es, aus den einzelnen Puzzleteilchen am Anfang eines Krimis bis zur Auflösung ein

logisches Ganzes zu erstellen.  

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Eine Reihe von fünf Krimis. Die Krimihandlung ist jeweils in sich abgeschlossen, 

so dass man jeden Band für sich lesen kann. Allerdings geht die Familiengeschichte

von Kommissar Pielkötter weiter und dass Verhältnis der beiden Kommissare entwickelt sich.

Hier die Krimis im einzelnen:

Die Sünderinnen, 2009

Gefährliches Doppel, 2011

Im Kreis der Sünder, 2012

Ein Fall zu viel, 2013

Versteckte Gifte, 2014

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, in der Regel fahre ich die Orte noch einmal ab, die eine Rolle spielen und notiere mir alles genau.

Nur wenn ich glaube, alles gut genug zu kennen, unterlasse ich das und genau dann passieren Fehler. 

Allerdings geht es ja nicht nur um Orte. Beispielsweise habe ich für die Recherche zu "Gefährliches Doppel"

mehreren Geburtskliniken angerufen und mich für "Versteckte Gifte" genaustens über den Dortmunder Dioxinskandal

und die Arbeitsweisen von Schrottpressen informiert. Eine wichtige Information bekam ich auch von dem

Chefpathologen des Klinikums in Fürth, der im Rahmen der Criminale auf einer Fortbildung für Krimiautoren 

gesprochen hat.

Wo schreibst du am liebsten?

An meinem PC in meinem kleinen Zimmer unter dem Dach.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, manchmal komme ich tagelang nicht zum Schreiben. Aber wenn mir eine Idee im Kopf herumspukt,

stehe ich auch schon einmal mitten in der Nacht auf und setzte mich an den PC. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Im Moment schreibe ich gerade an dem sechsten Krimi mit den Ruhrgebietskommissaren 

Willibald Pielkötter und Berhard Barnowski, der voraussichtlich im Herbst 2016

im Prolibris Verlag erscheinen wird. Für zwei Thriller suche ich noch eine Agentur.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Zumindest nicht bewusst. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Oh, sehr viele. Deshalb greife ich hier exemplarisch einen internationale Autorin und einen deutschen Autor

mit jeweils einem Krimi heraus: "Lauf, Jane, lauf!" von Joy Fielding und "Spiel der Teufel" von Andreas Franz. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich fahre gern mit dem Rad, gehe schwimmen und liebe Reisen 

(egal ob ans Meer, ins Gebirge oder in eine interessante Stadt).

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ein beruflicher Traum wäre die Veröffentlichung eines Thrillers, 

in dem Polizeiarbeit keine oder kaum eine Rolle spielt. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Das Feedback ist mir sehr wichtig. Durch meine Lesungen komme ich oft mit den Zuhörern ins Gespräch, 

die mir dabei Rückmeldungen geben. 

Hierzu noch eine kleine Anekdote. Im Internet bin ich zufällig auf die Kritik eines Lesers zu meinem

ersten Krimi "Die Sünderinnen" gestoßen. Fazit: Der Krimi wäre sehr spannend und sehr gut zu lesen gewesen, 

aber ganz schlampig recherchiert. Tatsächlich hatte ich die König Brauerei in einem benachbarten Stadtteil 

angesiedelt, obwohl ich beide Viertel seit meiner Kindheit kenne. Ich hatte keine Ahnung, wie mir das passieren

konnte. Tief betroffen habe ich die Brauerei angerufen und mich für das Versehen entschuldigt (mit dem Leser war

eine Kontaktaufnahme leider nicht möglich). Die haben es mit Humor aufgenommen und gemeint, 

solange keiner durch das ihr Bier umgekommen sei, würden sie mir das verzeihen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Vielen Dank für eure Neugier an immer neuen Fällen und dem Privatleben von Kommissar Pielkötter. 


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