Interview mit Thomas Kowa

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Thomas Kowa, ich bin in Ludwigshafen am Rhein geboren, wohne aber inzwischen mit Frau und Kind in der Schweiz. Neben meiner Tätigkeit als Autor bin ich Poetry-Slammer, Musikproduzent, manchmal Weltreisender und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren.

Seit wann schreibst du?

Ich habe 2003 mit dem Schreiben begonnen und 2012 meinen ersten Roman veröffentlicht. Gut Ding braucht eben nicht nur Weil sondern auch Übung.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich hatte einen Traum, dessen Plot ich so faszinierend fand, dass ich daraus ein Buch machen wollte. Allerdings kam ich neben dem Job nicht dazu und bin dann allein in Urlaub gefahren, einfach nur um mit dem Roman zu beginnen.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

In dem Moment, wo ich die ersten Seiten geschrieben hatte, merkte ich, dass mir das unheimlich viel Spaß macht. Das ist bis heute so geblieben. Im Nachhinein war das, was ich damals geschrieben hatte natürlich sehr anfängerhaft, Schreiben ist eben auch ein Handwerk, dass man erst mal lernen muss. Und mit der Zeit ist mir das immer besser gelungen und inzwischen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, kein Autor zu sein.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Neben meinem Debüt „Das letzte Sakrament“ habe ich diverse Kurzgeschichten veröffentlicht. Obwohl „Das letzte Sakrament“ für ein Debüt recht erfolgreich war, wollte mein damaliger Verlag Lübbe die Zusammenarbeit nicht fortsetzen, denn setzt man inzwischen lieber auf große Namen anstatt darauf, neue Autoren aufzubauen. Daher habe ich in den letzten Jahren viel geschrieben, aber wenig veröffentlicht. Aber das wird sich bald ändern :).

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ich glaube jeder Autor recherchiert für seine Bücher, die Frage ist nur in welchem Umfang :). Ich habe lange Jahre in der Blutdiagnostik gearbeitet, insofern hatte ich schon ein wenig Grundwissen um den Plot von „Das letzte Sakrament“ zu schreiben. Denn in dem Roman spielt Blut und was man damit nach tausenden von Jahren noch anstellen kann, eine zentrale Rolle.

Aber ich musste natürlich trotzdem viel recherchieren, aber das macht auch viel Spaß, denn man lernt dazu, kann auf Reisen gehen und schreibt am Ende ein besseres Buch.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich arbeite an verschiedenen Orten und pendle sehr viel und schreibe am liebsten im Zug. Allein schon durch die Bewegung des Zuges hat man den Eindruck voran zu kommen, es gibt einen fixen, manchmal durch Verspätungen auch verlängerten Schreibzeitraum und nicht zuletzt ist die Internetverbindung ist so unzuverlässig, dass es keine Ablenkung gibt :).

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, ich schreibe zwar am liebsten im Zug, aber grundsätzlich kann ich überall schreiben wo es still ist oder die Musik aus meinem iPod lauter als die Umgebungsgeräusche. Ich hab auch schon in einem indischen Linienbus geschrieben, auf einem Kreuzfahrtschiff, an einer Cocktailbar am Strand (sehr zu empfehlen) und ganz profan daheim am Schreibtisch.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Es hat lange gedauert, aber demnächst wird das Buch, dessen Plot ich damals geträumt habe, veröffentlicht. Natürlich mehrfach überarbeitet, aber die Grundidee ist die gleiche geblieben: Es geht um das Medikament Remexan, nach dessen Einnahme man nur noch eine Stunde am Tag schlafen muss, angeblich ohne Nebenwirkungen. Doch plötzlich geschehen im Umfeld des Medikamentenherstellers mehrere Mordfälle und der Fall nimmt seinen Lauf…

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Im Grunde beeinflusst jedes Buch, das man liest das eigene Schreiben, selbst wenn es ein schlechtes ist. Am Anfang hat mich sicher Dan Brown beeinflusst, auch wenn ich seine neueren Thriller nur wenig gelungen finde. Danach habe ich alles von Hakan Nesser gelesen und die Bücher finde ich heute noch spannend und mit einem ganz eigenen Humor geschrieben. Inzwischen lese ich mehr deutschsprachige Autoren, denn ich finde, die brauchen sich nicht mehr zu verstecken.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Das wäre eine Liste, die das Interview sprengen würde, aber besonders gelungen finde ich die Krimis von Sunil Mann, Rainer Wittkamp und immer noch Raymond Chandler. Abseits des Genres finde ich Wolfgang Herrndorf großartig, schade, dass er so früh hat gehen müssen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Reisen, Fußball, Musik und Poetry Slam, weil man da nicht jahrelang auf Verlage und Agenturen warten muss, sondern direkt auf die Bühne kann. Am meisten Spaß macht es mir aber momentan, neue Wörter von meiner dreizehn Monate alten Tochter zu lernen :).

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ein Traum wäre natürlich ein Bestseller, aber ansonsten habe schon ziemlich viele Träume in meinem Leben verwirklicht, insofern wünsche ich mir einfach nur, dass den Lesern meine Bücher so viel Spaß machen, wie mir das Schreiben bereitet hat.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Es ist mir sehr wichtig und ich mache gerne Leserunden bei Lovelybooks oder vorablesen. Und auch wenn eine Rezension mal nicht so positiv ausfällt kann man meistens etwas davon lernen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Lest weiterhin, kauft Bücher und denkt auch an die kleine Buchhandlung um die Ecke. Jeder Tag, an dem ihr den Fernseher auslasst und ein Buch lest, ist ein Gewinn. Für Euch und für den Autor.


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Kommentare: 1
  • #1

    Moni (Donnerstag, 03 März 2016 07:24)

    Danke für das Interview und den Ausblick auf Thomas Kowas neue Projekte. Ich freu mich drauf!