Interview mit Gunter Gerlach

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Im Grunde steht alles, was ich über mich preiswegen will auf meiner Homepage

 www.gunter-gerlach.de

und auf wikipedia - außer, das ich verheiratet bin und eine Tochter habe. 

Seit wann schreibst du? 

Ich hab in den 60er Jahren angefangen. Ich studierte Fotografie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg,

und meine Fotos kamen mir immer vor wie Ausschnitte aus Geschichten, die ich dann aufgeschrieben habe.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich hatte bereits drei surreale Romane herausgebracht, da schickte ich einem anderer Verleger ein neues Manuspript, 

er sagte, er bringe es  seiner Krimireihe heraus, es war aber keine Krimi -

da dachte ich, Krimischrieben kannst du schon lange . Ich schrieb einen Krimi und bekam dafür den Deutschen Krimipreis. 

Ich schrieb zwei weitere, seitdem gelten alle meine Bücher als Krimis- ob sie es sind oder nicht. 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Als das erste Buch herauskam, dachte ich in zehn Jahren musst du deine Job aufgeben und als Autor leben können. 

Es klappte schon nach neun Jahren.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe über 30 Bücher veröffentlicht, die meisten können als Krimis gelten, aber ich beachte die Genre-Regeln nicht.

Diese rückwärtsgewandte Art zu schreiben gefällt mir nicht. In der Regel schreibe ich einfach darauf los, 

ohne zu wissen, wo es enden wird. 

Entsprechend verkaufe ich meine Manuskripte erst, wenn sie fertig sind.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Wenn mir nichts einfällt, verlasse ich sofort den Schreibtisch und gehe in eines der etwa 15 Cafés in der Nähe 

und beobachte Menschen, die kommen dann in meinen Büchern vor.  

Wo schreibst du am liebsten?

Ich hab eine extra Schreibwohnung. Vier Tage in der Woche ziehe ich mich dahin zurück.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Vormittags verwalte ich mich und ab Mittag schreibe ich.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Kein richtiger Krimi. Es geht um eine bewachte und unerforschte Höhle im Harz. Eine Leiche gibt es erst auf Seite 113.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Vor allem Boris Vian, Jean Echenoz (Die großen Blondinen), Agotha Kristof (Das große Heft), alles von Richard Brautigam 

und John Fante ...

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich bin ein Kind aller Bücher, die ich gelesen habe. 

Deshalb gab es bei meinem ersten Roman sogar noch als Anhang ein Literaturverzeichnis.

Mein absolutes Lieblingsbuch ist "Schaum der Tage" von Boris Vian.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Geschichten schreiben.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich habe einen Traum, aus Lesern bessere Leser zu machen. Deshalb schreibe ich nach Regeln:

Keine wertenden Adjektive, keine Floskeln oder gebrauchte Metaphern, keine Kurzformen für Gefühle, sondern 

beschreiben, worin sie sich äußern und nur eine Perspektive, die des Erzählers in der ersten Person. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Ich kriege kaum Feedback, mehr wäre mir angenehm.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Die Sprache wandelt sich, warum schreiben so viele Autoren so, als wären Bücher die Museen der Sprache. 


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