Interview mit Raimund Mader

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Gerne. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter (21 und 15 Jahre alt), die meine Frau und mich nach wie vor gehörig auf Trab halten … etwas, das sehr gut ist, da dadurch die nötige „Erdung“ gewährleistet ist.

Beruflich bin ich seit vielen Jahren im Schuldienst tätig. Ich unterrichte die Fächer Deutsch und Englisch an einem bayerischen Gymnasium, blicke allerdings allmählich der Pension entgegen, was mich mit sehr gemischten Gefühlen erfüllt.

Seit wann schreibst du?

Ich bin erst relativ spät zum Schreiben gekommen, habe vor ca. 10 Jahren begonnen, an meinem ersten Krimi zu arbeiten, bin aber seitdem von dieser Tätigkeit fasziniert und hänge nun sehr fest am Haken.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Das ist eine Frage, die mir des Öfteren gestellt wird. Im Grunde weiß ich gar nicht so recht, wie es dazu gekommen ist. Irgendwann habe ich mich wohl hingesetzt und begonnen, eine Szene, die in meinem Kopf steckte, niederzuschreiben (woher ich sie hatte, weiß ich nicht). Zwei kurze Seiten. Dabei ging es um ein altes Paar, das sich nach vielen Jahren der Trennung wieder begegnet. Die alte Frau schickt den Mann in den Tod (einen grausamen Tod), was dieser ohne zu murren, akzeptiert … Warum das so ist, wusste ich zu Beginn des Schreibens nicht, aber das, was ich da formuliert hatte, faszinierte mich … Aus den beiden Seiten wurden ein Kapitel und schließlich ein Roman.

Ja, so erzähle ich das und mittlerweile glaube ich, dass es so gewesen ist.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Die Idee, Autor zu werden, kam mir eigentlich erst nach Veröffentlichung meines ersten Krimis. Da wurde mir bewusst, dass das Schreiben allein noch nicht zufriedenstellt, dass auch die Sehnsucht, gelesen zu werden, Teil dieser Tätigkeit ist. Damit aber wurde aus einem Schreiber ein Autor …

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe bislang vier Krimis im Gmeiner-Verlag veröffentlicht: Glasberg (2008), Schindlerjüdin (2010), Roter Herbst (2013) und erst kürzlich meinen aktuellen Roman, Der König von Weiden.

Dazu sind zwei Kurzgeschichten in Tatort Oberpfalz (2013) bzw. Regensburger Requiem (2013) erschienen.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Jedem Roman liegen einige grundlegende Fakten zugrunde, die recherchiert werden müssen, doch schadet ein Übermaß an Faktentreue dem Anspruch an die Fantasie. Recherchierte Realität und Fiktion müssen eine Verbindung eingehen, doch sollte nach meiner Überzeugung die Fiktion die Oberhand behalten.

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem Arbeitszimmer. Dabei achte ich darauf, dass die Tür immer offen bleibt …

Hast Du ein festes Schreibritual?

Zu Beginn des Schreibens lese ich die Seiten, die ich in den Tagen (manchmal auch Wochen) davor geschrieben habe, verbessere, wo notwendig, und versetze mich so in die Welt meiner Figuren und Geschichten. Dann erst geht der neue Schreibprozess los. An manchen Tagen ist das eine Seite, manchmal nur ein Satz … Ich bin ein sehr langsamer Schreiber. Wenn allerdings die erste Fassung des Romans steht, bedarf es kaum noch irgendwelcher Korrekturen von meiner Seite.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich habe in den letzten zehn Jahren vier Krimis geschrieben. Jetzt bin ich etwas ausgelaugt und warte, dass mich das Schreibfieber wieder packt. Ob und wann das sein wird, weiß ich nicht. Ein Projekt gibt es also nicht.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Da gibt es sicher sehr viele, die ich in meinem Kopf mit mir herumtrage (besser vielleicht, das, was ich von ihnen gelesen habe), die somit auch mein Schreiben beeinflussen. Mich aber auf einen festzulegen, würde mir sehr schwer fallen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ich liebe (natürlich) vor allem Krimis, die ich seit meiner Kindheit mit Begeisterung lese. Ich kann mich sogar noch an meinen ersten Krimi erinnern, den mir eine uralte Bibliothekarin in Bad Tölz vor schrecklich langer Zeit mit den Worten in die Hand gedrückt hat: „Der wär´ doch was für dich …“. Das war Peter Voss der Millionendieb. Seit jener ersten Begegnung habe ich mich von Agatha Christie über Edgar Wallace, die hartgesottenen Amerikanern, bis hin zu den Mankells und Nessers durchgelesen. Fasziniert hat mich auch Friedrich Dürrenmatt …

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wenn ich wirklich frei sein kann, dann liege ich in der Sonne, schaue in einen möglichst blauen Himmel und träume sinnentleert.

- Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Natürlich würde ich gerne den Bestseller schreiben, aber ich weiß, wie unwichtig das am

Ende ist …

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Zu meiner Schande gesprochen, sind mir die Meinungen der Leser sehr wichtig. Ich bin ein eitler Fatzke, und eine positive Rezension kann schon mal meinen Tag machen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich möchte allen wünschen, dass sie nie die Freude am Lesen verlieren. Lesen ist etwas Tolles!


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