Interview mit Reinhard Kleindl

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin ein Mensch, den die Begeisterung antreibt. Begeisterung für Wissenschaft (ich habe Physik studiert und arbeite als Wissenschaftsjournalist), für Bergsport (ich war die letzten Jahre Profi im Trendsport "Slackline" und klettere gern) und nicht zuletzt für Lesen und Schreiben – um meine Krimis geht es ja hier. Dinge, die überhaupt nicht zusammenpassen, aber für mich ganz normal sind.

Seit wann schreibst du?

Seit ca. 20 Jahren.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Übers Lesen. Ich hatte irgendwann eigene Ideen und die Lust wurde so groß, dass ich es probiert habe.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Nach den ersten Veröffentlichungen denkt man zwangsläufig darüber nach, wenn die Rückmeldungen gut sind. Das war bei mir sehr früh. Aber ich spürte damals, dass es nicht passt. Die Zeit war noch nicht reif. Dabei hat nicht viel gefehlt, aus heutiger Sicht!

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Krimis "Gezeichnet" und "Baumgartner und die Brandstifter" bei Haymon, den Thriller "Du siehst ihn nicht" bei Haymon als Ebook, Ein Sport-Lehrbuch namens "Slackline – die Kunst des modernen Seiltanzens" beim Meyer & Meyer Sportverlag, sowie einen weiteren Roman, das ein Geheimnis ist. Zwei Bücher habe ich ganz klein im Eigenverlag herausgebracht, einen Roman und eine Kurzgeschichtensammlung.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Klar. Gespräche mit der Polizei, Schauplätze besuchen, mit Psychologinnen und anderen Fachleuten sprechen. Gehört ganz einfach dazu.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe einen Platz in einem kleinen Gemeinschaftsbüro im Grazer Bezirk Lend, "Printi" genannt. Sehr coole Leute dort! Grafikerinnen, Künstler, Architektinnen. Ich bin aber der einzige Autor. Abgesehen davon schreibe ich gern in Kaffeehäusern, oder einfach zuhause, nicht am Schreibtisch, sondern in meinem Lesesessel.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Es gibt tatsächlich einige Rituale. Manche Szenen skizziere ich auf dem erstbesten Zettel, der mir in die Finger kommt. Zuhause tippe ich das dann ab, dabei überarbeite ich es. Wenn ich gerade viel schreibe, tue ich das meist direkt am Computer. Ich schreibe, so lang ich Lust habe, oder bis mein Soll erfüllt ist. Wenn es schwer geht, hat das meistens einen konkreten Grund, dann muss ich einen Schritt zurücktreten, etwas anderes machen. Meist löst sich das dann von selbst.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Der dritte Teil der Baumgartner-Serie ist in Vorbereitung. Der letzte, den ich geplant habe und der Abschluss der Trilogie. Die Schatten der Vergangenheit holen Baumgartner endgültig ein. Ich habe lang darauf gewartet, das zu schreiben. Der Roman erscheint im Sommer.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Viele. Was Krimis angeht, hat mich Mankell am meisten fasziniert. Thriller lese ich seit Jahren sehr gern. War einfach nicht meine Welt. Früher habe ich viel Phantastik gelesen, altmodische Sachen wie Poe oder Lovecraft, aber auch klassischen Horror: Stephen King, Clive Barker, etc. Mich hat Umberto Eco sehr beeindruckt, seitenweise Latein und belanglose Beschreibungen von irgendwelchen Kirchenportalen, und trotzdem (oder gerade deshalb) so spannend! Da können wir alle noch was lernen. Ich muss gestehen, dass ich die vielen feinen österreichischen Krimis erst kürzlich entdeckt habe.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Um ehrlich zu sein habe ich Stieg Larsson sehr genossen. Genau meine Themen: Ich arbeite als Journalist, bin ein Fan von technoiden, nerdigen Geschichten. Darüber hinaus stehe ich auf die kühle Atmosphäre der skandinavischen Thriller. Die Geschichten haben also wirklich fast alles, was ich gern mag. Es wundert mich, dass sie auch so vielen anderen Menschen gefallen!

Darüber hinaus fallen mir, ohne besondere Reihenfolge, ein: "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny, "In der Finsternis" von Sandrone Dazieri, "Totenfrau" von Bernhard Aichner, "Der Richter und sein Henker" von Dürrenmatt, "Indigo" von Clemens Setz, "Metro 2033" von Dmitri Gluchowski oder "Das Haus" von Mark Z. Danielewski. Die haben mir in den letzten Jahren sehr gut gefallen. Da habe ich aber sicher einige Wichtige übersehen!

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Slacklinen, Klettern, Computerspielen, ins Kino gehen, Musik hören.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich träume davon, die ultimative Geschichte zu schreiben! Kühn, komplex, unerhört, aufrüttelnd jenseits aller Genre-Grenzen, wo Kategorien und selbst Kritiken bedeutungslos werden. Vielleicht kein Ziel, das ich unbedingt erreichen muss, eher eine vage Idee, die mich inspiriert und auf die Bücher abfärbt, die ich tatsächlich schreibe.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich freue mich wahnsinnig, wenn das Publikum mit meinen Geschichten mitlebt. Das ist es, was mich motiviert, Bücher zu schreiben, was ja auch harte Arbeit ist. Sicher muss man sich auch abgrenzen können, um in Ruhe schreiben zu können, kann sich nicht jede Rückmeldung zu Herzen nehmen. Aber ab und zu ist es sehr schön, zu schauen: Ist die Geschichte so, wie ich sie haben wollte? Und zu hören, dass jemand Genuss hatte beim Lesen, dass das angekommen ist, was ich erzählen wollte. Nur darum geht es, darum habe ich mit dem Schreiben überhaupt erst angefangen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Freut euch auf den neuen Baumgartner-Krimi! Ich feile gerade daran, er wird der Hammer. Infos dazu gibts dann auf meiner Autoren-Website: www.buchwerk.at, auf Facebook unter https://www.facebook.com/Reinhard-Kleindl-1476662369217941/?ref=hl.

Wer auch mehr über meine Sport-Projekte erfahren will, kann auf www.reinhardkleindl.at schauen. Oder findet mich auf Facebook unter https://www.facebook.com/reinhard.kleindl.7


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