Interview mit Lena Johannson

© Jörg Ritter

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Eigentlich lieber über meine Bücher, denn die sollten spannender sein als ich ;-)

Okay, ich bin ein Land-Ei, lebe auf dem Dorf, wühle im Garten, pflanze und ernte Gemüse und Obst, wenn ich nicht am Schreibtisch sitze. Laufen ist meine Tankstelle für neue Gedanken und meine Regeneration für vom Schreibtisch geplagte Knochen. Momentan weder Hund noch Katze. Leider. Keine Kinder. Besser so. Aber sehr gerne und glücklich verheiratet. 

Seit wann schreibst du? 

Ich habe schon als Kind viel geschrieben, lange Briefe, Tagebuch. Seit rund 20 Jahren schreibe ich journalistisch, 2007 ist mein erster Roman erschienen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Eigentlich wollte ich einen Freund an einen Verlag vermitteln. Dafür habe ich mich intensiv mit dem deutschen Literaturbetrieb beschäftigt. Vorher bin ich nicht auf die Idee gekommen, das Hobby Schreiben zum Beruf machen zu können. Aber dann dachte ich darüber nach und nahm Kontakt mit einer Agentur auf. Der Rest ging erstaunlich schnell.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Das war mir klar, nachdem ich in einem Redaktionsbüro mein erstes Praktikum gemacht hatte. Da stand fest: Schreiben ist es! Und eigentlich wusste ich auch gleich, dass es Romane werden sollen. Doch bis dahin musste ich noch den Umweg über Reisereportagen gehen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die sind alle auf www.lena-johannson.de zu finden. Angefangen hat es mit "Das Marzipanmädchen" und weiteren historischen Romanen. Es kamen locker-leichte Sommerromane hinzu und schließlich auch bei Aufbau zwei Krimis: "Große Fische" und "Mord auf dem Dornbusch".

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Natürlich! Ohne Recherche geht in meinem Beruf gar nichts. Ich würde sogar behaupten, es macht den größten Teil der Arbeit aus. Wenn eine Figur Meeresbiologe ist, muss ich doch wissen, womit sie sich beschäftigen könnte, wie lange ihre Ausbildung gedauert hat, etc. Selbstverständlich spielt auch die Fantasie eine große Rolle, aber mir ist immer ganz wichtig, dass sich meine erdachte Geschichte so zugetragen haben könnte. Der Hintergrund muss stimmen.

Deswegen war ich in Riga, auf Rügen, Hiddensee oder Usedom und auch im Nahen Osten. Und für intensive Recherchen habe ich auch ein Praktikum bei der Polizei gemacht. Das hilft, um Krimis glaubhaft zu schreiben.

Wo schreibst du am liebsten?

Für mein Wohlbefinden würde ich am liebsten immer in einem Sessel oder auf dem Sofa sitzen. Das mag der Rücken auf Dauer aber nicht ;-) Außerdem ist es am besten, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, wo ich sämtliche Unterlagen und Hilfsmittel griffbereit habe. Zwischendurch arbeite ich aber auch gern mal in einem Café. Menschen, die kommen und gehen, leises Stimmengemurmel - das inspiriert mich. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Meistens versuche ich, ein bestimmtes Seitenpensum täglich zu schaffen. Ich beginne damit, den Text vom Vortag zu lesen und zu bearbeiten, danach bin ich wieder in der Geschichte und bei den Figuren und kann die nächsten Seiten in Angriff nehmen. Es hilft mir außerdem, morgens zuerst Aufgaben zu erledigen, die es neben dem aktuellen Manuskript immer gibt. Zum Beispiel Interviews geben ;-)

Abends lese ich dann oft noch etwas zu dem Thema, an dem ich gerade dran bin. Das gibt Inspiration für den nächsten Tag.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Allerdings! Ich schreibe gerade an meinem ersten Thriller. Es geht um skrupellose Geschäftemacher, die mit Wasser - in einigen Regionen ja ein seltenes Gut - eine Menge Geld verdienen. Für diesen Stoff war ich in Syrien und Jordanien, um zu recherchieren. Das Buch wird vermutlich im Herbst bei dotbooks als ebook erscheinen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ich habe als Kind Otfried Preussler geliebt. "Die kleine Hexe" war mein Lieblingsbuch. Sicher beeinflusst mich jedes Buch, das mich besonders gefesselt hat. Beispiele folgen in der nächsten Antwort ...

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich mag sehr "Schiffbruch mit Tiger". Außerdem Martin Walker, Frank Schätzing, Barbara Wood. Verschlungen habe ich "Extinction" von Kazuaki Takano. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Siehe oben. Laufen oder im Garten buddeln! Und dann bin ich noch gern mit meinem Mann auf dem Motorrad unterwegs oder treffe gute Freunde, was oft zu kurz kommt.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Wenn ich einen ganz egoistischen Wunsch nur für mich frei hätte, würde ich mir wünschen, dass mein Leben noch locker 40 Jahre mindestens so glücklich ist, wie es bisher der Fall war. Klar würde ich mich auch freuen, mal einen richtigen Knaller zu schreiben, der verfilmt wird und in aller Munde ist. Aber ehrlich: So viele Romane bei großen Verlagen herausgebracht zu haben, so viel gutes Feedback, das ist doch schon ein großes Glück!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Absolut wichtig! Ich schreibe ja nicht für mich, sondern für meine Leser. Wenn die also gar nicht mögen, was ich mir da ausdenke, dann sollte ich das wissen. Natürlich ist es auch toll, wenn jemand positives Feedback gibt. Schreiben ist schließlich eine ziemlich einsame Angelegenheit. Ich freue mich immer, wenn sich jemand bei mir meldet.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Na, ich nutze die Gelegenheit gern, um danke dafür zu sagen, dass Leser sich für meine Bücher interessieren. Und dann hätte ich noch den Tipp, mal auf shop.autorenwelt.de zu gehen. Wenn ganz viele Leser kundtun, dass sie diese Shop-Idee gut finden, ist vielen Autoren, gerade den Anfängern, echt geholfen.


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