Interview mit Sven Koch

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich lebe in Detmold zu Füßen des Hermannsdenkmals und in Nähe der Externsteine. Ich arbeite seit mehr als 25 Jahren als Journalist und Tageszeitungsredakteur. Zuständig bin ich für das Lokale in Detmold, Politik und außerdem für Kultur. Geboren bin ich Lemgo, das in der Frühen Neuzeit eine nachhaltige Rolle in den Hexenprozessen gespielt hat. Gleich um die Ecke liegen bei mir das Land- und Amtsgericht sowie die Staatsanwaltschaft. Wer weiß, welche Rolle das alles beim Krimischreiben spielt.

Seit wann schreibst du? 

Seit frühester Jugend. Ich habe noch Schulhefte aus der sechsten Klasse, in die ich Western-Drehbücher gekritzelt habe. Ich erinnere mich auch an eine Agenten- und eine Werwolf-Geschichte, die von noch früher datieren sollten. In der Grundschule wollten wir auch mal einen Western auf Super-8 drehen, wofür ich mir ein Konzept ausgedacht hatte - in der Art: Leute reiten irgendwohin, ballern sich um und zetteln eine Schlägerei an. Also: Eigentlich schreibe ich, so lange ich zurückdenken kann.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Zum eigentlichen Schreiben von Büchern bin ich erst durch meine Agentur gekommen, die das vermittelt hat. Davor stehen ungezählte Seiten von unveröffentlichtem Material für die Schubalde und diverse unvollendete Roman-Projekte. Aber ich kann sagen: Vor etwa zehn Jahren bin ich das mit dem Schreiben sehr ernsthaft angegangen und habe mir gesagt: Jetzt fühlst du dich reif genug, jetzt versuchst du das mal mit einem Buch und einem Verlag. Zwei Male habe ich probiert, selbst etwas bei Verlagen unterzubringen. Das klappte jeweils nicht. Dann bin ich den Weg über eine Agentur gegangen und habe mich bei einigen mit einem Projekt beworben. Als das klappte, dauerte es kaum drei Monate, bis mein "Purpurdrache" als Erstling unter Dach und Fach war.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Aussuchen kann man sich das ja nicht - weil: Um einer zu werden, braucht es stets einen jemand, der gut findet, was man so schreibt, und der das dann Druckt und vertreibt. Den Traum hatte ich aber schon immer. Erst wollte ich Drehbuchautor werden, dann wurde ich Journalist, nun bin ich tatsächlich auch Autor geworden - aber um das Schreiben ging es mir schon immer. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Veröffentlicht sind bei Droemer/Knaur "Purpurdrache", "Brennen muss die Hexe" und "Totenmond", dann die Nordsee-Krimis "Dünengrab", "Dünentod" und "Dünenkiller". Am 1. April 2016 erscheint "Dünenfeuer." Es erscheint am 22. März außerdem bei Fischer/Scherz "Tod in der Provence" unter dem Pseudonym Pierre Lagrange. Alles gibt es auch als Hörbücher.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, für jedes. Das kann von einer Internetrecherche bis zur vor-Ort-Recherche reichen. Ich war zum Beispiel auch mal einen Tag lang in der Rechtsmedizin in Münster oder habe mir von der Polizei das Schießen mit verschiedenen Waffen beibringen lassen.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe nur einen Platz dazu: Meinen Schreibtisch zu Hause und meinen Mac.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Ich setze mich hin und fange an. Vielleicht nehme ich noch einen Kaffee mit, aber das war es dann. Die Arbeit als Tageszeitungsredakteur schult, unprätenziös beim Schreiben zu sein.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Den Nachfolger des im April erscheinenden "Dünenfeuer" habe ich bereits geschrieben. Zurzeit schreibe ich an einem neuen Provence-Thriller. Und es gibt so dies und das, was einem die Musen zuflüstern...

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Stephen King. Seine Geschichten haben in mir das Bedürfnis geweckt, selbst welche zu schreiben. Ansonsten beeinflusst einen natürlich stets alles, was man gerade erlebt, liest, sieht, fühlt und schmeckt.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Das wechselt. Ich halte aber dauerhaft sehr viel von Tana French, Don Winslow, Karin Slaughter und Lee Child. Eines meiner Lieblingsbücher ist übrigens kein Krimi oder Thriller: Es ist von Michael Chabon und heißt "Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay".

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Einen Teil meiner Freizeit vom Job nutze ich zum Romane-Schreiben. Den anderen Teil verbringe ich gerne mit meiner Familie. Ich habe lange Jahre Musik in Bands gemacht und fotografiere sehr gern.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich würde wirklich sehr gerne ein Drehbuch zu einem James-Bond-Film schreiben. Oder überhaupt mal ein Drehbuch, das dann aber auch verfilmt wird.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig, denn für die schreibe ich das ja. Natürlich auch, weil es mir Spaß macht, aber ich bin der Meinung: Geschichten wollen gelesen, Bilder gesehen und Musik gehört werden. Leser sind der direkte Adressat, und ich nehme Feedbacks ernst und denke über jedes im Hinblick auf mein weiteres Schreiben nach. Ich lasse außerdem Hinweise auf Fehler oder ähnliches auch in Korrekturen für Nachdrucke einfließen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Bitte immer beim Lesen bleiben - Sprache ist so etwas Wundervolles: Mit einem Satz kann man ein individuelles Kopfkino entfachen, Leben und Denkweisen verändern, und ein paar Worte können das leisten, was ansonsten ein Multimillionen-Euro-Budget verschlingen würde.


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Kommentare: 1
  • #1

    Beatrix Petrikowski (Montag, 11 Juli 2016 12:09)

    Das ist schon interessant, dass ein Autor von Krimis nicht auch einen Krimi sein Lieblingsbuch nennt. Und ich kann für ihn nur hoffen, dass sich sein Wunsch, auch mal ein Drehbuch zu schreiben, erfüllt.