Interview mit Ilona Mayer-Zach

© Johann Leitner/Hans Gross Kriminalmuseum 

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Herzliches Hallo zurück und danke, dass ich gefragt werde.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Sehr gern. Ich wurde 1963 in Graz geboren, also in jener schönen Stadt, in der meine Serienfigur Helene Kaiser ermittelt. Später lebte ich mehrere Jahre in Italien, bereiste die Welt (alles selbst finanziert), war Journalistin, PR- und Event-Managerin und absolvierte nebenher das Studium der Kommunikationswissenschaften. Seit 2005 bin ich hauptberuflich Autorin. Heute lebe ich in Wien und Graz.

Seit wann schreibst du?

Seit der ersten Klasse Volksschule :). Ich habe mir schon als Kleinkind ständig Geschichten ausgedacht, mit denen ich mein Umfeld unterhalten bzw. genervt habe. Sobald ich Lesen und Schreiben konnte habe ich „produziert“. Je nach Lehrer wurden meine Geschichten mit „sehr gut“ oder „nicht genügend“ beurteilt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Mein erstes „Buch“ habe ich mit 12 Jahren geschrieben. Das Rahmenthema hieß „Regenwetter“ und wir durften schreiben, was wir wollten. Eine Freundin hat ein vierzeiliges Gedicht vorgetragen, ich einen 20seitigen Krimi. Zum Glück ist keiner eingeschlafen. Ein Freund der Familie hat daraus ein „Büchlein“ gemacht. Bis zur ersten Veröffentlichung in einem Verlag hat es dann noch rund 30 Jahre gedauert.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Ich wollte schon als Teenager Bücher schreiben. Einen Titel hatte ich schon: „Tingeltangel und andere Geschichten ohne Witz“. Aber zuhause hieß es: „Lern was Gscheits“. Also bin ich erst über einige – sehr interessante – Umwege hauptberuflich Autorin geworden. Apropos: Das Buch zu obigem Titel habe ich bis dato noch nicht geschrieben …

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Mehrere Kriminalromane (zuletzt: „Eine Leiche für Helene“, Gmeiner); Rätselkrimibände („Helene Kaiser ermittelt in Graz“, Gmeiner); mehrere Jahrgangsbände der Reihe „Kindheit und Jugend in Österreich“; historische Anekdotenbände (u.a. „Stadtplauderei – Graz“), Anthologien, Mitmach- und Förderbücher für Kinder, zahlreiche Kurzgeschichten, über 100 Rätselkrimis, Bühnenstücke … Bei Interesse bitte https://de.wikipedia.org/wiki/Ilona_Mayer-Zach bzw. http://www.imnetzwerk.at/buecher.html anklicken.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, selbstverständlich. Manchmal muss ich für ein einzelnes Wort mehrere Stunden nachforschen. Erst kürzlich habe ich zig Telefonate geführt, weil ich abklären musste, wie man „Grazer Schloßberg“ richtig schreibt – touristenfreundlich mit „ss“ bzw. traditionell mit „scharfem ß“. Man schreibt ihn übrigens mit „scharfem ß“, weil es sich um einen eingetragenen Eigennamen handelt.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich möchte seit Jahren meinen Laptop schnappen und im Kaffeehaus arbeiten. Oder auf einer Terrasse mit Blick aufs Meer ... Nichts hindert mich daran. Doch bis dato setze ich mich jeden Tag früh morgens an den Schreibtisch (wo auch immer) und dort bleibe ich dann picken. Aber vielleicht morgen?

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja. PC einschalten und in die Tasten klopfen ...

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

„Schöne Bescherung für Helene“, der zweite Band ist druckfertig und wird im Herbst 2016 bei Gmeiner erscheinen. Derzeit finalisiere ich „Tod und Tafelspitz“ (Wellhöfer): Eine Krimianthologie deren Herausgeberin ich bin – mit schrägen Geschichten und Rezepten ganz toller österreichischer Autoren. Sie wird im Mai 2016 erscheinen. Danach schau ma mal, was geschrieben werden möchte.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Es gibt sooo viele ... Dick Francis, F. Scott Fitzgerald, John Grisham, Ephraim Kishon, Erich Kästner, Arthur Schnitzler, Franz Kafka … um ein paar wenige von ganz ganz vielen zu nennen …

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Mein Lieblingsautor ist Dick Francis. Ich habe seine über 40 Bücher mehrfach gelesen und nehme sie immer wieder gern zur Hand. Ich mag seinen englischen Humor.

Was machst du gern in deiner Freizeit?

„Frei-Zeit“? Egal ob ich mit Familie und Freunden plaudere, irgendwo einen Weißen Spritzer genieße, eine Veranstaltung besuche, Musik höre – genaugenommen fällt alles, was ich tue, erlebe, sehe, von anderen höre, lese usw. unter „Recherche-Arbeit“ :). In der Oper, im Konzert, beim Training, am See, in der Straßenbahn, im Kaffeehaus, am Bauernmarkt, beim Kochen, Bootfahren… überall fliegen mir Geschichten zu.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Träume oder Wünsche an die Zukunft oder ans Universum hab ich keine mehr. Zu viele sind in Erfüllung gegangen und haben sich dann als doch nicht so optimal für mich herausgestellt.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Positives Feedback macht immer große Freude und spornt an. Konstruktive Kritik ist wertvoll, um andere Sichtweisen und Lösungsmöglichkeiten kennenzulernen. Ja, und sogar vernichtende Kritik hat etwas Gutes: der – meist anonyme – Gift versprühende Rezensent fühlt sich danach hoffentlich besser.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Oh ja! Ich danke Ihnen sehr, dass Sie aus Millionen von Büchern eines von mir ausgewählt haben und ihm Ihre Zeit und Ihr Interesse schenken! Hoffentlich kann ich Sie gut unterhalten und Ihnen vielleicht sogar den einen oder anderen Lacher entlocken.


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