Interview mit Reinhard Pelte

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Gerne.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Brotberuf ist Meteorologe und Ozeanograph. Er hat mich in der Welt herumgeführt (Amerika, Afrika, Arabien, Mittelmeer, Karibik). Jetzt lebe ich im Ruhestand. Ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder, bin Weinliebhaber und rauche hin und wieder eine gute Zigarre. Ich lebe seit 1964 mit Unterbrechungen (4 Jahre Portugal, 6 Jahre Niedersachsen) in Schleswig-Holstein.

Seit wann schreibst du?

Seit 2006.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen?

Ich war gezwungenermaßen Zeuge eines Gesprächs zwischen zwei Frauen. Je länger ich zuhörte desto stärker wurde der Wunsch mir auszumahlen, wie die Wortführerin unbemerkt aus der Welt bugsiert werden könnte. Den Wunsch habe ich mir in meinem ersten Kriminalroman Inselkoller erfüllt.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Ab 2008.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Der Reihe nach: Inselkoller(2009), Kielwasser (2010), Inselbeichte (2011), Tiefflug (2012), Mordsee (2013), Inselroulette (2014), Inselgötter (2016), alle im Gmeiner-Verlag. Kurzkrimis in den Anthologien Morden zwischen den Meeren (Schlaflos in Glücksburg), Pendragon 2010, Deichleichen (Nach Möglichkeit bitte wenden), KBV 2011, Mörderischer Erfindergeist (Nighthawks/Aficionados al Tabaco), Gmeiner 2011, Schöner Morden im Norden (Das Verhör), Pendragon 2012.

Einen Kulturführer durch unsere Heimat (66 Lieblingsplätze und 11 Köche, Zwischen Nord- und Ostsee, Gmeiner-Verlag 2011) habe ich zusammen mit meinem Sohn Moritz geschrieben.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja. Fast ein ganzes Leben lang.

Wo schreibst du am liebsten?

Am Laptop. In Ruhe.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Am liebsten schreibe ich, wenn es still ist. Nachts geschieht das öfter als am Tag.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich bin gerade dabei, einen neuen Helden zu erfinden. Er ist komplett anders als der alte aus den 7 Krimis davor. Er ist kein erfahrener Kriminalbeamter sondern ein junger Wissenschaftsreporter, der für ein bekanntes Nachrichtenmagazin arbeitet. Er glaubt einer weltweiten Verschwörung gegen eine vernünftige Klimapolitik auf die Spur gekommen zu sein. Mehr verrate ich nicht.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Das schwedische Autorenduo Sjöwall/Wahlöö, das in den siebziger Jahren mit ihren Krimis Aufsehen erregte, fasziniert mich noch heute. Ihre Romane siedeln nahe an der Wirklichkeit. Ihr Blick auf die Gesellschaft, deren immanente Kriminalität und die Polizeiarbeit war damals neu und überraschend. Was den Schreibstil anbelangt, habe ich keine Vorbilder. Schreiben ist Handwerk. Man muss üben, um Stil zu entwickeln.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Wie gesagt, alle Kriminalromane von Sjöwall/Wahlöö, die Ripley-Romane von Patricia Highsmith, die Wallander-Krimis von Henning Mankell und die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Gut essen, trinken und nichts tun.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Einen Traum? Nein, davon hatte ich schon zu viele. Einen Wunsch? Keinen, den ich mir selbst erfüllen könnte.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Es ginge zu weit, wenn ich behauptete, ich wäre süchtig danach. Aber die Reaktion der Leser ist das Allerwichtigste, egal ob ablehnend oder zustimmend. Es ist der einzige Weg, mehr über mich als Schreibenden und über sie als Lesende zu erfahren.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich würde sie gerne treffen, auf Lesungen, Krimifestivals oder in der Kneipe nebenan. Hinterher wäre ich schlauer, dessen bin ich mir sicher. Und sie vielleicht auch.


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