Interview mit Andrea Gerecke

© Karin Jakob

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin Andrea Gerecke, geboren und aufgewachsen in Berlin. Einige Jahrzehnte habe ich auch in der Hauptstadt verbracht, bis mein Mann und ich beschlossen, das Landleben zu bevorzugen. Seit 1999 wohnen wir im vorletzten Haus an einer Dorfstraße in NRW. Was den Beruf angeht, so bin ich Diplom-Journalistin und Fachreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - kann man beides auch für die Literatur sehr gut verwenden.

Seit wann schreibst du? 

Seit ich es gelernt und begriffen habe. Erste Gedichte entstanden schon in der Schulzeit. Da habe ich auch mal eines beim Rundfunk eingereicht, gleich einen der ersten Plätze belegt und mir gedacht: Super, so läuft das also als Autor... Später folgten dann neben der Lyrik auch zunächst meist kürzere Prosatexte.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Anfangs habe ich meine Kurzgeschichten gesammelt, bis es für eine Anthologie ausreichte und ich auf Verlagssuche ging. So erschien zuerst "Gelegentlich tödlich", Gutenachtgeschichten für Erwachsene. Dem schlossen sich dann "Warum nicht Mord?!" und "Ruhe unsanft" an - Fortsetzungen der Gutenachtgeschichten für die Großen.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Man lebt ja als Schriftsteller ziemlich introvertiert. Schreibt und schreibt und dann traut man sich irgendwann an die Öffentlichkeit, weil man gar nicht anders kann. Man braucht das Podium des Publikums. Ich würde mal das Jahr 2004 ansetzen wollen, in dem meine erste mörderische Kurzgeschichtensammlung herauskam.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Neben den drei schon genannten Kurzgeschichtensammlungen erschienen seit 2011 meine Minden-Krimis ("Mörderischer Feldzug", 2012 "Der Tote im Mittellandkanal", 2013 "Die Mühlen des Todes", 2014 "Tödliche Begegnung im Moor", 2015 "Finales Foul").

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Unbedingt. Vor allem jetzt bei den regionalen Krimis. Hier spielt ja alles vor Ort und sollte zumindest nachvollziehbar sein. Insofern nehme ich dann beispielsweise Kontakt mit den passenden Ansprechpartnern auf: Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke (Kommissariat und Pressestelle), Klinikum Minden (Pathologie), Kommunalarchiv Minden...

Wo schreibst du am liebsten?

An meinem häuslichen Schreibtisch, der von einer guten Freundin stammt, deren Großvater schon daran gearbeitet hat... Also ein charaktervolles Teil. Drehe ich meinen Kopf nach rechts, blicke ich aufs Weserbergland, das sich malerisch an den Horizont schmiegt - davor gern Grünspecht, Fasan, Reh, Hase oder unsere beiden Katzen Albert und Trudchen im Bild.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich verdiene mir meine Brötchen vorrangig mit dem Journalismus. Der diktiert mir mit den Redaktionsschlüssen der verschiedenen Zeitungen und Magazine die Zeiten. Außerdem bin ich in Sachen literarisches Netzwerken sehr aktiv, leite die Mindener Lesebühne an, organisiere Events (WeserLeser Literaturfestival in Minden, Hiller LiteraTour...). Das literarische Schreiben packe ich dazwischen. Eben auch dann, wenn mich die Muse küsst. Die hält sich ja nicht an feste Zeiten. Wobei ich auch hier die Abgabetermine beim Verlag im Griff haben muss.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Den 6. Fall meines Mindener Kommissars Alexander Rosenbaum. Wieder in einem neuen Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Vicco von Bülow, mit dem ich arbeiten durfte. Ich liebe seinen genialen Humor.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Kurzgeschichtensammlungen von Ingrid Noll, auch deren "Apothekerin" - ein wunderbares, hintersinniges Buch, das für meinen Geschmack bestens verfilmt wurde. Agatha Christie selbstverständlich! Mehr will ich gar nicht nennen, es soll sich ja keiner benachteiligt fühlen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Mit Gonzo, unserem Airedale-Terrier, unterwegs sein (der ist im Juni 2015 geboren, also noch äußerst unternehmungslustig). Gartenarbeit - Rasenmähen entspannt ja dermaßen ... Gute Freunde treffen und sich austauschen. Immer mal in Berlin vorbeischauen, weil wir da noch den berühmten Koffer haben!

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Weiter die Kraft, die Ideen und die Möglichkeiten für Texte zu haben, die auch veröffentlicht werden. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Außerordentlich. Inzwischen gibt es auch eine Fangemeinde in der Region, auf die ich regelmäßig treffe. Wenn es bei Lesungen dann auch ein Echo gibt, so ist das für mich unbedingt wichtig und hilfreich. Mein Partner Peter ist mein erster Zuhörer, dem ich Geschichten vorlese. Hat er kritische Punkte, dann muss ich unbedingt nacharbeiten...

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Alle mögen sich die Freude an Literatur bewahren, gerade auch in Zeiten, in denen das Lesen von Büchern manchmal in den Hintergrund zu rücken scheint ...


Kommentar schreiben

Kommentare: 0