Interview mit Anja Marschall

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin Spätzünderin, denn mein erstes Buch erschien erst vor vier Jahren, also, als ich das halbe Jahrhundert voll hatte. Ingrid Noll sagte kürzlich zu mir, dass ich in Wahrheit ein Küken gewesen sein, schließlich hätte sie noch später ihr erstes Buch herausgebracht. Zu meiner Person kann man sagen, dass ich aus dem Norden der Republik komme, Rotwein liebe und es für mich kaum etwas Schöneres gibt, als in meinem Arbeitszimmer zu sitzen und ein Buch zu schreiben. 

Seit wann schreibst du? 

Als Journalistin schon sehr laaaange. Als Autorin vier Jahre.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Da war diese Geschichte in meinem Kopf, die ich so spannend fand, dass ich sie unbedingt erzählen wollte. Doch ich war Anfängerin und hatte keine Ahnung davon, dass das Schreiben nicht nur Talent, sondern auch Handwerk ist. Und so ging die Zeit ins Land und plötzlich schrieben alle genau die Art von Krimi, den ich doch seit Ewigkeiten halbfertig in meiner Schublade hatte. Das war frustig, aber auch ein Ansporn. Und so dichtete ich mein Buch um, verlegte die Handlung vom 16. Jahrhundert ins 19. Jahrhundert, von England und den Tudors ins Deutsche Kaiserreich zu Wilhelm II. Und Voila! Da war mein Erstlingswerk "Fortunas Schatten".

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Als ich mein erstes Buch in Händen hielt. Da wusste ich, dass das Buchschreiben keine einmalige Sache sein würde.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

2012 "Fortunas Schatten", 1895, Spionage und Verrat in einer kleinen Stadt an der Elbe. Kapitän Hauke Sötje sucht einen Mörder und findet sein Leben und seine Liebe.

2013 "Das Erbe von Tanston Hall", ein Cornwall Krimi um zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Kate & Lunas erster Fall.

2014 "London Calling", Kate & Lunas zweiter Fall in der City of London

2014 "Das Geheimnis der Lady Audley", die übersetzung des aller ersten Krimibestseller, den eine Frau je schrieb, von 1864

2015 "Lizzis letzter Tango", eine 70jährige Hamburgerin wird gegen ihren Willen Detektivin und muss einen Mörder finden, wenn sie in der piekfeinen Seniorenresidenz bleiben will. 

2016 "Lizzi und die schweren Jungs", Lizzis zweiter Fall, dieses Mal ermittelt sie auf der Hamburger Reeperbahn.

2016 "Schleusengrab", Hauke Sötjes zweiter Fall, dieses Mal beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals 1895

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Oh ja!!!! Jedes Buch benötigt zwischen 2 und 9 Monaten Recherche.

Wo schreibst du am liebsten?

Ideen sammle ich überall. Schreiben am liebsten an meinem Arbeitsplatz, weil ich mich nur da wirklich konzentrieren kann.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Hinsetzen, Brille auf die Nase, Wärmekissen unter die Füße und einen heißen Kaffee neben die Tastatur.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Lizzi sucht einen neuen Mörder. Und Hauke sucht für Band drei einen netten Verlag. Mal sehen, wer von beiden das Rennen machen wird.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Jeder Autor, der mich beeindruckte. Jonas Lüscher, obwohl er überhaupt kein Krimiautor ist und nur ein Buch veröffentlicht hat. Gisa Pauly, weil sie auf so lockere Art, aber dennoch handwerklich so präzise schreibt. Sogar Hermann Hesse gehört zu meinem Lieblingen. Und der ist nun wirklich nicht jedermanns Sache. ;-)

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich habe keine wirklichen Lieblinge, weil ich mir dann die Chance auf Neues vertue. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Eigentlich habe ich keine Freizeit. Wenn ich nicht schreibe, dann habe ich meine Familie und das Haus. Das zusammen macht schon 25 Stunden am Tag aus. ;-)

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich hätte gerne einen Hund. So eine Mischung, mittelgroß, mit Charakter. Der darf dann meine Füße beim Schreiben wärmen. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Ich liebe Lob. Und das bekomme ich meistens. Wenn mal eine Kritik dabei ist, höre ich sie mir genau an und überlege, ob es eine Einzelmeinung ist (Geschmack) oder ob da Handwerklich an meinen Büchern etwas zu verbessern ist. Ich finde inhaltliche Kritik belebend. Sie bringt mich weiter. Trotzdem freut es mich mächtig, wenn Leute meine Bücher mögen. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Buchstaben sind die Krümel im Leben und Bücher die Torte. Genießt sie und gebt anderen davon großzügig ab!


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