Interview mit Christian Klinger

© Michele Agostinis 

Hallo erst mal und vielen Dank das du dir Zeit nimmst um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin eigentlich ein ganz normaler Typ, also nicht von der Sorte freakiger Autor, der für manche Anekdote gut ist. Geboren bin ich in Wien, wo auch meine Krimis bislang allesamt spielen.

Seit wann schreibst du?

Mein erster Roman wurde 2005 veröffentlicht, begonnen zu schreiben habe ich zwei, drei Jahre davor.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Eigentlich bin ich ja studierter Jurist. Vor und neben meinem Studium habe ich relativ viel und auch ernsthaft Musik gemacht (Am E-Bass). Ich war viel unterwegs und wir haben einige Platten im Studio produziert. Als dann die Berufswahl doch auf die Juristerei fiel, habe ich mich dann nur mehr auf mein Solo-Projekt („BassGewitter“) konzentrieren können. Nach Auflösung der Band fiel ich dann in ein „kreatives“ Loch. Mir ist es abgegangen mich neben dem Beruf mit etwas anderem als dem trockenen Rechtsstoff zu befassen. Irgendwann reifte der Beschluss in mir, einen Krimi schreiben zu wollen und ich besorgte mir einen Laptop, setzte mich auf meine Gartenterrasse und verfiel ein einen Schreibwahn, der über ein Jahr anhielt, bis das erste Manuskript fertig war.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Diese Idee hatte ich tatsächlich ab dem ersten Satz, den ich geschrieben hatte. Realistischer Weise muss ich aber mittlerweile einräumen, dass ich von meinem Schreiben kaum leben könnte, ich bezeichne mich daher oft als „Nebenerwerbsschriftsteller“.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Da gab es eben die Reihe um den Chefinspektor Alfons Seidenbast (“der österreichische Wallander“, Literaturhaus Wien) mit drei Romanen (Die Spur im Morgenrot, Tote Augen Lügen nicht, Codewort Odysseus) und aktuell eben die Krimis um meinen Privatermittler Marco Martin, der zunächst für die 5-Minuten Rätselkrimis in der „Sonntagspresse“ erfunden wurde. 2012 erschien mit „Winzertod“ der erste Roman, darauf folgte „GLeichenfeier“ und aktuell eben der „Bühnentod“. Dazwischen publizierte ich auch einen Roman, den man heute als Männerroman bezeichnen könnte („Das Don Juan Gen“). Ein witzige wie auch skurrile Geschichte um die Karriereträume eines von seiner Midlife-Crisis gebeutelten Familienvaters aus dem mittleren Managements eines Modeunternehmens.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ich habe beruflich viel mit dem Bau zu tun, da bietet sich einiges an (eingeflossen in „Tote Augen lügen nicht“ und „GLeichenfeier“), da kann ich aus der eigenen Wahrnehmung und Erfahrung schöpfen. Für eine Passage in „Codewort Odysseus“ war ich sogar im Gefängnis (allerdings freiwillig und ich durfte am Abend wieder nach Hause gehen). Sonst gibt es heute viele Quellen im Internet. Aber nach wie vor ist das Gespräch mit Spezialisten wichtig.

Wo schreibst du am liebsten?

Wo immer ich Zeit und Platz dazu finde. Ich habe sogar schon einen Kurzkrimi am Strand auf dem Handy geschrieben. Aber die Terrasse in meinem Garten ist schon so etwas wie ein „Kraftort“, an dem ich viele Ideen entwickeln kann.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja und nein. Manchmal arbeite ich ganz brav meine Skizzen aus, strukturiere Handlung, Zeitebene und Charaktere, beim nächsten Mal beginne ich ganz ohne Konzept aus einem einzelnen Bild heraus zu schreiben und entwerfe die Geschichte unmittelbar beim Erzählen.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ja, zur Zeit arbeite ich an einer Familiengeschichte, die stark autobiografische Züge haben wird. Im Sommer erscheint dann eine Sammlung einiger meiner Rätselkrimis im Gmeiner-Verlag.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Aus meinem unmittelbaren Umfeld würde ich sagen faszinieren mich Stefan Slupetzky, Andreas Pittler oder auch Bernhard Aichner. Jeder von ihnen hat seinen eigenen entwickelt, das ist es, was sie abhebt. Daran arbeite ich noch.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Das lustige Taschenbuch (Scherz) – also es kann passieren, dass ich im Sommer tatsächlich wie vor vierzig Jahren bei einem solchen lande. Neben den oben genannten, lese ich viele Autoren aus meinem Bekanntenkreis. In meiner Jugend stand unangefochten Hermann Hesse auf meinen Thron. Dem kann ich aber jetzt nicht mehr so viel abgewinnen. Ich blicke auch auf die zeitgenössische Literaturszene. zuletzt habe ich sehr gern auch den letzten Roman von J. Mayerhoff (Diese Lücke, ach diese entsetzliche Lücke) gelesen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Schreiben und lesen und im Sommer Mountainbiken (wie ja mein Held auch)

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Eine Zeit lang im Ausland zu leben.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Im positiven wie im negativen Sinn. Das ist notwendig, weil man will ja wissen: Was habe ich gut gemacht? Oder was kann ich besser machen?

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Bleiben Sie uns Autoren und ihrem Buchhändler treu.


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