Interview mit Wolfgang Haupt

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin in Salzburg geboren, 36 Jahre jung, Frau, Hund, Brotjob.

Kaffee mit Milch, Wasser, Bier.

Zu viel Fleisch, leichter Bio-Tick, Ökofuzzi in Ansätzen.

Ewiger Weltverbesserer, Gewaltgegner, Freizeitpsychoanalytiker.

Ich bin gerne allein, denke über viel zu viele Dinge nach.

Bewege mich mäßig, mal mehr mal weniger, leichtes Übergewicht. Also ein BMI der mich nicht die Augäpfel aus den Höhlen treibt. Dennoch sichtbare abdominelle Ausdehnung.

Sichtbare Tätowierungen, daneben an die fünfzig Narben, meist begründet durch tollpatschiges Verhalten.

Seit wann schreibst du?

Damit habe ich vor etwa fünf Jahren begonnen. Darüber hinaus bin ich ein begeisterter Leser geworden. Schuld daran ist das Fernsehprogramm. Weil ich das Gefühl habe, dass dort dieselben Geschichten wiedergekäut werden.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Eine typische Schnapsidee. Tatsächlich. Bei meiner Geburtstagsfeier (31) hatte ich den Einfall, "mal ein Buch zu schreiben". Das ist mir geblieben. Ab dem Zeitpunkt, etwa ein Jahr später, an dem ich beschloss, das Ganze ernsthaft zu betreiben.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Ich würde mich nicht als Autor bezeichnen. Natürlich ist das so, wenn man veröffentlicht hat, aber ich habe das Gefühl, dass Schreiben für mich einfach Passion ist und kein Beruf. Wenn das kommt, ist es ok, aber nicht mein Ziel. Eher ein frommer Wunsch. Mein Ziel ist es, die Geschichten zu erzählen, die ich erzählen will. Mich mit Themen zu befassen, die mich interessieren, nicht loslassen wollen. Ich finde das sehr ernüchternd, wenn sich Autoren dauernd mit Verkaufszahlen beschäftigen und weniger mit dem Schreiben selbst.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Der algerische Hirte, Midnight by Ullstein

Salziges Blut, Midnight by Ullstein

Die dunkle Talion, Books On Demand

Wortbildwechsel, Verlag Bibliothek der Provinz (ein Gemeinschaftsprojekt mit Autoren und Illustratoren)

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ohne Recherche geht es nicht. Für mein nächstes Buch liegen 1000 Seiten Material bereit. Ich hoffe, das reicht. Nicht, dass alles im Buch Platz findet, aber wenn man die Spitze des Eisbergs zeigt, sollte man seine Ausdehnung nach unten kennen.

Wenn ich als Leser das Gefühl habe, dass ein Buch schlecht recherchiert ist, verliert es sofort an Glaubwürdigkeit.

Also ja, Recherche ist unabdingbar und macht mir auch Spaß. Tatsächlich.

Wo schreibst du am liebsten?

In meiner Arbeit gibt es ein stilles Kämmerlein, wo ich auch an meinen freien Tagen hinfahre. Dort bin ich ungestört.

Das ist eigentlich Nummer zwei. Nummer eins ist der Zug. Ich liebe es, mit dem Zug zu reisen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Recherche, Biografien, Exposé, Szenenplan, Manuskript.

Ansonsten packe ich meinen Laptop ein und los geht's. Oder setze mich vor den PC. Irgendwie geht es immer vorwärts.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Aktuell suche ich einen Agenten für meinen Medical-Thriller. Es geht um den Verteilungskampf zwischen den Berufsgruppen, dem Bild, das die Menschen vom Krankenhaus haben. Dem das Innere nur teilweise gerecht wird. Und natürlich um einen fraglichen Mord, dessen Motiv ich nicht verraten kann. Ist ja fraglich.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ja, einige. Ross Thomas, Ken Bruen, James Lee Burke, aktuell Roger Smith, Dominique Manotti. Und viele mehr. Jeder Autor, der etwas macht im Kopf. Oft lese ich ein Buch und bekomme Ideen für die eigenen. Sei es die Sprache, der Stil, der Plot.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Glut und Asche von James Lee Burke war echt ein Highlight.

In der Finsternis von Sandrone Dazieri ebenfalls.

Auf der ewigen Bestenliste ganz oben steht Stefan Zweigs Schachnovelle. Ein Virtuose und obendrein Salzburger.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Momentan hat mich die Gitarre voll im Griff. Habe mir gerade eine neue "Axt" zugelegt. Ich spiele schon ewig mit stillen Phasen.

Motorradfahren ist auch so ein Thema, wenngleich das immer ruhiger wird. Da habe ich die wilden Zeiten schon erlebt.

Unser Hund natürlich. Der zwingt mich zum Hinausgehen. Gottseidank.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich habe das Thema Rockband ausgegraben. Nicht um berühmt zu werden. Um der Musik Willen. Das wäre doch was.

Zum Thema Schreiben wünsche ich mir einen Verlag, mit dem ich gut zusammenarbeiten kann, der an mich glaubt, mit dem ich einen größtmöglichen literarischen Output generieren kann.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Absolut wichtig. Wenngleich mir negative Bewertungen nicht mehr an die Nieren gehen. Mich freut es irrsinnig, wenn Leser sich auf ein neues Buch von mir freuen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Danke, dass ihr meine Geschichten lest. 


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