Interview mit Ernest Nyborg

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Sehr gerne: 

Ich lebe als Schriftsteller mit meiner Familie am Stadtrand von Wien. Nach meinem 

Studium - Musik und Literatur - arbeitete ich mehrere Jahre am Theater, wo ich 

literarische Stoffe für die Bühne adaptierte. Einige Jahre später begann ich dann 

auch beim Film. Als Drehbuchautor und Regisseur betreue ich seitdem Produktionen 

mit den Schwerpunkten Dokumentarfilm und Filmportrait. Daneben entstanden auch 

zwei Sachbücher.

In den letzten Jahren gab es jedoch eine verstärkte Hinwendung zur Belletristik 

und soeben ist mein dritter Polit-Thriller erschienen. 

Seit wann schreibst du? 

Eigentlich schon immer, denn begonnen habe ich vor dem Beginn meines Studiums mit 

Theaterprojekten, das setzte sich in den Drehbüchern und nun in den Romanen fort. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Wenn man über viele Jahre Drehbücher erarbeitet, die inhaltlich eine sehr knappe 

Form des Erzählens verlangen, liegt der Wunsch nach Geschichten mit mehr Facetten 

und einem breiteren Hintergrund nahe; das kann nur ein Buch leisten.  

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Bereits als Kind - schreiben und zeichnen waren seit ich denken kann meine großen 

Leidenschaften.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

In erster Linie sind hier die Thriller mit politischem Hintergrund zu nennen. Zur 

Zeit schreibe ich an einer Trilogie um eine junge Fernsehreporterin - ein Metier, 

in dem ich mich ja recht gut auskenne. Mit ihrem journalistischen Spürsinn für 

Storys, kommt sie verschiedenen Machenschaften auf die Spur, die bis in höchste 

politische Kreise reichen. Im ersten Teil, der voriges Jahr erschienen ist, geht 

es um den Tod von Lady Diana und im nun gerade erschienenen zweiten Teil um die 

Anschläge auf das World Trade Center in New York.

Vor der Trilogie gab es noch einen Roman mit dem Titel "Essenz des Todes", in dem 

es um die politischen Verwicklungen eines Pharmakonzerns geht. 

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, besonders deshalb da meine Bücher an Schauplätzen spielen, die ich auch als 

Autor sehr gerne besuche - der erste Thriller spielt zum Großteil auf Kreta und 

in Basel, die Trilogie ist hauptsächlich in Paris, London und Rom angesiedelt.  

Wo schreibst du am liebsten?

Am liebsten im Sommer im Garten hinter unserem Haus, sehr gerne aber auch unterwegs 

im Zug, im Flugzeug oder in Hotelhallen, wo dann mitunter eine dort erlebte Situation 

spontan in die Handlung miteinfließt oder Menschen, die ich unterwegs beobachte, 

sich in den Charakteren im Buch spiegeln.   

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, ich kann jederzeit und überall zum Täter werden.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Der finale Teil der Trilogie, an dem ich gerade zu schreiben begonnen habe. Dieser 

handelt von den Anschlägen auf die Londoner U-Bahn im Jahr 2005 und geht der Frage 

nach, wer damals möglicherweise in die Sache verwickelt war.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

In indirekter Form sicher viele, denn unser Wunsch zu schreiben entsteht ja zunächst 

durch lesen. Und nachdem ich seit meiner Kindheit ein Viel-Leser bin, sind in meinem 

Kopf auch ständig Gedanken, Geschichten oder Charaktere von anderen Autoren, die 

immer wieder Beschäftigungen mit Themen oder Stoffen auslösen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Da weiß ich nicht, wo ich anfangen soll, denn der Fokus ändert sich je nach Zeit 

und Befindlichkeit. Stellvertretend vielleicht einige meiner "All-Time-Standards":

In der Theaterliteratur ist es Shakespeare - ein Gigant im Bau von Figuren und in 

der Dramaturgie. Im Roman bringen für mich nur wenige die Stimmung einer Szenerie 

so auf den Punkt wie Cormac McCarthy oder Christoph Ransmayr. Und in seiner Art des 

beinahe fotografischen Erzählens mag ich Patrick Deville sehr. Im Moment lese ich 

die Krimis von Matti Rönkä - charmante "Roadmovies" durch die Seele Finnlands.

Ja und dann gibt es da noch den Huckleberry Finn von Mark Twain - schöner kann man 

über den Wunsch nach Freiheit und Abenteuer nicht erzählen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Eine Freitzeit, wie in anderen Berufen - also gar nicht an die Arbeit denken -, 

existiert beim Schreiben ja nicht, und das würde ich auch nicht haben wollen. 

Es macht mir einfach Spaß gedanklich neue Szenen durchzuspielen, mögliche Storys 

zu entwickeln oder mir Sachen zu notieren, die ich einmal verarbeiten möchte. 

Darauf möchte ich auch in einem sogenannten "Urlaub" nicht verzichten müssen. 

Als Ausgleich zum Schreiben reise ich sehr gerne, mache ausgedehnte Spaziergänge 

und besuche regelmäßig einen Fitnessclub. Daneben liebe ich es Musik zu hören, vor 

allem Klassik und Oper, und besuche gerne Ausstellungen und Museen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Da ich in meinem Leben dort angekommen bin, wo ich immer hinwollte, wünsche ich 

mir nur, dass es weiterhin so klappt wie bisher. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Bei den Krimis lese ich es stets mit großem Interesse, denn gerade in diesem Genre 

schreibt man ja für "seine" Leser.  

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ja, ich wünsche allen beste Unterhaltung und spannende Stunden mit meinen Romanen!


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