Interview mit Béla Bolten

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Sehr gerne!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich heiße Béla Bolten und bin … Da erschrecke ich selbst, aber es ist nicht zu leugnen: Ich werde in ein paar Wochen 59 Jahre jung. Ich lebe mit meiner Frau seit 17 Jahren im wunderschönen Konstanz am Bodensee. Geboren und aufgewachsen bin ich im münsterländischen Warendorf.

Seit wann schreibst du? 

Seit ich das erste Mal einen Stift in der Hand halten konnte. ;-)

Aber im Ernst: Ich habe schon während der Schulzeit für die Schülerzeitung gearbeitet und die eine oder andere Kurzgeschichte geschrieben. Während des Studiums (Geschichte und Philosophie) begann ich, Sachtexte zu schreiben und es erschien bald auch ein historisches Sachbuch. Auch als ich später im Tourismus arbeitete, habe ich mich immer gefreut, wenn ich an Broschüren oder Pressetexten mitarbeiten durfte.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

2003 habe ich mich als Ghostwriter selbstständig gemacht. Mich interessierten schon immer die Lebensgeschichten von Menschen als lebendiger Teil unserer Geschichte. Mit meinem Autobiografieservice habe ich bis jetzt Dutzenden Frauen und Männern helfen können, ihre Biografie festzuhalten.

Als Ausgleich zu diesem biografischen Schreiben habe ich begonnen,  Krimis zu schreiben. Inzwischen ist das mein Hauptberuf.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Der Traum existierte schon lange, aber wie das mit Träumen so ist: Man denkt gelegentlich darüber nach und kümmert sich derweil um die alltäglichen Dinge. Zum Glück hatte ich eines Tages den Mut und habe mich entschieden, professionell zu schreiben. Ich habe es bis heute keine Sekunde bereut.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich schreibe drei Krimireihen.

Die Krimis um die Ermittler Bettina Berg und Alexander Thal spielen in meiner Heimatstadt Konstanz. Bisher sind zehn Romane erschienen, die aber alle in sich abgeschlossen sind und einzeln gelesen werden können. Wer also möchte, kann gerne mit dem jüngsten, gerade erschienenen Fall „Der Memorymann“ beginnen.

Die zweite Reihe spielt in Münster, wo Jule Haller und Leo Liebig eine Alibiagentur betreiben. Sie geraten dabei immer wieder in gefährliche Abenteuer.

Die dritte Reihe um den Kriminalkommissar Axel Daut spielt im Berlin des Zweiten Weltkriegs. Bisher sind zwei Bände erschienen („Codewort Rothenburg“ und „Der Aufbewarier“). Wenn ich Zeit finde, werde ich die Reihe fortsetzen.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Für Krimis und Thriller muss man immer recherchieren, sie sollen ja in den wichtigen Fakten stimmen. Da gilt es vieles zu überprüfen, Fachbücher über Psychopathen zu lesen, sich mit Waffenkunde und Kriminaltechnik zu beschäftigen oder einen Rechtsmediziner zu befragen.

Am meisten muss ich natürlich für meine zeithistorischen Krimis recherchieren.

Wo schreibst du am liebsten?

Das Beste am Beruf des Schriftstellers ist, dass er ihn überall auf der Welt ausüben kann. So bin ich eine Art digitaler Freizeitnomade und stelle meinen Schreibtisch immer wieder an anderen, spannenden Orten auf. Zuletzt war ich zwei Monate auf Bali, mal schauen, wo es mich als nächstes hintreibt.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich halte feste Arbeitszeiten ein und ich setze mir jeden Tag ein festes Ziel, wie viel ich schreiben möchte. Schlendrian kann man sich als hauptberuflicher Autor einfach nicht leisten.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Mein neuester Krimi „Der Memorymann“ ist ja gerade erst erschienen. Ich bin also im Moment in der Phase, in der ich Luft hole und mich auf ein neues Projekt einstimme. Damit beginne ich nach Ostern. Natürlich wird es ein Krimi. Zum Inhalt möchte ich noch nichts sagen, nur so viel: Es geht um verschwundene Kinder, die plötzlich und anscheinend unversehrt wieder auftauchen. Doch eines Tages ...

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Nicht direkt beeinflusst, aber Ian Rankins Krimireihe um Inspector Rebus inspiriert mich immer aufs Neue.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ian Rankin hatte ich schon genannt. Aber es gibt natürlich unzählige weitere. Hier die Fünf Bücher, die mich in meinem bisherigen Leben am meisten beeindruckt haben:

James Krüss: Tim Thaler und das verkaufte Lachen

Anna Seghers: Das siebte Kreuz

Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley

James A. Michener: Die Kinder von Torremolinos

Edgar Hilsenrath: Der Nazi und der Friseur

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Gut essen, dazu einen guten Rotwein trinken und danach einen schottischen Maltwhisky genießen. Reisen in jeder Form (zu Lande, zu Wasser, in der Luft). Und lesen natürlich.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben, damit meine Frau und ich dieses wundervolle Nomadenleben weiterführen können. Und irgendwann fahren wir mal in die Antarktis. Man wird ja noch träumen dürfen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr, sehr wichtig. Das schönste am Schreiben ist, wenn Leser einem direkt sagen, was ihnen an einer Geschichte gefallen hat und was nicht. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Genießt das Leben! Und denkt daran: nichts ist schöner als der Schauer, den einem ein Verbrechen über den Rücken jagt – vorausgesetzt, man ist in eine warme Decke gekuschelt, hat neben sich ein Glas Whisky (wahlweise auch Wein, Bier, Kaffee oder Tee) und der Mord passiert in einem Buch.


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