Interview mit Sören Prescher

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Ich habe zu danken. Für dein Interesse an meinen Geschichten und mir.

- Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Sören Prescher, ich bin 37 Jahre alt (oder jung – je nach dem) und wohne mit meiner Frau und unseren Kindern in Nürnberg. Aufgewachsen und zur Schule gegangen bin ich in der Oberlausitz, wohne dort allerdings seit kurz nach der Jahrtausendwende nicht mehr. Ich bin ein leidenschaftlicher Fan und Verfechter guter Musik (hüstel …), guter Filme und guter Bücher. Ach, und ich liebe Weingummis.

Seit wann schreibst du?

Eigentlich schon seit meiner Kindheit. Zuerst nur im Deutschunterricht, in meiner Jugend wurde mir dann aber klar, dass mir das Schreiben gefällt und ich habe mich auch in meiner Freizeit hingesetzt. Was natürlich nicht immer einfach war. Als Teenager hat man eben auch noch zig andere Sachen im Kopf.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen?

Streng genommen war es die Verfilmung von Stephen Kings Roman „Es“, die ich im Alter von 14 oder 15 gesehen habe. Die Geschichte hat mich dermaßen fasziniert, dass ich mir nicht nur sofort den Roman dazu zugelegt hatte, sondern für mich danach auch feststand, dass ich ebenfalls Bücher schreiben möchte. Zunächst habe ich an ein paar Kurzgeschichten und Gedichten getüftelt, dann aber recht bald gemerkt, dass mich lange Erzählungen deutlich mehr reizen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Anthologiebeiträge lasse ich jetzt mal außen vor. Mein erster Roman war „Der letzte Sommer“, der 2004 im Lacrima Verlag erschien. Leider existierte der Verlag nicht besonders lang, sodass gerademal eine Handvoll Exemplare des Buchs verkauft wurden.

Danach folgten das Psycho-Drama „Superior“(2008, Brendle-Verlag), der Militärthriller „Der Fall Nemesis“ (2010, Voodoo Press Verlag) und (der gemeinsam mit Tobias Bachmann verfasste) phantastische Kriminalroman „Sherlock Holmes taucht ab“, im Fabylon Verlag (2012). Da mir das viktorianische Zeitalter von Holmes so gut gefiel, habe ich gleich noch einen Roman über diese Epoche geschrieben: Das Steampunk-Abenteuer „Der Flug der Archimedes“ (ebenfalls bei Fabylon erschien).

Die Zusammenarbeit mit Tobias hatte mich allerdings auf den Geschmack gebracht, sodass ich danach mit Silke Porath die Kurzkrimi-Sammlungen „Wer mordet schon zwischen Alb und Donau?“ und „Wer mordet schon in der Oberlausitz?“ herausbrachte. Dieses Jahr folgte dazu noch der lustige Krimi „Klosterkeller“.

Keine Sorge, das war noch nicht alles. Bei Rouven Finn habe ich den zweiteiligen Mysteryroman „Marty“ herausgebracht, bei Gmeiner erschien der in Nürnberg spielende eBook-Krimi „Verhängnisvolle Freundschaft“ und bei Oldigor die Liebesgeschichte „Momentaufnahme“.

Habe ich was vergessen? Ja, meinen aktuellen Roman „Raststopp“, einen packenden Thriller, der vor kurzem im Bookshouse Verlag herausgekommen ist.

Puh … es ist gar nicht so leicht, bei all den Veröffentlichungen den Überblick zu behalten.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Natürlich. Bei praktisch jedem meiner Romane gibt es Punkte, die ich so nicht aus dem Stehgreif weiß bzw. wusste. Zum Beispiel Orte in der USA, die Hierarchie im Militär, das Verhalten von Geistern oder das Leben im London Ende des 19. Jahrhunderts.

In der Hinsicht bin ich auch recht akribisch und hake lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nach.

Wo schreibst du am liebsten?

Hauptsächlich in meinem Arbeitszimmer im Keller. Da habe ich meine Ruhe und kann bei Bedarf gern auch mal die Musik aufdrehen. Aber auch im Wohnzimmer, mit dem Laptop auf dem Schoß, während der Autofahrten an roten Ampeln und selbst auf dem Kinderspielplatz zücke ich schon mal den Notizblock und kritzele mir einige Dialoge und Szenenabläufe auf.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Normalerweise läuft es so ab, dass ich mir vor dem Weiterschreiben erst mal das durchlese und korrigiere, was ich beim letzten Mal verfasst habe. Das hilft mir außerdem, um gleich wieder richtig in die Geschichte einzusteigen. Aus dem Grund höre ich beim Schreiben auch gern mal mitten in einem Kapitel auf. Da kann ich beim nächsten Mal dort gleich wieder ansetzen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Es ist ein düsterer Horror-Thriller mit Noir-Elementen, der nächstes Jahr im Luzifer Verlag erscheinen soll. Darauf freue ich mich schon sehr.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Da gibt es mehrere. Allem voran natürlich Stephen King. Aber auch F. Paul Wilson, Wolfgang Hohlbein, Andreas Eschbach und Karl May haben ihr Scherflein beigetragen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Puh … wo soll ich da anfangen? Stephen Kings „Es“ gehört dazu, außerdem „Tom Sawyers Abenteuer“ von Mark Twain, die Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle, der „Repairman Jack“-Zyklus von F. Paul Wilson, die „Blaue Rose“-Geschichten von Peter Straub und die „Hexer von Salem“-Saga von Wolfgang Hohlbein. Hmmh … da fällt mir auf, dass ich offenbar ein Serienfan bin.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Freizeit, was ist das? Neben der Schreiberei und der Zeit für die Familie bleibt nicht mehr viel übrig. Deshalb genieße ich es umso mehr, ein gutes Buch zu lesen, eine tolle CD zu hören, ein paar Streaming-Serien (wie „Daredevil“ oder „Person of Interest“) zu schauen oder dann und wann ins Kino zu gehen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich würde gern irgendwann hauptberuflich als Autor arbeiten können. So zwei, drei Romane pro Jahr wären durchaus zu schaffen. Bei einer Verfilmung meiner Bücher würde ich ebenfalls nicht nein sagen. Aber prinzipiell bin ich schon froh, wenn jeder aus meiner Familie gesund ist.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Es ist ein tolles Gefühl, jemanden mit Geschichten begeistern zu können. Ihn mitfiebern, mitleiden und mitlachen lassen zu können. Deshalb freue ich mich über jede E-Mail und jede Facebook-Nachricht von einem Leser, über jede Buchkritik und jede Leserunde. Es ist mir wichtig, mit den Lesern im Kontakt zu bleiben. Dadurch bekomme ich auch ein gutes Gespür dafür, was ihnen gefallen hat und was weniger. Deshalb sind auch Lesungen immer eine recht spannende Sache.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Vielen Dank, dass ihr euch für meine Bücher entschieden habt. Ihr dürft mich gerne wissen lassen, ob und wie euch die Geschichten gefallen haben. Ich hoffe, wir lesen uns wieder!

Und nochmals vielen Dank an dich, Bianca, dass du mich für deinen Blog interviewen wolltest.


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