Interview mit Natascha Manski

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Aber gerne. Ich bin in Nordenham in der Wesermarsch aufgewachsen, habe Politik Geschichte und Anglistik in Köln und Cambridge studiert, anschließend ein Volontariat bei einer Zeitung gemacht und dann mehrere Jahre als Redakteurin gearbeitet. Heute bin ich als Pressesprecherin tätig und schreibe Bücher – beides mache ich sehr gerne!

Seit wann schreibst du?

Ich habe das große Glück, schreibend meinen Unterhalt zu verdienen – erst als Journalistin und seit einigen Jahren als Pressesprecherin. Das ist wunderbar, und die Buchveröffentlichungen sind quasi wie der Klecks Schlagsahne auf der Erdbeertorte. Meinen ersten Kurzgeschichtenband habe ich 2007 veröffentlicht, mein zweiter folgte zwei Jahre später und danach habe ich mich für die „Langstrecke“ interessiert – einen Roman.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Als ich noch als Journalistin gearbeitet habe, habe ich so viele Geschichten erfahren, spannende Menschen kennen gelernt und interessante Orte entdeckt, dass es unmöglich war, alles in Artikeln unterzubringen. Außerdem sind der Phantasie Grenzen gesetzt – logischerweise, denn alle Texte basieren auf Tatsachen. Irgendwann habe ich angefangen, diese Dinge in Kurzgeschichten zu verpacken. Und das hat so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Sagen wir mal so: Ich wusste sehr früh, dass ich am liebsten mit Wörtern arbeite und alles rund um das Thema Kommunikation spannend finde. Deshalb freue ich mich wie Bolle, dass ich mit meinem Beruf genau das mache, was mir am meisten Spaß macht. Die Tätigkeit als Autorin ist hier eine wunderbare Ergänzung – ein perfekter Spielplatz für eine „Wortarbeiterin“ mit einer lebhaften Phantasie.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Mit „Fanggründe“ und „Seebestattung“ sind zwei Kriminalromane erschienen. Außerdem habe ich zwei Kurzgeschichtenbände veröffentlicht, und in einigen Anthologien sind Kurzkrimis von mir erschienen.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, eine Menge – und es ist mit der beste Teil am Schreiben! Ich finde es toll, Menschen Fragen zu stellen, unbekannte Orte zu erforschen und Hintergründe zu erfahren, zu denen man sonst keinen Zugang hat. Vielleicht ist das noch die Journalistin in mir?

Für die Krimis habe ich mir unter anderem einen Obduktionssaal abgeschaut, mit dem LKA telefoniert, war zu Besuch im Polizeipräsidium, habe ein Rettungsboot der DGzRS erkundet und erhielt eine Führung durch ein biologisches Institut. Die besten Ideen habe ich unterwegs während der Recherche – nicht zuhause alleine am Schreibtisch.

Wo schreibst du am liebsten?

Am Schreibtisch vor dem Fenster – entweder mit Blick aufs Wasser (klappt nicht immer) oder zumindest auf etwas Nettes wie einen Baum (klappt meistens).

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wenn ich schreibe, starte ich immer damit, die geschriebenen Seiten des Vortages zu lesen. So bin ich zum einen direkt in der Geschichte drin und kann den Text überarbeiten, Fehler verbessern und Formulierungen anpassen. Danach schreibe ich etwa fünf bis sieben Seiten, drucke das Ganze aus und lege sie für den nächsten Tag auf den Schreibtisch.

Wenn ich Recherchetermine habe, lege ich sie meist so, dass eine ganze Tour daraus wird – da meine Krimis an der Küste spielen und ich in Hannover wohne, macht das Sinn.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Aktuell kann ich mir eine kleine Pause vom Krimi vorstellen und bastle an einem kleinen Projekt, das aber noch nicht konkret ist. Mal schauen, ob es klappt!

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Da gibt es viele – zu viele, um sie alle zu nennen. Generell mag ich handlungsorientierte Geschichten, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden. Bevor ich einen Roman geschrieben habe, habe ich viele Bücher zum Thema gelesen und auch Seminare besucht. Das Schreiben ist Handwerk, und man kann es lernen! Sicherlich gibt es auch einige (wenige) Autoren, die von der Muse geküsst werden und direkt ein ganz tolles Buch schreiben. Zu diesen Menschen gehöre ich jedoch eindeutig nicht – ich hätte ohne die Fachliteratur und die tollen Seminare keinen Roman veröffentlichen können.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Auch hier kann ich schwer eine Auswahl treffen. Deshalb nenne ich lieber mein allererstes und mein jüngstes Lieblingsbuch: „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle und „Das Lavendelzimmer“ von Nina George.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Reisen, Fotografieren, Segeln, Stand-up-Paddlen, mit Freunden treffen und natürlich – Lesen!

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Hm, wenn mir zu dieser Frage nicht direkt etwas einfällt, ist das dann ein gutes oder schlechtes Zeichen? Ich glaube, ich bin gerade ganz happy – so kann es gerne weitergehen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Deshalb finde ich Lesungen toll und beantworte gerne alle Fragen rund um die Schreiberei. Was gibt es Schöneres, als mit Lesern über Figuren zu schnacken, die man sich selbst ausgedacht hat?

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ja, und zwar: Macht weiter so!

Stöbert in Buchhandlungen, lest Nächte durch, rätselt, wer der Mörder ist, freut euch über eine tolle Geschichte und leidet mit den Figuren, wenn es für sie nicht rund läuft. Lesen ist eine der schönsten Tätigkeiten, die einen das ganze Leben lang begleiten!  


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