Interview mit Andreas Schmidt

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Gern, ich freu mich, dass ich mich bei euch vorstellen darf.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Andreas Schmidt, geboren im Jahr der ersten Mondlandung - wenn es sie denn gab, lebe ich in Wuppertal, einer Stadt mit rund 350.000 Einwohnern, 50 Kilometer nördlich von Köln und berühmt durch die Schwebebahn. Hier lebe und arbeite ich, wenn ich nicht gerade auf einer Leserreise unterwegs bin.

Seit wann schreibst du?

Eigentlich seit meiner Jugend. Geschichten zu erzählen, hat mich schon als Kind fasziniert. Die vorübergehende Phase der Jugend, fiktive Abenteuer zu Papier zu bringen, hat bei mir, im Gegensatz zu vielen Freunden und Klassenkameraden, nicht nachgelassen. Und so schreibe ich noch heute ;-)

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Über meine Geschichten, die immer länger wurden. Erst waren es Kurzgeschichten, dann Heftromane, also ein Textumfang von gut hundert Manuskriptseiten, und irgendwann waren es halt Bücher mit zwei-, dreihundert Seiten.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Den Wunsch hatte ich schon früh. Aber erst die Pflicht, dann die Kür. Nach einer klassischen Ausbildung im Handwerk absolvierte ich verschiedene Stationen im Berufsleben. Hauptberuflich bin ich seit 2009 Autor und Journalist.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Kriminalromane. Das Genre fasziniert mich. Der Krimi ist so schön facettenreich – man kann eine Liebesgeschichte in die Handlung einbetten, man kann von Schicksalen erzählen und von Menschen aus dem Alltag. Dazu gehört auch, dass ich den Leser mit auf eine Reise nehme, die auf den tiefsten Punkt der menschlichen Seele führt.

Wann ist ein Mensch bereit, einen Mord zu begehen?

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Aber natürlich. Heute wird es uns ja leicht gemacht – mit Google Earth und Co. ist man vom Schreibtisch aus schnell an jedem Platz der Welt. Diese Technik nutze ich ehrlich gesagt selten. Um eine Örtlichkeit, eine Region zu beschreiben, muss ich sie kennen. Deshalb gehören Reisen immer wieder zu meinem Berufsbild. Ich denke, nur wenn man eine Örtlichkeit erlebt hat, kann man sie authentisch beschreiben. Ich nenne das immer „Stallgeruch“. Geräusche, Düfte, die Atmosphäre einzufangen macht eine im Roman erst lebendig.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich bin da flexibel. Den Großteil der Zeit verbringe ich natürlich am heimischen Schreibtisch. Aber mit dem Laptop bin ich in der Lage, überall zu arbeiten - und das nutze ich gern und oft.

Übrigens auch im Strandkorb, der im heimischen Garten steht.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, eigentlich nicht. Früher habe ich mir eine Kerze angezündet, Musik gehört, ein Glas Wein getrunken. Meine Geschichten kann ich inzwischen auch ohne die Rituale aufschreiben. Ich brauche dazu nur einen freien Kopf, dann sprudeln die Ideen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Gleich zwei. Im Herbst erscheint mein neuer Krimi „Blutiges Vergessen“ im Verlag CW Niemeyer. Er soll auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert werden, danach geht es auf Lesereise.

Im Frühjahr 2017 wird mein neuer Küstenkrimi erscheinen. Schauplätze sind wieder Husum, die graue Stadt am Meer, und Sylt.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Da gab es zu meiner Anfangszeit sicherlich ganz viele. Aber im Laufe der Zeit erfindet man sich als Autor selber neu, und das ist gut so. Einige Kollegen neigen dazu, ihre großen Vorbilder zu kopieren. Das versuche ich zu vermeiden, indem ich meinen eigenen Stil immer weiter ausbaue und permanent an mir arbeite.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Schwere Frage (lacht). Eigentlich lese ich deutsche Krimis von vielen Kollegen. Einer meiner großen Meister ist freilich Klaus Peter Wolf. Inzwischen sind wir gute Freunde geworden, und es wäre gelogen zu sagen, dass ich nicht viel von ihm gelernt habe.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich verbringe die Zeit mit meinen Kindern, fahre endlich wieder Mountainbike – das kann man bei uns im Bergischen Land wunderbar – und ich gehe mit den beiden Hunden spazieren. Indem ich mich an der frischen Luft aufhalte, tanke ich meine Kreativ-Akkus auf und kann danach am Schreibtisch wieder durchstarten.

Dass ich eine Vorliebe fürs Meer habe, muss ich nach drei Küstenkrimis nicht erwähnen, oder (lacht)?

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Das ist nicht leicht. Eigentlich bin ich glücklich mit meinem Leben. Berufsbedingt träume ich den Traum, den jeden Schriftsteller hat: Einmal im Leben einen Bestseller zu schreiben.

Ansonsten... tja... die Klassiker: Gesundheit und ein langes Leben.

Später werde ich vielleicht mal mit meiner Familie an der Küste wohnen können. Aber das dauert sicher noch ein wenig.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr, sehr wichtig. Der Beruf des Schriftstellers an sich ist sehr einsam: Man sitzt im stillen Kämmerlein und schreibt vor sich hin, während man in jedem anderen Beruf Lob oder Schelte von den Kollegen oder vom Chef bekommt.

Auf Buchmessen und Lesungen ist das ganz anders - hier habe ich die Gelegenheit, mit meinen Lesern in Kontakt zu treten. Ich mag das sehr. Wir tauschen uns aus und führen intensive Gespräche. Kontakt halten kann man heute ja auch über die sozialen Netzwerke. Das ist gut so, wenn man es sinnvoll betreibt. Ich denke, ich habe auch „online“ einen guten Draht zu den Lesern und Leserinnen meiner Bücher.

Umso schöner ist es dann natürlich, wenn man sich auf einer Veranstaltung mal persönlich kennenlernen kann. So ist schon die eine oder andere Freundschaft entstanden.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Den Dank kann ich erwidern. Apropos Dank: Den treuen Lesern meiner Bücher danke ich. Für die jahrelange Treue und die daraus entstandenen netten Kontakte. Der beste Autor taugt halt nichts ohne seine Leser. Und ich freue mich, dass sie mir so lange schon die Stange halten!


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