Interview mit Heidrun Bücker

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Da gibt es nicht viel zu berichten. Mein Mann und ich studierten in grauer Vorzeit Architektur. Damals waren studierten Mädchen selten, sie absolvierten eine Lehre. Der Beruf des Architekten, immerhin damals fast ein reiner Männerberuf, wurde nur von wenigen Frauen ausgeübt.

Während des Studiums waren wir nur mit drei Frauen bei den Vorlesungen.

Mittlerweile bin ich im Ruhestand, helfe ab und zu im Büro aus, das mittlerweile unsere Töchter übernommen haben.

Der Beruf erfordert Durchsetzungsvermögen, sonst ist man in dieser reinen Männerwelt verloren. Das ist auch der Grund, warum starke Frauen meine Bücher prägen.

Vor allem in orientalisch geprägten Ländern, wie Abu Dhabi, wo ich einige Zeit lebte und arbeitete, musste man sich als Frau durchsetzen können. Das geht nur mit einem exzellenten Fachwissen und einem energischen Auftreten – all das findet man in meinen Büchern wieder.

Meine Protagonistinnen sind keine lieben Mädels, die in den Himmel kommen, meine Damen sind auch böse, schlagen zurück und - kommen überall hin.

Es ist einfach toll, Bösewichte auszuschalten, mit nicht ganz legalen Mitteln, wohlwissend, ich werde nicht bestraft, wenn ich die Waffe ziehe und wild um mich schieße…..

Wichtig ist mir Frauenpower – wir Mädels sind nicht nur kreischende Blondinchen, nein, wir können auch zurückschlagen.

Seit wann schreibst du?

Seit gut zehn Jahren schreibe ich kontinuierlich. Was als Hobby begann, artet mittlerweile in Arbeit aus, aber – es macht Spaß.

Geschrieben habe ich bereits als 14- jährige. Diese ersten Kapitel von damals habe ich in meinem dritten Buch „Verschwunden“ untergebracht.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ausschlaggebend für mein erstes Buch war ein berufliches Erlebnis in Abu Dhabi. Wir, und noch zwei weitere Büros aus Deutschland sind in den Emiraten einem deutschen Betrüger in die Hände gefallen. Die Erlebnisse schrieb ich für die Staatsanwaltschaft nieder.

Immer wieder stellte ich mir vor, wie man hätte agieren können, wenn man von den Gaunereien etwas geahnt hätte.

Als ich zum wiederholten Male den Bericht las, dachte ich, noch ein paar Kleinigkeiten hinzufügen und es ist ein Krimi.

Gesagt, getan. Mein erstes Buch „Jumping Jack“ ist so entstanden.

Allerdings wartete ich, bevor ich das Manuskript einem Verlag anbot, bis die Gerichtsverhandlungen vorbei waren. Es dauerte, bis ich endlich einen Verlag gefunden hatte.

Im Jahre 2009 erschien das Buch. Sämtliche Namen der betroffenen Personen wurden geändert.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Wenn man es genau nimmt, fing ich als 14- Jährige an, die ersten Krimis zu schreiben. Es war damals schon mein Wunsch, Bücher zu schreiben. Aber es schien eine brotlose Kunst. Also beschloss ich, etwas handfestes zu lernen.

Während meiner Ausbildung, des Studiums und meiner Berufstätigkeit fehlte mir die Zeit.

Aber nun, nachdem ich im Ruhestand bin, brauchen meine kleinen grauen Gehirnzellen etwas zu tun.

Es ist mittlerweile zur Sucht geworden. Ich schreibe, sobald ich einige Minuten erübrigen kann und das nun schon seit sieben Jahren. Inzwischen ist es mehr als nur ein Hobby.

Die Ideen sind mir bislang nicht ausgegangen. Im Gegenteil, je mehr ich schreibe, je mehr Ideen habe ich.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Mittlerweile sind es acht Bücher, die veröffentlicht wurden:

„Jumping Jack“ erschien als erstes Buch, mit den Erlebnissen aus Abu Dhabi, im Jahre 2009

„Go down - Lauras Rache“ erschien 2010.

„Verschwunden“, in diesem Buch aus dem Jahre 2010 sind einzelne Kapitel enthalten, die ich als 14 – jährige geschrieben habe.

„Spiel, Satz und Sieg – für die Dame“ erschien 2011 – eine Frau sucht die Mörder ihrer Familie

„Der kalte Hauch der Rache“ aus dem Jahre 2012 ist die Fortsetzung von „Spiel, Satz und Sieg – für die Dame“, aber in sich abgeschlossen

„Wenn der Morgen kommt“ Orient pur gab es 2013. Elena, meine Juwelendiebin kämpft ums Überleben

„Gnadenlos“ hat es 2014 gnadenlos bis an die Spitze der E-Book Hitliste geschafft. Hierbei geht es um Gewalt gegen Frauen

„Tanz mit dem Teufel“ erschien im März 2016, diesmal spürt meine Protagonistin Brenda eine Bande auf, die Organhandel betreibt und dabei über Leichen geht

Die letzten 6 Bücher gibt es auch als E-Books.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Teilweise. Ich verwende mein Fachwissen und informiere mich im Internet.

Meine Bücher spielen an Orten und in Ländern, die ich alle bereist habe. Immer wieder gibt es Abstecher in den Orient.

Für meine Manuskripte recherchiere ich vor Ort. Mein nächstes Buch, „Verlorene Spur“ ist fast fertig. Die Handlung beginnt in Ägypten, Luxor. Von dort aus geht es nach Deutschland und wieder zurück zur West Bank. Im März letzten Jahres habe ich begonnen: auf dem Nil! So hatte ich die Möglichkeit, die Empfindungen und Gefühle meiner Protagonistin genau wiederzugeben, die Umgebung zu beschreiben um die Eindrücke an die Leser weiterzugeben.

Wo schreibst du am liebsten?

Ruhe finde ich nur nachts. Vermerke mache ich mir den ganzen Tag über, aber diese Notizen bringe ich erst in der Einsamkeit der Nacht zu Papier, oder wie man es heute sagen kann: in den Computer.

Meine ersten Manuskripte, aus den Jahren 1967, 68 und 69, tippte ich noch mit einer Schreibmaschine.

Hast du ein festes Schreibritual?

Ich schreibe, wenn ich Zeit habe – meist nachts. Allerdings notiere ich mir zwischendurch immer wieder Episode, Gedanken oder Ideen, die ich im aktuellen oder einem anderen Buch unterbringen möchte.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Zeitweise schreibe ich an zwei oder drei Büchern gleichzeitig.

Mein neuntes Buch „Verlorene Spur“ ist fertig und muss nun überarbeitet werden.

Kurz zum Inhalt: Eine Frau verliert bei einem Attentat auf ihre Familie, die sich in einem Zeugenschutzprogramm befand, ihr Gedächtnis. Ihr Mann wird ermordet, sie und ihr Sohn, 10 Monate, überleben.

Diese Amnesie dauert siebzehn Jahre an. Durch einen Zufall findet sie ihre Erinnerungen wieder und ist geschockt. Nichts was man ihr damals über das Attentat und ihre Vergangenheit erzählt hatte, stimmt. Die Gefahr ist immer noch da.

Ein weiteres Buch „Erbarmungslos“ steht in den Grundzügen. Die ersten Kapitel sind geschrieben. Diesmal geht es um Begebenheiten aus meinem Berufsleben. Immer wieder musste ich im Laufe der Jahre feststellen, wie ungerecht es in deutschen Gerichten zugeht, weil Richter nicht über das erforderliche Fachwissen verfügen.

Ich werde in diesem Buch eine Zusammenfassung der Urteile und Begründungen beschreiben, die auf Tatsachen beruhen. Natürlich kommt eine knallharte Verschwörung hinzu – die zwar nichts mit der Realität zu tun hat, aber doch in diesem Umfang hätte geschehen können.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Da gibt es mehrere Autoren. Die alle aufzuzählen….

Mehr als 3000 Bücher stehen in meinen Regalen… ich habe sie alle gelesen. Manche waren atemberaubend spannend, andere dienten als Schlaftablette.

Agatha Christie ist eine meiner Lieblingsautoren, dann sind da noch Karen Rose, Jilliane Hoffmann, Joy Fielding… und viele andere.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Die alle aufzuzählen, würde einige Seiten zusätzlich bedeuten. Ich will es kurz so beschreiben: Es fing mit Agatha Christie an… sehr gerne habe ich auch die Bücher von Elizabeth Peters gelesen, die vorwiegend um die Jahrhundertwende in Ägypten spielten. Das liegt vielleicht daran, dass ich meine Ingenieurarbeit und Dissertation über ägyptische Pyramiden geschrieben habe.

Verrätst du einen deiner Wünsche für die Zukunft oder einen Traum, den du dir noch gerne erfüllen möchtest?

Ein großer Wunsch von mir ist es, meine Ideen alle noch zu Papier bringen zu können. Momentan ist das nächste Buch fertig, und Stoffe für weitere drei Thriller sind stichpunktmäßig geschrieben. Ich muss sie nur noch „in Form“ bringen.

Toll wäre es, eine Weltreise auf einem Schiff zu unternehmen. Ich glaube, dann hätte ich Zeit und Muße, in Ruhe zu arbeiten – aber das wird ein Traum bleiben. Also hoffe ich, die nächsten vier Bücher zu schaffen und werde, wie gehabt nachts schreiben.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich möchte meine Leser unterhalten. Es soll ihnen Spaß machen, meine Bücher zu lesen. Wenn ich als Feedback höre: Das Buch war so spannend, einmal angefangen, wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen – also habe ich bis in die frühen Morgenstunden gelesen. Einfach Klasse. Fantastisch.

Diese begeisterten Rückmeldungen höre und lese ich einfach gerne.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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