Interview mit Marc Nicolai Schlecht (Jeremias Trumpf)

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Marc Nicolai Schlecht. Über die Anfrage für dieses Interview habe ich mich sehr gefreut. Der Blog ist toll und gefällt mir sehr gut. Ich bin 41 Jahre alt und lebe in meiner Heimatstadt Stuttgart. 

Unter dem Pseudonym Jeremias Trumpf schreibe ich Thriller, deren Handlungen auch vorwiegend dort spielen.

Die Bücher erscheinen im Neckarufer-Verlag Stuttgart. Das Schreiben ist eine Leidenschaft von mir, aber "nur" mein zweiter Beruf. Im normalen Leben bin ich Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, und betreibe eine eigene Praxis 

in Stuttgart am Killesberg. Ich wohne gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin im Stuttgarter Osten.

Seit wann schreibst du? 

Schon in meiner Kindheit und Jugend habe ich zahlreiche Geschichten und Gedichte geschrieben. Ich muss heute noch schmunzeln, wenn ich von Zeit zu Zeit darin stöbere. Mit dem professionellen Schreiben habe ich allerdings erst vor etwa 

vier Jahren begonnen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Bemerkenswerter Weise habe ich sowohl als Kind als auch als Jugendlicher kaum gelesen. Andere Dinge waren damals wichtiger für mich. Auch während meines Studiums habe ich, natürlich abgesehen von Medizinbüchern, kaum ein Buch gelesen. 

Das habe ich aber später ausgiebig nachgeholt und insbesondere Kriminalromane, sowie (Psycho-)Thriller und einige Biografien regelrecht "verschlungen". Dabei habe ich für mich entdeckt, 

wie stark die Kraft ist, die von einer Handlung und den agierenden Personen ausgehen kann. Dabei reiften in meinem Kopf zahlreiche Szenarien, und der Wunsch ein eigenes Buch zu schreiben wurde immer größer. Schließlich gab ich dem

Drang nach und begann zu schreiben. Wie jeder der zum ersten Mal vor dem Computer sitzt und Schreiben möchte, wusste auch ich nicht, ob ich in der Lage sein werde, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Erstaunlich war dann jedoch,

dass es nur so aus mir heraussprudelte. Die Rohfassung für mein erstes Buch (immerhin ca. 330 Taschenbuchseiten), habe ich nur 6 Wochen fertig gstellt.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Wie bereits erwähnt, fiel der Entschluss dazu relativ spät, genauer gesagt erst vor einigen Jahren. Eine unterbewusste Affinität zum Schreiben und freigeistliches Denken waren aber wohl schon immer vorhanden. 

Ich denke, dass dies wichtige Voraussetzungen darstellen, um irgendwann einmal Autor zu werden.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Bisher erschienen sind die Bücher "EINS", "ZWEI-Die Galerie der Totenbilder" und "DREI-Cernunnos". Allesamt (Psycho-) Thriller, deren Handlungen vorwiegend in Stuttgart beheimatet sind.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, natürlich. Ausgiebige und fundierte Recherche ist meiner Ansicht nach unerlässlich. Am Aufwendigsten war hierbei sicherlich den Aufbau und die Arbeit der Polizei so realistisch wie möglich darzustellen, auch, 

wenn dies zugunsten der Spannung und einer kurzweiligen Handlung dennoch häufig stark vereinfacht werden muss. Hierfür habe ich unter anderem eine Autorenberatung durch die Berliner Kriminalpolizei in Anspruch genommen. 

Meine Handlungen spielen fast ausschließlich an Originalschauplätzen. Es ist mir wichtig, diese so authentisch wie nur möglich darzustellen. Die Leser freuen sich über Plätze, die sie selbst kennen, oder an denen sie schon einmal waren. 

Es ist daher notwendig diese Orte zu besuchen, sich Notizen zu machen, sowie Skizzen und/ oder Fotos anzufertigen. Beispielsweise habe ich für eine Szene in meinem vierten Buch eine Justizvollzugsanstalt besucht. Diesen Anspruch 

der Authentizität habe ich an mich und meine Bücher, obgleich die angesprochene Szene für die Handlung des Buches gar nicht so wichtig ist. Als Mediziner liegt meine Stärke aber natürlich bei der Darstellung (rechts-) medizinischer 

und (kriminal-) psychologischer Details. Wer nie selbst eine Leiche aufgeschnitten hat, oder einen lebenden Menschen um ihn zu operieren, wird diesen Vorgang niemals so detailliert beschreiben können. Außerdem kenne ich mich als 

Naturwissenschaftler auch im Bereich der forensischen Entomologie, also der Insektenkunde an Leichen, ganz gut aus.

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause in meinem Wohnzimmer. Und am Liebsten, wenn es dunkel ist. Unter freiem Himmel bei Kerzenlicht ist es aber auch sehr schön.

Hast Du ein festes Schreibritual?

In unserem Wohnzimmer befindet sich eine große Bar, auf die ich immer das Laptop stelle. Lustigerweise schreibe ich meistens im Stehen, da ich dabei umher gehen und nachdenken kann. Schreiben ist keine Last für mich, sondern es

entspannt mich. So etwas wie Druck oder Schreibblockaden kenne ich nicht.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Mein viertes Buch "VIER-Der Piano-Mann" wird in Kürze fertiggestellt sein und soll noch in diesem Jahr erscheinen. Es handelt sich dabei wieder um einen Psycho-Thriller der in Stuttgart spielt und in dem die gleichen Protagonisten

agieren, wie in meinen bisherigen Büchern auch.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

An dieser Stelle wäre vor allem Edgar Allen Poe zu nennen. Seine Werke stammen aus einer ganz anderen Zeit, ich betrachte sie dennoch als annähernd genial.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Dabei gilt es natürlich verschiedene Genres zu trennen. Im Bereich Krimis, Thriller und phantastische Literatur lese sehr gerne sämtliche Bücher von Jilliane Hoffman, Cody Mc Fadyen, Simon Beckett, Michael Robotham, Jussi Adler-Olsen, 

Jo Nesbo, Sebastian Fitzek, und natürlich Stephen King.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Mit meinen Kindern spielen, Ausgehen, Sport. Manchmal sitze ich auch einfach nur da und beobachte Menschen und deren Verhalten. Das ist faszinierend. Fast immer dabei ist mein Notizbuch, damit ich jederzeit und umgehend Gedanken oder 

Situationen festhalten kann, die möglicherweise irgendwann einmal in einem meiner Bücher auftauchen könnten.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

In erster Linie wünsche ich mir für meine Familie, insbesondere für meine Kinder, ein gesundes und erfülltes Leben. Ich selbst habe noch Nachholbedarf in Sachen Reisen. Es gibt so viele schöne Orte auf der Welt, die ich gerne noch

besuchen möchte. Aus Zeitgründen muss dies allerdings noch etwas warten.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das ist unglaublich wichtig. Jeder Künstler lebt vom Applaus. Ich bin stets offen für Anregungen jedweder Art und auch konstruktive Kritik. Und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Dass die Bücher jedem gefallen,

ist unmöglich.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Gerne geschehen. Ich bedanke mich bei Dir für das Interview. Bei meinen Lesern und der stetig wachsenden Fangemeinde kann ich mich nur für die tolle Unterstützung bedanken und ankündigen: Dank Euch wird es weitergehen und bleibt

spannend: "VIER" und "FÜNF" kommen bestimmt. Euer Jeremias Trumpf


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Kommentare: 1
  • #1

    Mara Richter (Mittwoch, 06 April 2016)

    Tolle Bücher, habe bisher alle gelesen und hoffe, dass Nr. 4 bald erscheint. Jeremias Trumpf ist ein interessanter Typ und obendrein sehr sympathisch. Konnte ihn auf einer seiner Lesungen kurz kennenlernen.