Interview mit Friederike Schmöe

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich heiße Friederike Schmöe, lebe in Bamberg, einer sehr alten, sehr idyllischen Stadt in Franken, UNESCO-Weltkulturerbe. Bei so einer malerischen Umgebung habe ich mich aufs Krimischreiben verlegt, weil die Idylle ja immer trügt :)

Seit wann schreibst du?

Ich habe schon immer geschrieben – kleine Geschichten, Tagebuch, was auch immer, hatte aber nie die Absicht, die Texte irgendwem zu zeigen oder sie gar zu veröffentlichen. Diese Idee kam mir erst im Jahr 2000. Es war kein Milleniumsvorsatz, sondern einfach Zufall.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich habe nach meiner Doktorarbeit an der Uni weiterstudiert, um Professorin zu werden. Dazu muss man noch einmal eine große Arbeit schreiben. Wissenschaftlich, ziemlich trocken. In diesen Jahren fragte ich mich, ob ich eigentlich auch noch was Unterhaltsames, Spannendes schreiben kann, und probierte es einfach aus: mit einem Krimi. Das war der erste, und seitdem kann ich nicht mehr aufhören.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Das war kein richtiger Entschluss. Ich habe meine Habilitationsarbeit fertig geschrieben und bin dann ins Autorendasein quasi hineingeglitten. Für mich ist das professionelle Schreiben auch nach mehr als 10 Jahren immer noch eine fantastische Aufgabe; ich liebe es, in kleinen alltäglichen Erlebnissen nach mehr zu graben. Nach etwas, woraus man vielleicht eine Geschichte stricken könnte. Letztlich sind überall im Leben Fetzchen von Geschichten zu finden. Das Leben ist eine einzige große Geschichte.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

27 Romane, fast alle Krimis. Dazu kommen ein Reisebuch, ein Fantasyroman, eine Kurzgeschichtensammlung, außerdem habe ich als Herausgeberin einen Band Krimistorys publiziert. Dazu kommen noch etliche Kurzgeschichten, die allermeisten wieder kriminelle.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Klar. Ohne geht es nicht. Beim Krimi liegt die Krux schon darin, dass ich wissen muss, wie die Polizei vorgeht. Juristisches ist auch wichtig, man muss ja das Verbrechen bei seinem richtigen Namen nennen: Totschlag oder Mord zum Beispiel. Dann kommen Medizin und Anatomie hinzu. Vor zwei Jahren habe ich das bisher rechercheintensivste Buch veröffentlicht: „Ein Toter, der nicht sterben darf“. Darin geht es um Organtransplantation, und da hatte ich eine lange Liste Informanten. Leute, die mit einem gespendeten Organ leben, Ärzte, Juristen usw.

Wo schreibst du am liebsten?

Schreiben ist Arbeit. Man muss schon sehr organisiert sein, damit man das Buch zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt fertig hat. Damit man jeden Tag einen Schritt vorankommt. Deshalb brauche ich Ruhe, einen aufgeräumten Schreibtisch und einen aktiven Anrufbeantworter :)

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, kein Ritual. Ich setze mich hin und fange an.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Gern. Anfang 2017 erscheint ein neuer Katinka-Palfy-Krimi, in dem es um eine bizarre Clique alter Jugendfreunde geht, die sich nichts schenken – besonders stolz bin ich auf den Auffindeort der Leiche, weil absolut niemand herausfindet, wie der Tote dorthin kam. (Erst ganz am Schluss natürlich ...)

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich denke, man wird als Autor immer irgendwie beeinflusst, kann das aber oft nicht genau festmachen, von wem und wie. Der wichtigste und stärkste Einfluss, davon bin ich überzeugt, der einen Autor zum Autoren macht, ist der, als Kind schon viel gelesen zu haben. Die Bücher, die ich als Kind und später Jugendliche las, sind mir vielfach heute noch präsent. Sie haben mich unterschwellig geprägt, die Liebe zu guten Geschichten erst wachsen lassen. Leseratten kennen dieses Glück: aufgesaugt zu werden von einer Story. Ein Teil von ihr zu werden. Nur wer selbst (früh im Leben) davongetrieben wurde von den Figuren und Verwicklungen eines Romans oder einer Erzählung, wird dies auch als Autor/in selbst entwickeln können ... damit dann andere Leser absorbiert werden.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ich lese immer noch am liebsten Krimis, aber auch Gedichte, Reiseberichte und Biographien von Leuten, die keiner kennt, die aber etwas Außergewöhnliches erlebt haben. Unter den Krimiautoren mag ich die deutschen und skandinavischen besonders. Bei den Gedichten: Mascha Kaléko, Wolfgang Hilbig. Aber ich bin nicht festgelegt. Ich probiere gern was Neues aus.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Was ist Freizeit? :)

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich reise gern und stelle mir vor, immer mal wieder für ein paar Tage in einer anderen Stadt zu sein und dort nach Ideen für Bücher zu suchen. Ab und zu mache ich das tatsächlich.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich bin verrückt danach. Deshalb mag ich Lesungen sehr: Man kriegt dann direkt mit, wie die Leser auf die Geschichten reagieren.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Lest meinen Fantasyroman „Die Bernsteinburg“ und sagt mir, wie Ihr ihn findet. http://friederikeschmoee.de/index.php/fantasy.html


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