Interview mit Lily Konrad

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin in Niedersachsen geboren, in Baden-Württemberg aufgewachsen, habe in Berlin studiert und lebe in meiner Wahlheimat Butzbach, nahe Frankfurt/Main. Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet, habe zwei erwachsene Söhne und eine fast erwachsene Tochter. In meinem beruflichen Alltag schreibe ich wissenschaftliche Sachtexte, die sich streng an Daten und Fakten orientieren. Daher liebe ich es sehr, in meinen Romanen meiner Fantasie freien Lauf lassen zu können. Dabei interessiere ich mich in erster Linie für die Gefühle und Handlungsmotive meiner Romanfiguren, die ich während der Entstehung eines Buches immer „im Hinterkopf“ bei mir habe. Besondere Freude habe ich daran, ihre Entwicklung zu verfolgen – auch wenn diese nicht immer in die Richtung geht, die ich gerne hätte.

Ich schreibe Bücher, weil ich meine Geschichten (mit)teilen möchte. Für mich ist es spannend, mich in andere Personen, an andere Orte und in andere Zeiten zu versetzen, die Gefühle, Wünsche, Sehnsüchte und Ängste meiner Romanfiguren zu erfahren. Aber der schönste Erfolg und gleichzeitig das größte Kompliment für mich ist ein Kommentar wie: „Ich habe bei deiner Geschichte herzhaft gelacht“ oder auch: „Ich hatte Tränen in den Augen“. Dann weiß ich: Bei dieser Leserin / diesem Leser ist ihre Geschichte angekommen.

Seit wann schreibst du?

Das habe ich schon als Schülerin gemacht – damals waren es Indianergeschichten, die ich in Schulhefte schrieb.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Am Anfang war es „Geschichten erzählen“. Das habe ich schon als kleines Kind gern getan, zuerst mündlich, später schriftlich. Der Anlass für meinen ersten Roman war ein sehr trauriger: Ein Verwandter und guter Freund hatte einen tödlichen Verkehrsunfall. Das löste in mir unter anderem die Frage aus, ob es irgendetwas gab, das ich in meinem Leben unbedingt noch machen wollte. „Wenn ja“, so dachte ich mir, „dann sollte ich es gleich tun und nicht bis zur Rente warten. Denn wer weiß, ob ich die noch erleben werde.“ Ich brauchte nicht lange zu überlegen. „Ein Buch schreiben“, war das erste, was mir dazu einfiel.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Hab ich nie gewusst und war auch nie mein Ziel. Das ist sozusagen „nebenbei“ passiert, war unvermeidlich, weil ich ja ein Buch schreiben wollte.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Frauenromane: Staub von den Sternen, Was andere nicht haben, Diesseits der Unendlichkeit

Thriller: 1001 Angst

Thrillerepisoden (Complex West Reihe): Ich bin Gott, Eiseskälte, Seelenlos

Und ein paar Kurzgeschichten.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, natürlich. Es sollte doch alles so authentisch und realistisch wie möglich sein.

Wo schreibst du am liebsten?

Im Winter an meinem Schreibtisch, im Sommer auf unserer Terrasse.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Mehrere…

Aber am meisten beschäftigt mich momentan ein Fantasy/Mystery-Projekt. Darin wird es um eine junge Kriminalkommissarin gehen, die über ungewöhnliche Fähigkeiten verfügt: sie kann nämlich Gedanken lesen. Stück für Stück kommt sie dahinter, warum sie diese Fähigkeiten hat. Gleichzeitig wird ihr bewusst, dass sie in großer Gefahr schwebt und es scheint niemanden zu geben, der ihr helfen kann. Jedenfalls kann sie niemandem trauen, am allerwenigsten dem Mann, in den sie sich gerade verliebt hat…

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Mein Vorbild ist Marian Keyes. Ich liebe ihren humorvollen Schreibstil. Ihr Buch „Sushi für Anfänger“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, daher spielt es sogar eine Rolle in „Staub von den Sternen“.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Neben den Büchern von Marian Keyes lese ich auch die von Sandra Brown sehr gern. Bei ihr gefällt mir besonders gut, wie sie Thriller-Elemente und heiße Liebesgeschichten miteinander verbindet.

Derzeit lese ich viel Fantasy und auch da gibt es eine enorme Bandbreite. Die Blackdagger Brotherhood von J.R. Ward habe ich genauso verschlungen, wie die Bücher meiner Autorenkollegin Susanne Esch. In letzter Zeit habe ich viele Indie-Autoren kennen und lieben gelernt: Jordis Lank, Sabine Osman, Elke Aybar, Babsy Tom, Marleen Reichenberg … um nur ein paar zu nennen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Frei … was?

Spaß beiseite: Ich nutze meine Freizeit, wenn es irgend geht, zum Schreiben. Daneben reise ich für mein Leben gern, bin am liebsten auf einem Schiff oder zu Fuß unterwegs. Wenn ich genügend Zeit habe, koche ich sehr gern oder ich stricke etwas nach selbst ersonnenen Mustern.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Mein Traum: auf einem Schiff einmal um die ganze Welt reisen.

Mein Ziel als Schriftstellerin: einen eigenen Schreibstil entwickeln, bei dem die Leser schon nach wenigen Sätzen sagen: „Das hat Lily Konrad geschrieben.“

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Generell ist für mich jedes Feedback, egal ob positiv oder negativ, hilfreich und sinnvoll. Vor allem Rezensionen sind sehr wichtig. Ich kann daraus ersehen, welche meiner Ideen gut angekommen sind und welche weniger gut. Außerdem ist es für mich wundervoll, wenn ich erfahre, dass meine Leser(innen) in meine Geschichten „eingestiegen“ sind, dass sie verstanden haben, um was es mir ging. Das rührt mich jedes Mal zu Freudentränen. Auch können Interessenten durch Rezensionen andere Meinungen und Blickwinkel auf das Buch kennenlernen. Und, last not least, durch Rezensionen steigt der Bekanntheitsgrad des Buches. Kritik, die konstruktiv bleibt, nehme ich sehr ernst. Ich schaue mir die betreffenden Textstellen an und überlege – je nach Kritikpunkten – ob ich sie anders, besser, treffender hätte formulieren können, ob ich sie ausführlicher hätte beschreiben oder im Gegenteil kürzer und prägnanter hätte fassen können Schwierig wird es, wenn das gerade Punkte sind, die anderen Rezensenten besonders gut gefallen haben oder wenn ich einen Charakter aus dem Buch dafür verbiegen müsste. Es wird wohl niemals gelingen ein Buch zu schreiben, das jedem gefällt. Leider.

Generell betrachte ich Kritik daher wie eine Art Buffet: Es ist Verschiedenes im Angebot, doch ich entscheide selbst, was ich davon annehme und was ich lieber liegen lasse.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ein riesengroßes Dankeschön. Für die unglaublichen Rezensionen meiner Bücher, für die vielen Empfehlungen, für die Kommentare und PNs, für die Unterstützung und die vielen Freudentränen, die ihr bei mir bewirkt habt. Nicht zuletzt dafür, dass mir manche von euch nun schon seit drei Jahren die Treue halten. Das ist einfach unglaublich und ich bin sehr stolz darauf <3 


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