Interview mit Edna Schuchardt

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Oh je, das Schwerste zuerst. Mal überlegen, na ja, also ich arbeite seit 30 Jahren als freie Autorin für verschiedene Verlage, habe in dieser Zeit ungefähr 500 Bücher, Heftis und EBooks veröffentlicht und meine Lieblingsgenre sind Krimis, Horror- und Liebesromane. Geboren wurde ich in Berlin, lebe aber seit 43 Jahren in Hessen. Unter vielen Menschen fühle ich mich unwohl und bin am liebsten mit meinen Tieren zusammen, weil die mich nehmen wie ich bin, nicht nachtragend sind und sich nie Geld oder mein Auto ausleihen wollen.

Seit wann schreibst du?

Angefangen habe ich bereits mit 13 Jahren. Ich habe für die Samstagsausgabe des Berliner Telegraphs kleine Geschichten für die Kinderseite geschrieben. Hauptberuflich arbeite ich aber erst seit 1986 als Autorin.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Durch Bücher. Als Kind habe ich die Sonja-Bücher geliebt und irgendwann dann angefangen mir eigene Geschichten auszudenken. Schreiben war für mich wie eine Insel auf die mir niemand folgen konnte und auf der ich ganz alleine mit meinen Figuren und erdachten Welten sein durfte.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Offen gesagt, weiß ich das gar nicht so genau. Eigentlich wollte ich Sängerin werden. Das Geld für die Ausbildung habe ich mir mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Auftritten in einer Band verdient. Irgendwann nahm das Schreiben dann immer mehr Raum ein und irgendwann spielte die Musik nur noch eine Nebenrolle.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Meinst du Taschenbücher? Da habe ich mehrere Erotikromane veröffentlicht sowie einen Familienroman und drei Krimis.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Eine Lektorin beim Telegraph sagte mir damals: „Schreibe über nichts, was du nicht kennst“. Daran habe ich mich immer gehalten, ob es um TBs, EBooks oder Heftromane ging. Und ich gehe auch heute noch in Archive, führe Interviews, besuche Fabriken, Museen, durfte auf einem Seenotrettungsschiff und in einem Rettungswagen mitfahren und so weiter und so fort. Die Recherche ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem Büro. Das ist ganz nüchtern eingerichtet mit Computern, Druckern, Kopierer und jeder Menge Bücher in denen ich bei Bedarf noch mal z.B. medizinische Themen nachlesen kann.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein oder doch? Na ja, ich gehe in mein Büro wie andere Leute zur Arbeit. Das bedeutet auch, dass ich nicht ungewaschen und im ausgeleierten Jogginghosen am Computer sitze, sondern sauber und normal angezogen. Im Nachthemd kann ich nicht arbeiten.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Momentan schwanke ich zwischen einem Stoff für einen Friesenkrimi und einem Krimi, der hier im Taunus spielen soll. Ich sammele gerade Material für beide.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Nun, man probiert sich aus. Da gab es einige, an denen ich mich orientiert habe bis ich nach und nach meinen eigenen Weg gefunden habe. Karl May gehört dazu, den habe ich als Kind verschlungen, dann John Knittel und Ephraim Kishon, um ein paar zu nennen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ja, ich liebe Ken Follett, die Säulen der Erde haben mich fasziniert, genauso wie seine Jahrhundert Saga. Sich derart in die lange vergangenen Zeiten zu denken, so spannend zu erzählen, so tolle Figuren zu entwickeln, das kann ich nur bewundern. Dann die Mann-Brüder, Buddenbrooks, Der Zauberberg und ganz besonders Der Untertan. Effi Briest von Fontane und noch viele mehr.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin ein Stubenhocker, daher mache ich gerne Sachen, für die man nicht vor die Tür muss, wie malen oder lesen. Ja, und ich gebe zu, ich sehe auch gerne fern. Das ist besonders abends für mich das beste Mittel zum Anschalten, sonst schreibe ich im Kopf immer weiter und weiter und komme nicht zur Ruhe.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Früher hatte ich tausend Wünsche und Träume. Heute gibt es nur einen, nämlich, dass meine Familie gesund bleibt und uns allen nichts Schlimmes passiert.

Ansonsten möchte ich irgendwann nach Ägypten reisen und die Pharaonengräber sehen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Man möchte als Autor erfahren ob den Lesern das Buch gefallen hat oder auch nicht. Und warum es gefallen/nicht gefallen hat.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Erstmal Danke, dass du dir für mich Zeit genommen hast und meinen Lesern wünsche ich spannenden Lesespaß mit meinem neuen Friesenkrimi.


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