Interview mit Ira Ebner

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Ira Ebner, ich bin 37 Jahre alt und schreibe historische und zeitgeschichtliche Romane.

Seit wann schreibst du?

Den ersten Versuch, einen Roman zu schreiben, habe ich mit 10 oder 11 Jahren unternommen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich gehörte wohl zu den Kindern mit einer besonders lebhaften Fantasie. Außerdem bin ich auf dem Land aufgewachsen, in einer Umgebung also, die reich an Eindrücken und Stimmungen ist. Meine Eltern haben selbst viel gelesen und es kam der Bertelsmann-Katalog nach Hause. Den hatte ich mir durchgeblättert, die hübschen Cover gesehen und mir vorgestellt, es sei einmal ein Buch von mir darunter. Irgendwann hatte ich mir eine Geschichte ausgedacht, sie handelte von Piraten und Rebellen, mir die Figuren ausgemalt – die Hauptperson war sogar eine Frau – und wollte sie aufschreiben. Das tat ich schließlich auch und zeichnete sogar das Titelblatt. Ich stellte fest, dass mich das Schreiben glücklich machte, und darum bin ich dabeigeblieben.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Ich brachte diese Geschichte damals mit in die Schule, um sie meiner besten Freundin zum Lesen zu geben. Die Lehrerin bemerkte das und fragte, ob ich damit einverstanden wäre, ob sie sie vorlesen dürfte. Das war vielleicht der erste Auslöser.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

2012 habe ich den Zweiteiler „Himmel, Erde, Schnee“ veröffentlicht, 2014 „Schwalben“. Mein aktuelles Buch „Cold Britannia“ gibt es seit Januar.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Natürlich, bei Historischen, bzw. zeitgeschichtlichen Romanen ist das auch notwendig.

Wo schreibst du am liebsten?

Das kann am Schreibtisch sein, auch auf der Couch. Mir ist wichtig, dass es in der Zeit, in der ich schreibe, ruhig ist.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Im Sinne von festen Zeiten, nein. Ich schreibe immer dann, wenn ich freie Zeit habe.

Wenn es darum geht, einen neuen Roman zu beginnen, will ich den Anfang kennen und das Ende. Ich brauche erst einmal die Hauptfiguren. Dann kann ich plotten. Aber ich plotte nicht rein nach einem Ablaufplan. Zwischendrin recherchiere ich immer wieder. Ich schreibe mehr nach Gefühl und Inspiration.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Mein aktuelles Projekt heißt „Der Kandidat – Fast ein deutsches Märchen“. Wie der Titel bereits durchscheinen lässt, handelt es sich um einen Politthriller. Ein bisschen große Berliner Politik, teilweise wahre Begebenheiten und die offene Rechnung zwischen einem Bankvorstand und einem Kanzlerkandidaten …

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich habe viele große Autoren gelesen, Grass, Dürrenmatt, Eco, Peace, Oksanen. Ich lese auch Bücher meiner noch nicht bekannten Indie-Kollegen. Jedoch würde ich nicht sagen, dass ich einen speziellen Autor habe, an dem ich mich orientiere. Jeder Autor hat seinen individuellen Stil, ähnlich einer Handschrift und dessen sollte man sich beim Schreiben auch bewusst sein.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Meine Lieblingsbücher sind „Damned United“ von David Peace, um einen bekannteren Autor zu nennen. Ein Buch, das mich in den vergangenen Monaten besonders beeindruckt und bewegt hat, ist „Calling USA“ von Paula Dreyser. Außerdem lese ich gerne die Bücher meines Kollegen Jürgen Schmidt.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich koche und backe gerne, denn das ist dem Schreiben sehr ähnlich. Ich merke auch, wenn ich Passagen geschrieben habe, die es in sich haben, dass ich Laufen gehen muss oder einen besonderen Workout brauche. Jetzt in der wärmeren Jahreszeit liebe ich es, im Garten zu arbeiten, zu ernten und Obst und Gemüse zu verarbeiten, entweder zu Kuchen, Marmeladen oder Chutheys.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ein Wunsch geht an die Allgemeinheit. Es gibt so viel Hass untereinander und aufeinander und gleichzeitig auch so viel Gleichgültigkeit. Wenn man in die sozialen Netzwerke sieht, hat man den Eindruck, dass eine respektvolle Kommunikation nur noch im Freundes- oder Bekanntenkreis möglich ist. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass sich die Gemüter wieder beruhigen, jeder einmal herunterkommt und sich mehr Gedanken um andere Menschen macht.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Es ist mir natürlich sehr wichtig, mit meinen Lesern in direktem Kontakt zu sein. Neulich habe ich von einer Leserin – sie kennt alle meine bisher erschienen Bücher – einen handgeschriebenen Brief bekommen. Das ist in Zeiten von Email und Facebook-Nachrichten umso schöner.

Noch wichtiger ist mir das Feedback von Betalesern, bevor das Buch erscheint. Da merke ich an den Anregungen, Fragen und Hinweisen, dass noch einiges an Arbeit ansteht, bevor das Manuskript veröffentlicht werden kann. Mir ist besonders wichtig – was kann ich noch rausholen und was lasse ich lieber?

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich danke dir für das nette Interview! Mein Dank geht an meine treuen Leser für die jahrelange Unterstützung und ich hoffe, euch mit meinem nächsten Buch wieder begeistern zu können – und hoffentlich neue Leser zu finden.


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