Interview mit Lisa Graf-Riemann

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin in Passau geboren, habe in München, Spanien und Portugal Romanistik und Völkerkunde studiert und einige Jahre für Kindlers Neues Literaturlexikon geschrieben und redigiert. Später war ich freie Redakteurin und Autorin von Lehrwerken für Erwachsene und Jugendliche im Langenscheidt-, Klett- und Hueber-Verlag. Ich spreche fünf Sprachen und lebe zwischen Salzburg und Berchtesgaden.Mehr über mich gibt es auf meiner Website www.graf-riemann.de zu lesen und zu sehen.

Seit wann schreibst du? 

Ich schreibe schon seit vielen Jahren. Zuerst Sprach-Lehrwerke, seit 2010 Kurzgeschichten, Reisebücher und Kriminalromane.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Über meinen Beruf als Verlagsredakteurin. Ich habe Autorenteams und Buchprojekte betreut und später habe ich selbst daran mitgeschrieben. Zu den Krimis haben mich meine Einsätze als Polizei-Dolmetscherin gebracht, bei denen ich in die Welt des Verbrechens eintauchen durfte, ohne selbst in Gefahr zu geraten.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Gewünscht habe ich es mir seit den ersten Besuchen in der Passauer Europabücherei, als ich gerade mal lesen konnte. Nur habe ich es sehr lange nicht geglaubt, dass ich es tatsächlich schaffen würde, vom Schreiben zu leben. Denn das tue ich.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Mindestens zwanzig Sprach-Lehrwerke, drei Reisebücher, einige Kurzgeschichten in Anthologien und sechs Kriminalromane, Nummer sieben erscheint im Juni 2016. Meine bisher erfolgreichsten Romane sind mein Erstling "Eine schöne Leich" (2010) sowie "Hirschgulasch" (2012), das 2015 ins Italienische übersetzt wurde, als "Gulasch di cervo".

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, natürlich. Zum einen vor Ort, soweit das möglich war, zum anderen online und durch Befragen von Spezialisten.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich würde am liebsten in einem Haus mit Blick aufs Meer oder auf einer idyllisch gelegenen Berghütte schreiben, aber dort ist die Internetverbindung meist nicht so toll. Also nehme ich den heimischen Schreibtisch mit Blick auf Gärten und eine Ziegenweide.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wenn es mal nicht so flutscht, lasse ich meinen Zimmerbrunnen plätschern. Eine kleine Buddha-Figur sitzt da mit einer Lotusblüte auf dem Schoß, aus der das Wasser strömt. Unterwegs im Zug höre ich Klavierstücke von Arvo Pärt. Das ist für mich das Signal: Ab jetzt wird geschrieben. 

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Im Juni 2016 erscheint mein neuer Kriminalroman "Steckerlfisch", der in einer noblen Senioren-Residenz am Chiemsee spielt, in der gemordet wird. Den Sommer über reise und recherchiere ich für zwei neue Buchprojekte.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ich glaube, es haben mich alle beeinflusst, die ich gelesen habe. Sie haben meine Sprache geschult und mein Gehör, haben mir gezeigt, wie man beeindruckende Figuren entwirft und spannende Geschichten erzählt.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Kann ich gar nicht sagen, es sind so viele. In jeder Lebensphase kommen neue dazu und ein paar alte tauchen wieder auf. Das ist alles im Fluss.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich gehe gern in die Berge, im Sommer zum Wandern und Klettern, im Winter zum Skifahren und Tourengehen. Deshalb bin ich in den Berchtesgadener Alpen auch genau richtig. Die Berge sind, wie das Meer: die richtigen Orte für meine Seele.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich möchte Bücher schreiben, die (möglichst viele) Leserinnen und Leser begeistern und berühren. Wenn mir das immer wieder gelingt, bin ich zufrieden. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das brauchen Autoren wie die Luft zum Atmen. Wissen, dass der Funke überspringt und etwas ankommt beim Leser, bei der Leserin - das ist es, was man sich als Schreibende wünscht.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Schön, dass ihr lest. Hört niemals auf damit!


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