Interview mit Ulli Eike

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Aber gerne. 1961 in Dortmund geboren habe ich von 1985 an zehn Jahre lang als Redakteur und später Chefredakteur bei Computerzeitschriften in München gearbeitet. 1995 machte ich mich selbstständig und arbeite seitdem als freier IT-Journalist und Autor. Meinen Lebensmittelpunkt habe ich inzwischen an die spanische Costa Blanca verlegt, gemeinsam mit meiner besseren Hälfte Gabi, die mein Schicksal nun schon seit über 32 Jahren teilt. Außerdem gibt es dort noch eine unbestimmte Anzahl Katzen in meinem unmittelbaren Umfeld, die mich mit immer neuen Ideen und Streichen überraschen und inspirieren.

Seit wann schreibst du?

Seit ich 1985 in München als Redakteur bei einer Computerzeitschrift angefangen habe, ist Schreiben mein Beruf. Meinen ersten Roman habe ich schon zwei Jahre zuvor zu Papier gebracht. (Handschriftlich in eine schwarze A5-Kladde mit rotem Rücken.) Die Geschichte wurde allerdings nie veröffentlicht. Auch während meiner Zeit als Redakteur habe ich mich an zwei Stoffen versucht, die jedoch niemals aus meiner Schreibtischschublade herausgekommen sind. Seit 2008 schreibe ich nun auch Romane für andere Leser, weil ich durch das Selbstpublizieren endlich auch die Kontrolle über die Veröffentlichung habe.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Meine Phantasie spielen zu lassen, Figuren zu entwerfen, Handlungen zu erfinden passierte immer ganz automatisch. Schon als Kind habe ich mir vor dem Einschlafen Geschichten ausgedacht, in denen ich zumeist die Hauptrolle gespielt habe. Diese Geschichten aufzuschreiben, damit im Kopf Platz für neue frei wird, war eigentlich die zwangsläufige Folge. Die Hauptrolle spiele ich allerdings längst nicht mehr.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Es ist schwer, hier einen Zeitpunkt zu nennen, aber der Wunsch, das Schreiben als Beruf zu wählen, hat sich bereits in meiner Kindheit entwickelt.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Schon einige. Insgesamt 15 Romane, sechs Kurzromane, einen Reiseführer und ein Fachbuch.

Hier deshalb nur ein kurzer Überblick über meine fünf aktuellen Reihen (mehr Informationen gibt es zum Beispiel auf meiner Website ulli-eike.de):

Lena Stern: Toughe Hauptkommissarin

Genre: Kriminalthriller, Polizeiarbeit mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin

Bisher sind erschienen: Thanatos, Nemesis, Hades, Das Mörderhaus

Caro und Nessie: Charmante Amateurdetektivinnen

Genre: Cozy Crime. Wohlfühlkrimis mit einem Schuss Humor.

Bisher sind erschienen: Blut ist dicker als Wein, Familie und andere Verbrechen, Sonne, Sand und Mord, Das Bilder-Rätsel, Das Mondrian-Mysterium, Der Stern von Bethlehem (weihnachtlicher Kurzkrimi)

Joey Marx: Hochbegabte Millionärin ohne Vergangenheit

Genre: Romantikthriller

Bisher sind erschienen: Jenseits der Erinnerung, Ihr Killerlein kommet

Agentur Valeska: Abenteuer eines Ex-Callgirls aus der Ich-Perspektive erzählt

Genre: Chicklit-Thriller

Bisher sind erschienen: Agentur Valeska: Modelmord, Agentur Valeska: Spinnennetz

Katharina und Karl: Wenn Frau ihre Katze versteht

Genre: Katzenkrimi

Bisher sind erschienen: Die Katze am Fenster (Romantische Kurzgeschichte, als EBook kostenlos), Katharinas Katzenjammer, Tod auf dem Weihnachtsmarkt, Elses Geheimnis, Die Adventsdetektive (alle vier sind Kurzromane), sowie der große Katharina-und-Karl-Sammelband (enthält alle fünf zuvor erschienenen Geschichten)

Drei weitere Bücher habe ich unter Pseudonymen veröffentlich, die ich hier aber nicht verrate.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Selbstverständlich. Für einen Journalisten ist Recherche das tägliche Brot und gewissermaßen ein Automatismus.

So bin ich etwa für die Caro-&-Nessie-Reihe zum Wein- und Kunstexperten geworden, habe mich für Joey Marx mit Amnesie und dissoziativen Störungen beschäftigt und die Lena-Stern-Reihe hat mich zu einem halben Rechtsmediziner und Kriminaltechniker gemacht. Fachliche Richtigkeit ist ein Anspruch, den ich an mich selbst habe und ohne die ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden wäre.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich schreibe ausschließlich in meinem Arbeitszimmer, weil ich dort die Ruhe und die technischen Voraussetzungen habe, um meinen Gedanken ungestört freien Lauf zu lassen, der Phantasie den nötigen Raum zu geben und parallel zum Schreiben in meiner Bibliothek und im Internet recherchieren zu können.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja. Wenn ich an einem Roman schreibe, arbeite ich gewöhnlich von 10 bis 18 Uhr und zwar täglich einschließlich sonntags bis das Manuskript fertig ist. Ich schreibe direkt in das Seitenlayout, weil mich das zusätzlich motiviert. Ich setze mir ein wöchentliches Pensum von mindestens 50 Seiten, die ich zu Beginn auch mal unterschreite, in der zweiten Hälfte des Manuskripts aber regelmäßig übertreffe. Dieses Konzept funktioniert jedoch nur, weil meine Frau mir währenddessen völlig den Rücken frei hält. Ohne ihre Unterstützung wäre das nicht möglich.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Der fünfte Lena-Stern-Roman soll im Juni/Juli entstehen und Ende August/Anfang September erscheinen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ja, einige. Jede meiner Reihen ist durch andere Autoren inspiriert und zum Teil beeinflusst worden. Die Caro-und-Nessie-Reihe durch die klassischen englischen Landhaus-Krimis, die Joey-Marx-Romane erinnern eher an Joy Fielding und Mary Higgins Clark, Lena Stern ist dagegen etwas für Freunde von Tess Gerritsen und Andreas Franz. Dennoch würde ich davon abraten, zu versuchen, diese Autoren "wiederzufinden". Ich versuche immer, meinen eigenen Weg zu gehen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ich bin bekennender Fan der großen englischen Krimiautorinnen wie Agatha Christie und Dorothy Sayers. Von beiden besitze ich alle erschienenen Romane.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Laufen bis hin zum Marathon, mit meinem alten, klapprigen Wohnmobil "Pünktchen" herumreisen und gemütliche Abende bei einem Glas Rotwein mit Freunden verbringen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich kann tun, was ich tun möchte, an einem Ort, an dem ich sein möchte, und mit einem Menschen, mit dem ich alles teilen möchte. Was mehr könnte ich mir wünschen, als das alles noch möglichst lange so bleibt, wie es ist?

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Meine beiden unverzichtbaren Testleser, meine Ehefrau Gabi und meine Hochglanz-Korrektorin Michaela, geben mir das unmittelbare Feedback, sind aber naturgemäß nur bedingt objektiv. Deshalb sind besonders die ersten Rückmeldungen unvoreingenommener Leser für mich der entscheidende Gradmesser, ob meine Geschichte ankommt. Und jedes weitere Feedback hilft mir letztendlich, das nächste Manuskript zu verbessern.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich möchte mich vor allem bei meinen Lesern bedanken, die mich für sich entdeckt haben und mir nun die Treue halten. Alle anderen möchte ich bitten, auch neuen, unbekannten Autoren eine Chance zu geben. Heutzutage kann jeder ganz einfach per Smartphone, Tablet oder PC für sehr wenig Geld spannende und interessante Romane finden und lesen. Ein Versuch lohnt sich.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0