Interview mit Stefanie Gregg

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Stefanie Gregg und ich schreibe Romane, Kriminalromane und Kurzgeschichten. Mein letzter Roman „Duft nach Weiß“ ist zuerst bei Ullstein erschienen und kommt nun im Juni als Neuauflage bei Pendragon heraus.

Seit wann schreibst du?

Seit ich schreiben kann: Tagebuch, Briefe, Gedichte, Geschichten; viele, viele angefangene Romane! Mein Studium habe ich mir durch die Arbeit als Journalistin finanziert. Danach habe ich hauptsächlich wissenschaftliche Bücher herausgebracht.

Seit 2010 habe ich mich den Romanen zugewandt, mittlerweile schreibe ich hauptberuflich als Autorin. – Und das sehr gerne! ;-)

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Wie gesagt, das Schreiben gehört zu mir, seit ich schreiben kann. Ich kann nicht schlafen ohne Blatt und Stift neben mir. Wenn nichts anderes zuhand ist, schreibe ich auf jede Serviette oder auf meinen Arm …

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Der Wunsch war schon lange da. Aber ab 2010, als sich der erste Roman in meinem Kopf formte und unbedingt geschrieben werden wollte, war es einfach nicht mehr aufzuhalten.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

- „Bienentod“. Kriminalroman. 

- „…und der Duft nach Weiß“ (Kurzgeschichte) in Barbara Fellgiebel (Hrg.): Zugvögel. Die Anthologie. 

- „Tod beim Martinszug.“ 

- „Glyzinienduft“ (Kurzgeschichte) in: Manu Wirtz: Nix zu verlieren. Eine mörderische     Anthologie. 

- „Die Doppelgängerin“ (Kurzgeschichte) in: Stefanie Gregg u.a.: Eight shades of Love. 

- „Und der Duft nach Weiß“. Roman. 

u.v. wissenschaftliche Veröffentlichungen

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Meine Bücher bedurften unterschiedlicher Recherchearbeit. Am leichtesten war mein Regionalkrimi – die ‚Ermittlerin’ entspringt ganz direkt aus meiner Umgebung. Da kannte ich sehr viel. Nur bestimmte politische Zusammenhänge musste ich recherchieren.

Bei meinem Roman Bienentod habe ich mich nicht nur in die Thematik der Imkerei eingelesen, sondern vor allem in das Thema Borderliner – da habe ich tatsächlich sehr viele Fachbücher und Erfahrungsberichte gelesen.

Mit Abstand am meisten Recherchearbeit hat mich das aktuelle Buch ‚gekostet’. Ich habe unglaublich viele Bücher über Bulgarien gelesen, Sachbücher, aber auch bulgarische Literatur (Dimitre Dinev, Rumjana Zacharieva, etc.). Dann habe ich viel gelesen über Kommunismus und Diktaturen. Am meisten Recherchearbeit hat es mich wohl gekostet, alle Details aus dem Mordfall Markov zu rekonstruieren.

Und schließlich habe ich mehrere Reisen nach Bulgarien gemacht. Mit meinem Mann bin ich dabei in die letzten Winkel Bulgariens gefahren. Radilovo hatte ich mir zum Beispiel nach bestimmten Kriterien auf der Landkarte ausgesucht und dann bin ich dort hingefahren, immer mit der Befürchtung, dass es ein Dorf sein könnte, das überhaupt nicht zu meiner Geschichte passt. Und dann kam ich dorthin – und es war das Dorf, in dem meine Anelija aufgewachsen ist! Hühner und Schweine liefen auf der Straße herum …

Wo schreibst du am liebsten?

Gaaaaanz langweilig: in aller Ruhe an meinem Schreibtisch.

Mit meinem Hund zu meinen Füßen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wichtig ist – ich brauche Zeit dafür. Man kann nicht schnell in einer halben Stunde mal was hinschreiben. Normalerweise gehört der Vormittag bei mir dem Schreiben. Ich lese mich ein wenig in meine Geschichte ein, recherchiere und schreibe dann. Und man darf nie vergessen – viel mehr Zeit als das Schreiben kostet das unendliche Verbessern und Überarbeiten!

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Gerne! Soeben schreibe ich an einem Thriller um eine Psychologin. Sie steht am Grab ihrer Mutter und sieht einen heftig weinenden Mann, den sie nicht kennt. Als sie zu ihm gehen will, ist er verschwunden. Aber sie hat zu viel mit den seltsamen Fällen in ihrer Praxis zu tun, um sich darum zu kümmern, bis sie spürt, dass sie verfolgt wird ….

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Natürlich gibt es ganz große Literaten, die ich verehre, wie Thomas Mann, aber an die würde ich mich als Vorbild gar nicht herantrauen. Greifbare Vorbilder sind für mich jene, die richtig gute Geschichten erzählen, die unterhalten und dabei etwas hinterlassen, worüber man nachdenkt, z.B. Martin Suter, Anita Shreve, die große Antonia Byatt, Donna Tartt, auch die neuen gerade: Jojo Moyes, Nelson-Spielmann.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Mit meinem Hund durch die Wälder streichen, mit meiner Familie etwas unternehmen, mit Freunden ein Glas Wein trinken, Yoga und Pilates machen, reisen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Über diese Frage habe ich lange nachgedacht – eine Reise durch Afrika!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr, sehr wichtig!

Ganz ehrlich: negative Kritik tut weh. Jedes beiläufige Wort, jeder Satz, jede schlechte Rezension. Bücher sind wie Kinder und haben sehr viel mit einem persönlich zu tun. Kritik nimmt man persönlich – es hat ja auch kein anderer geschrieben.

Aber, ganz klar: jede Kritik hilft. Aus den Kritiken habe ich verstanden, dass ‚Bienentod’ vielleicht manchmal etwas zu verkopft und umständlich war; ich habe gelernt, dass beim ‚Martinszug’ alle die ein Problem haben, die eher einen harten, klaren Krimi wollten, u.v.m.

Ich denke schon, dass ich aus der Kritik etwas herausziehen und lernen konnte. Deswegen, ich nehme weiterhin auch jede Kritik an!

Zum Glück hat mein letzter Roman, der ‚Duft‘, hauptsächlich sehr gute Kritiken erhalten – und jeder Satz davon hat mich glücklich und dankbar gemacht!

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Lest den "Duft nach Weiß" und schreibt mir, wie er euch gefallen hat! - Ich beantworte jede Mail!


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