Interview mit Alexander Bálly

© Michael Fein

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen 

zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Was soll ich schreiben? Ich lebe zwischen München und Ingolstadt, dort, 

wo die Hopfengärten stehen. Ich habe eine Ausbildung zum Buchhändler 

gemacht, also das Lesen beruflich betrieben und schreibe nun die Bücher, 

die ich gerne lesen würde. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn und 

bin in der Region immer wieder auf Lesungen zu treffen.

Und ich habe eine Homepage: www.alexander-bally.de

Seit wann schreibst du?

Meine ersten Buchstaben malte ich mit etwa sechs Jahren. In der Schule 

habe ich dann immer wieder geschrieben. Hausaufgaben und so … aber auch 

etwas später Gedichte und kurze Geschichten. Die sind inzwischen alle 

vernichtet oder unter Verschluss. Das soll auch so bleiben.

Später entdeckte ich Pen- & Paper-Rollenspiele für mich und schrieb 

viele Abenteuer für meine Rollenspielgruppe. Das hat sich als tolle 

Plotschule erwiesen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich habe ein Buch gelesen und mich dabei unheimlich geärgert. Ich fand 

die Idee sehr gut, aber die Geschichte war unglaublich primitiv 

zusammengestümpert. Damals – ich lag grade in der Badewanne – habe ich 

mir gesagt, das kannst Du auch, und zwar um einiges besser. Es dauerte 

etwas, dann ergab sich im Jahre 2001 die Gelegenheit und ich habe 

angefangen.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Da war ich etwa 17. Nur hatte ich der Welt noch nichts Sinnvolles 

mitzuteilen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe drei Fantasy-Krimis geschrieben. Deren Heldin ist meine 

Halblingsdetektivin Lupina. Es gibt auch noch ein Prequel – ihre Jugend 

als Tagebuchroman. Bisher sind drei Regionalkrimis erschienen, die alle 

in der Hollledau spielen. Außerdem gibt es noch eine größere 

Weihnachtserzählung in 24 Geschichten und noch ein paar Kurzgeschichten.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja.

Natürlich. Sehr viel sogar. So habe ich mir angelesen, wie man einen 

Schalldämpfer baut, habe selbst mit einer Pistole geschossen um zu 

wissen, wie es sich anfühlt, ich habe ein Buch über das Sezieren von 

Leichen und einen dicken Wälzer über Pflanzengifte im Regal neben dem 

Schreibtisch. In den Holledau-Krimis sind alle Orte sehr genau 

recherchiert und beschrieben.

Wenn jemand meint, für Fantasy müsse man weniger recherchieren, dann 

antworte ich: Das ist nicht meine Erfahrung. Auch da musste ich sehr 

viel nachschlagen und herausfinden.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe drei Lieblingsschreiborte.

Der eine ist mein Schreibtisch – chronisch unaufgeräumt und bestenfalls 

nur leicht chaotisch.

Der zweite Ort ist ein Café in einem Kaufhaus in München am Stachus. Von 

da aus hat man einen tollen Blick über die Dächer und Türme Münchens.

Der dritte Ort ist ein sonniger Platz auf der Lederbank in einem 

Supermarkt-Restaurant. Besonders angenehm am letzten: Free coffee-refill.

Ich habe aber auch schon in Krankenhäusern, Biergärten, im Kloster oder 

Hotel geschrieben.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich habe einen Trick, wenn es mal nicht recht läuft. Auf meinem 

Schreibtisch liegt meine Ukulele. Wenn ich mal einen Hänger habe, nehme 

ich sie und schlage ein paare Akkorde. Das entkrampft das Hirn, regt 

vielleicht auch die andere Hirnhälfte an – oder andere Hirnareale. Nach 

einer Minute Klampfen geht es fast immer wieder weiter.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich will im Moment nicht über ungelegte Eier gackern. Doch das kann ich 

verraten: Im nächsten Frühling kommt der erste Band meiner 

Fantasy-Krimis überholt und runderneuert im Papierverzierer-Verlag 

heraus. Die anderen Bände folgen. Da bin ich zur Zeit am überarbeiten.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Wenn man „beeinflussen“ durch „anregen“ ersetzt, kann ich sagen: Ja! 

Viele – auch sehr unterschiedliche Autoren und das auf sehr 

unterschiedliche Art.

Ich finde, man kann viele Könner bewundern und sich bei ihnen Anregungen 

für das eigene Schreiben holen. Ihnen nachzueifern ist eher 

problematisch. Und wer mich nachhaltig beeinflusst hat, das sollen gerne 

andere entscheiden.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Eine kleine Auswahl:

„Der Hobbit“ von Tolkien für den Wandel der naiven Kindergeschichte zu 

einem Ende in epischer Größe.

„Der Gefangene von Askaban“ von Rawling für ihre kunstvollen Plottwists.

„Mein Freund Jossele“ für Kishon für das wunderbare Timing seiner Pointen.

„Der Räuber Hotzenplotz von Preussler für seine Figuren und die Idee des 

„mächtigen Wortes“ (Ein Schild „Eintritt verboten“ ersetzt ein Türschloss!)

„Wachen – Wachen“ von Pratchett für seine Art, stur geradeauszudenken, 

wo die Logik schon längst abgebogen ist.

„Pnin“ von Nabokov für seine Kunst, eine Geschichte als Kreis zu 

erzählen, ohne Anfang und Ende …

„Watership Down“ für die gelungenen Tiercharaktere, die nie 

vermenschlicht wirken.

Ach … es gibt so viele …

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich recherchiere. Ich lese auch … nur so zum Spaß! Und ich koche gerne. 

Ach ja: Ich singe in einem Sprechchor.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, 

den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Für meine Bücher wünsche ich mir natürlich viele und treue Leser. Für 

meine Zukunft wünsche ich mir, Lesungen mit Charakterisieren auf den Weg 

zu bringen.

Und allgemein? Ganz allgemein wünsche ich mir mehr Geduld und weniger 

Dummheit auf der Welt.

Ein persönlicher Traum? Da habe ich sehr viele … und wenige sind 

erfüllbar. Aber eine schöne Flusskreuzfahrt mit meiner Frau … das ist 

wohl zu schaffen, irgendwann.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Feedback ist mir sehr wichtig. In jeder Form. Wenn man schreibt, ist das 

ein stilles und einsames Arbeiten. Man erzählt seine Geschichte und weiß 

nie, ob man den Leser so erreicht, wie man es möchte. Lob und Kritik, 

auch ganz einfache Leseeindrücke – all das ist da immens wertvoll und 

hilft, die nächsten Bücher noch besser, noch schöner zu schreiben. 

Außerdem motivieren sie uns, die wir schreiben und zeigen uns, dass wir 

mit unserer Arbeit wahrgenommen werden.

Rezensionen sind sogar sehr wichtig. Sie liefern dieses Feedback und 

helfen obendrein aber auch anderen Lesern, das richtige Buch für sich zu 

finden. Das hilft insgesamt allen. Blogger und Bloggerinnen wie Du 

machen da einen tollen Job. Doch man muss keinen Blog haben, um zu 

rezensieren. Jeder kann es – auf Amazon oder Lovestorys und anderen 

Plattformen. Es muss nicht viel sein. Schon ein kurzer, ehrlicher 

Leseeindruck in ein oder zwei Sätzen hilft mir und allen Kolleginnen und 

Kollegen sehr weiter.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch 

etwas sagen?

Nur drei Worte:

Taschenlampe – Sodbrennen – Tintenfass.

(Nicht alles, was Autoren von sich geben, hat tieferen Sinn!)


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