Interview mit Thorsten Wirth

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin in fortgeschrittenem Alter, wohne am Rande Berlins, arbeite für einen Buchverlag und bin seit frühester Jugend Krimifan. 

Seit wann schreibst du? 

Eine erste Kriminalerzählung habe ich mit etwa 13 oder 14 Jahren geschrieben. Und mit 18 weggeworfen. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Als begeisterter Krimi-Leser dachte ich: Das kannst du auch. Das Ausdenken von Plots macht mir bis heute auch am meisten Spaß. 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Ab 14 etwa. Siehe oben. Allerdings war mir klar: Zum Beruf machen werde ich das Schreiben wohl nicht.  

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Als Mitautor und Herausgeber das Buch "Über ihnen schwebt der Tod", ISBN 978-3898416030, Schardt Verlag, Oldenburg, 2011. Und dazu einige Erzählungen in Form von Ebooks oder Hörbüchern, teils auch als Bearbeiter und Herausgeber. Zu finden unter dem Autorennamen "Mitri Suchoj". 

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja. Ohne ein bestimmtes Maß an Recherche sollte man keine Geschichte schreiben, die als realistisch eingestuft werden soll. Für die in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts angesiedelten Fälle um Inspektor Elk benutze ich alte Londoner Stadtpläne und Reiseführer z.B. Und es gibt ja auch Google. 

Wo schreibst du am liebsten?

Am Schreibtisch. In meinem Arbeitszimmer. Da steht der PC und mit ihm meine Nachschlagewerke. Und die Ablenkung ist dort am geringsten. Ich kann im Garten oder am Strand z.B. nicht schreiben. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Derzeit ist es die Wiederveröffentlichung der einzelnen Elk-Geschichten, die mich umtreibt. Gemeinsam mit meinem Kollegen Thorsten Beckmann lassen wir diesen liebenswerten und klugen Ermittler wieder auferstehen, um London ein klein wenig sicherer zu machen. 

Folgen werden die in Moskau angesiedelten Folgen um den russischen Miliz-Hauptmann Michail Sokolow aus der Feder von Mitri Suchoj. Wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, ist unklar. Es soll sich um einen ranghohen Angehörigen des russischen Innenministriums handeln, der seine Fälle aus der Realität bezieht. Ich bearbeite seine Texte für die Veröffentlichung in Deutschland.  

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Mehrere. Wenn man sich die Elk-Geschichten anschaut, ist ganz klar Edgar Wallace zu nennen. Er ist heute als Autor nicht mehr so en vogue, viele kennen allerdings die kultigen Filme aus den 60er Jahren. Als Autor war Wallace seiner Zeit voraus. Er schrieb nämlich nicht die zu jener sog. "Goldenen Zeit des Kriminalromans" üblichen Landhaus-Krimis a la Christie & Sayers, sondern war in meinen Augen eigentlich der Begründer der modernen Thriller. Die Versatzstücke aus den "gothic novels", alte Schlösser, dunkle Familiengeheimnisse, bedrohte unschuldige Frauen, gerissene Schurken - all das verbindet Wallace mit einer sich rasch fortentwickelnden Handlung, die bereits alle wesentlichen Elemente der später entstandenen Thriller vereint.   

Dann weitere britische Autoren wie Ngaio Marsh, Dorothy Sayers natürlich auch. Diese sind vermutlich dafür verantwortlich, dass ich mit meinen Lesern besonders fair umgehen möchte. Eine Auflösung muss alle Aspekte der Handlung berücksichtigen. Und der Leser sollte alle relevanten Informationen im Lauf der Handlung erhalten, um selber den Täter entlarven oder den Hergang des Verbrechens rekapitulieren zu können. Ärgerlich sind Lösungen, in denen der Täter oder auch ein wichtiges Indiz erst am Schluss wie Kai aus der Kiste auftaucht. Da macht es sich ein Autor besonders leicht. Besonders geprägt hat mich allerdings auch der deutsche Kriminalroman der 68er Generation mit den Pionieren Hansjörg Martin oder -ky, die ja wiederum von den Schweden Sjöwall / Wahlöö inspiriert wurden. Politische Krimis, die die deutsche Gegenwart widerspiegeln, bereiten mir viel Freude. Wolfgang Schorlau wäre da zu nennen, Horst Eckert natürlich. Und etliche weitere, die ich nicht alle aufzählen kann. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Schorlau und Eckert wie erwähnt, Reinhard Junge (und Leo P. Ard) mit den "Pegasus"-Romanen, Andreas Hoppert, Philipp Kerr und ganz viele andere. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich lese viel, höre gern Hörbücher im Auto, esse und koche gern und fotografiere alte Städte. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Urlaub in einem englischen Schloss machen vielleicht. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Schon wichtig. Ich schreibe zwar in erster Linie Geschichten, die mir selber gefallen würden. Natürlich hoffe ich als Autor auch, dass diese Geschichten dann auch anderen gefallen. Kritik ist immer gut. Besonders, wenn sie fundiert ist. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Bleiben Sie neugierig, glauben Sie nicht alles, was Sie irgendwo lesen oder erzählt bekommen. Erst recht nicht in Autoren-Interviews ;-) !


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