Interview mit Andreas Föhr

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 1958 geboren und habe meine gesamte Schulzeit am Tegernsee verbracht (daher auch meine Tegernsee-Krimis mit Wallner und Kreuthner), dann Jura-Studium und vier Jahre als Verwaltungsjurist und Anwalt gearbeitet. Seit 2002 schreibe ich zusammen mit meinem Co-Autor Thomas Letocha Drehbücher (u.a. für viele Krimiserien wie Ein Fall für zwei, Rosenheim Cops, SoKo 5113, Der Staatsanwalt, Der Bulle von Tölz, Der Alte, Alarm für Cobra 11 u.v.m.) Meiner erster Roman (Der Prinzessinnenmörder) wurde 2009 veröffentlicht.

Seit wann schreibst du?

Seit 2002 (s.o.)

Wie bist du zum B¸cher schreiben gekommen?

Über das Drehbuchschreiben. Bei Drehbüchern reden immer sehr viele Leute mit (Produzent, Redakteur, Regisseur, manchmal sogar Schauspieler). Ich wollte mal komplett eine eigene Geschichte schreiben ohne Einflüsse von außen – das geht nur beim Roman.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?†

Autor zu sein hat mich schon als Jugendlicher fasziniert und vor meinem Jurastudium habe ich Geschichte studiert (allerdings nur 1 Semester). Dabei hatte ich durchaus schon im Hinterkopf später mal Bücher zu veröffentlichen (so in Richtung populärwissenschaftliche Geschichtsbücher).

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Abgesehen von meiner juristischen Doktorarbeit sind das sechs Tegernsee-Krimis mit den Protagonisten Wallner und Kreuthner (Der Prinzessinnenmörder, Schafkopf, Karwoche, Schwarze Piste, Totensonntag und Wolfsschlucht) und jetzt Eisenberg mit der Münchner Anwältin Rachel Eisenberg als Heldin.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ich habe einiges recherchiert. Viel findet heute natürlich im Internet statt. Aber ich habe mich auch mit Polizisten (Kripo Miesbach und Polizeipräsidium München), Staatsanwälten, Anwälten und einigen anderen Informanten, darunter auch ein ehemaliger Mitarbeiter des bayerischen Verfassungsschutzes, getroffen und sie befragt. Ich finde, gerade wenn Geschichten ungewöhnlich oder sogar schräg sind, muss das Drumherum möglichst authentisch sein.

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem Büro auf dem Sessel eines nordeuropäischen Möbelhauses. Auch der ICE (Ruheabteil) ist schön zum schreiben.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Außer, dass ich ziemlich lange Minesweeper spiele oder Sudokus löse, bevor ich anfange.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich sitze am nächsten Tegernsee-Krimi mit Wallner und Kreuthner.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

John Grisham ist nicht nur ein Weltmeister der Spannung, sondern zeichnet auch menschliche Figuren, die Spaß machen. Ist eher selten bei Spannungsschreibern und hat mir immer bei ihm gefallen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Habe gerade Der Goldene Handschuh von Heinz Strunk gelesen, sehr extremes aber geniales Buch, das sich literarisch aufbereitet mit dem Leben von Fitz Honka, einem der spektakulären Frauenmörder der 70er Jahre befasst. Der Autor schafft es tatsächlich, die eigentlich nicht begreifbare Welt dieses Menschen erfahrbar zu machen. Große Leistung. Ansonsten habe ich natürlich das meiste von John Grisham aber auch Michael Crichton gelesen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich erkunde den Chiemgau, seit ein paar Jahren meine neue, ganz wunderbare Heimat, und ich gehen gern auf Berge und zum Skifahren, in letzter Zeit leider zu selten.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Eigentlich habe ich keine unerfüllten Träume, denn ich habe meinen Traumberuf und wenn ich morgen 10 Millionen Euro gewinnen würde, wüsste ich gar nicht, was ich in meinem Leben ändern sollte. Es gibt noch einige ungeschriebene Bücher in meinem Kopf und ich hoffe, dass ich die Zeit finde, sie zu schreiben.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Das Feedback meiner Leser bestätigt und motiviert mich, wenn es positiv ist, und zeigt mir auf, wo ich noch besser werden kann, wenn es kritisch ist. Allerdings sollte man nie nach den Wünschen der Leser schreiben. Das Buch muss in erster Linie mir selbst gefallen und dann kann der Leser entscheiden, ob ihm das Buch auch gefällt. Wenn man das beherzigt, kann und sollte man ein offenes Ohr für Kritik haben.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich würde mich gerne bei allen meinen Lesern bedanken, dass sie meine Bücher so erfolgreich gemacht haben und mich immer wieder mit ihrer Begeisterung anstecken. Da kommt so viel Positives zurück, was mich anspornt und oft auch anrührt. Vielen Dank an Euch alle – es ist einfach toll für Euch zu schreiben!


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