Interview mit Wolfgang Burger

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 63 Jahre alt, habe in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Karlsruhe Elektrotechnik studiert (Vertiefungsfach Medizintechnik). Dann bin ich gleich dort hängen geblieben und habe bis Mitte 2015 als Wissenschaftlicher Angestellter in verschiedenen Positionen meine Brötchen verdient. Irgendwann (genau: im August 1995) kam mir die Idee, mal einen Krimi zu schreiben, vor allem, weil ich mich oft bei Fernsehkrimis über logische Fehler und physikalische Unmöglichkeiten geärgert habe. Drei Jahre später erschien mein erster Roman, und von da an im Schnitt jedes Jahr ein weiterer. Die Verlage wurden über die Jahre größer. Seit 2005 bin ich beim Piper-Verlag mit der Reihe um den Heidelberger Kripochef Kriminaloberrat Alexander Gerlach. Sonst? Ich bilde mir ein, ein verträglicher, optimistischer und lebensfroher Mensch zu sein. Ich bin verheiratet, habe drei Töchter, die längst erwachsen sind, und inzwischen ein Enkelkind.

Seit wann schreibst du?

s.o.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

s.o.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

s.o.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Oh je. Ich arbeite am neunzehnten Band. Soll ich die jetzt alle aufzählen? Es begann mit „Mordsverkehr“, und im Oktober erscheint „Schlaf, Engelchen schlaf“.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, natürlich. Wie sollte das sonst gehen? Kriminalromane haben (so, wie ich sie verstehe) mit der Realität zu tun, mit unserer heutigen Lebenswirklichkeit. Und da sollte man sich als Autor schon ein wenig auskennen, wenn man seinen Mitmenschen etwas erzählen möchte. Sonst macht man sich sehr schnell sehr lächerlich.

Wo schreibst du am liebsten?

Da, wo mein Laptop ist. Der ist klein, und passt überall hin. Das kann an meinem Esstisch sein oder an meinem Schreibtisch oder im Zug oder im Hotel oder auf meinem Schoß in einem Liegestuhl. Das ist ja das nette an diesem Job: Dass man kaum ortsgebunden ist.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Meist arbeite ich morgens. Da bin ich wach, die meisten anderen schlafen noch, das Telefon schweigt, und mein Kopf ist klar. Das geht so drei, vier Stunden, dann ist der Akku leer. Manchmal noch mal am späten Nachmittag.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ja / nein.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Jeder Autor, jede Autorin, dessen/deren Buch ich lese, beeinflusst mich in irgendeiner Weise. Ich habe tausende von Büchern gelesen, und von vielen ist irgendwas in meinem Kopf hängen geblieben, dass dann an völlig unerwarteter Stelle (und ohne dass es mir bewusst ist) an die Oberfläche kommt. Das kann eine nette Idee sein, eine tolle Formulierung, eine lustige Wendung. Das hat nichts mit Plagiat zu tun, da es ja unbewusst stattfindet. Aber es ist unvermeidlich. Wir sind nun mal die Summe unserer Erfahrungen. Es gibt immer wieder Autoren, die mich beeindrucken. In letzter Zeit waren das z.B. Ulrich Ritzel, Hans Habe und Mario Vargas Llosa. Ein großer Fan bin ich von Lars Gustafsson, Adolf Muschg, Andrea di Carlo, Uwe Timm, Steven King …

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Schwierige Frage. Das erste Buch, das mich tief beeindruckt und aufgewühlt hat war „Homo Faber“ von Max Frisch. Damals habe ich zum ersten Mal verstanden, wozu es Bücher gibt. Bzw. dass es sie nicht nur gibt, um sich die Zeit zu vertreiben. Davor hatte ich schon sehr viel von Karl May gelesen und alle Krimis, die es in unserer kleinen Pfarrbibliothek gab. Die „Blechtrommel“ von Grass habe ich schon mindestens dreimal gelesen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Bücher schreiben (das ist für mich keine Arbeit). Lesen. Radfahren (ohne jeden sportlichen Ehrgeiz). Mit meiner Liebsten zusammen faulenzen und gute Filme gucken. Kochen. Mit Freunden Essen. Guten Wein trinken. Wandern (ohne jeden sportlichen Ehrgeiz). Sachen reparieren und mich freuen, wenn sie wieder funktionieren und ich der Wegwerfgesellschaft wieder ein Schnippchen geschlagen habe.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich möchte noch viele Jahre körperlich und geistig gesund bleiben. Noch viele Jahre mit den Menschen zusammen sein zu dürfen, die ich liebe. Nichts von dem, was ich mir wünsche, kann man für Geld kaufen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr. Ich freue mich, wenn es jemandem gefallen hat. Ich denke darüber nach, wenn es jemandem nicht gefallen hat (was nicht zwingend dazu führt, dass ich es anschließend anders mache). Ich liebe die Gespräche bei Lesungen. Es ist für mich sehr unterhaltsam zu hören, was die Menschen so alles aus meinen Büchern herauslesen (oder in sie hineinlesen?).

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Lest eifrig weiter und kauft Eure Bücher bitte bei einer richtigen Buchhandlung und nicht bei globalen Konzernen, die keine Steuern bezahlen und das öffentlich erklärte Ziel verfolgen, den deutschen Buchhandel und unsere blühende Verlagslandschaft in den Ruin zu treiben.


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