Interview mit Jürgen Hövelmann

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Das mache ich natürlich sehr gerne. Vielen Dank für dein Interesse! 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin gelernter Übersetzer und habe deshalb schon seit Jahrzehnten mit Sprache und Texten aller Art zu tun. Schon lange

schlummerte in mir die Absicht, mein literarisches Talent in einer spannenden Buchreihe zu verwirklichen. Vor drei Jahren "wagte" 

ich dann den Schritt, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Seit wann schreibst du? 

Im Grunde schreibe ich seit ich denken kann. Ich konnte schon immer nirgends ein leeres Blatt Papier liegen lassen. Ich musste

es unbedingt mit Inhalt füllen. Auch musste ich mich stets künstlerisch betätigen. Beispielsweise habe ich lange Zeit in 

diversen Bands Musik gemacht (vor allem Klassiker aus den 70er Jahren).

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Fast aus einer gewissen Bequemlichkeit heraus. Zum Musikmachen muss man immer wieder Himmel und Hölle in Bewegung setzen, 

um etwa zu einer Probe oder insbesondere zu einem Auftritt zu gelangen. Das fordert den Künstler mitunter logistisch schon sehr. Etwa, wenn

man eine mehr als 100 kg schwere Hammond-Orgel von "A" nach "B" zu bewegen hat. Mir war schon vielfach mein schriftstellerisches

Talent bestätigt worden - was lag also näher, als, den Schritt zu wagen, das erste Buch herauszubringen? Das war vor etwa drei Jahren 

die ursprüngliche Version des ersten Marburg-Krimis "Auge um Auge".

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Schnell stellte sich heraus, dass immer mehr Menschen meinen Erstling mochten und ich hatte "Blut geleckt". Auch gefiel mir

einfach die eigentliche Autorentätigkeit ausgesprochen gut. Endlich konnte ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Es reichte aus, 

mich an den Schreibtisch zu setzen und einfach loszulegen. Kein Schleppen schwerer Musikinstrumente mehr, keine hunderte von

Kilometern Anfahrt (solche hatte es in der Tat immer wieder mal gegeben), um meinem Talent nachzugehen. Deshalb habe ich der Musik

nicht für immer den Rücken zugedreht, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich weiterhin Bücher schreiben werde. Fast bedauere ich,

dass ich mich nicht schon deutlich früher dazu entschlossen habe.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Mein erster Marburg-Krimi heißt "Auge um Auge" und mein zweiter "Der Kasematten-Mörder". Beide sind im Februar 2016 im renommierten

Gmeiner-Verlag wiederveröffentlicht worden. Seitdem präsentiere ich meine Werke nun einem breiteren Publikum. Im Zuge der 

"Criminale 2016 in Marburg" verfasste ich zudem die Kurzgeschichte "Blutmondnacht" in dem Werk "SoKo Marburg-Biedenkopf", zu dem 26 

Krimiautoren beitrugen (KBV-Verlag, April 2016).

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Selbstverständlich gehört ein gewisses Maß an Recherche zum Schreiben dazu. Allerdings habe ich nicht die Absicht, ein 

wissenschaftlich genaues Sachbuch zu verfassen. Man hat also als Krimi-Autor schon gewisse künstlerische Freiheiten. Zum 

"Kasematten-Mörder"aber habe ich mich beispielsweise über einige Wochen in die Thematik der studentischen Burschenschaften

hineingearbeitet, in der der Roman zu großen Teilen spielt. Auch sollten historische Fakten und sonstige Eckdaten der Realität

entsprechen. Ansonsten sind der Fantasie aber keinerlei Grenzen gesetzt.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich schreibe eigentlich immer am Laptop, der sich in aller Regel auf meinem Schreibtisch befindet. Allerdings gehe ich 

mit offenen Augen durch die Welt, so dass mir auch immer wieder gute Ideen kommen, die ich in meine Romane einfließen 

lassen kann, wenn ich irgendwo "unterwegs" sind. Wenn ich beispielsweise in einem Park oder einer Kneipe bin, beobachte ich 

gerne Menschen und ihre Verhaltensweisen. Viele solche Beobachtungen kann man in seine Werke einfließen lassen. Manchmal

schreibt sich also ein Buch "fast von selbst"... 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Am liebsten schreibe ich nachts in völliger Abgeschiedenheit, wenn mich niemand stören kann, kein Telefon den Autor aus seiner

Konzentration reißen kann. Dann habe ich Gelegenheit, das "Kopfkino" in Gang zu setzen. Dann kann ich mich auch am ehesten

in die Seelen meiner Protagonisten hineinversetzen, kann gemeinsam mit ihnen die Abenteuer durchleben, die sie zu bestehen haben.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

In meinem Kopf "rattert" es natürlich ständig. Während ich ein Projekt zum Ende führe, wie beispielsweise gerade den 

nächsten Marburg-Krimi, über den ich aber noch nichts verraten werde, reifen in mir bereits wieder neue Ideen. So kann ich 

mir auch völlig andere Sparten vorstellen, in denen ich schreiben kann und es vermutlich auch werde. Eine davon ist

der Historische Roman. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Zuallererst sei hier Edgar Allan Poe genannt, der für mich, wie auch für viele andere, so etwas wie der Erfinder des 

Kriminalromans war. Ich liebe aber auch die Werke von Umberto Eco. In der etwas "härteren" Sparte sei Stephen King genannt.

Aber es gibt zu viele Einflüsse, als dass man sie alle hier aufführen könnte.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich denke, ich habe diese Frage im Grunde gerade schon beantwortet.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich interessiere mich sehr für Musik, Sport, Theater, Wissenschaft. Im Fernsehen schaue ich besonders gerne Sendungen über Astronomie,

Geschichte und Erdkunde. Ich sehe gar nicht mal besonders viele Krimis. Serien wie die diversen "CSI"-Varianten, "Crossing Jordan", 

"Monk" oder "Quincy" sind zu nennen, während ich den "Tatort" in fast all seinen Varianten eher langweilig finde. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich würde sehr gerne weiterhin Romane schreiben, weil ich damit meine Bestimmung gefunden zu haben glaube. Ansonsten möchte ich mehr

reisen, als es in der Vergangenheit der Fall war.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Die Leserreaktionen sind mir außerordentlich wichtig. Anders als beim Live Musikmachen, wo man die Reaktionen des Publikums sehr direkt spürt,

sitzt man beim Schreiben doch ein wenig isoliert. Da ist es meines Erachtens sehr wichtig, den Kontakt zu seinen Lesern zu wahren.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Es ist mir wirklich eine große Freude, euch und ihnen mit meinen Büchern ein klein wenig Abwechslung in den Alltag bringen zu dürfen. 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0