Interview mit Harald Risius

Hallo, erst einmal vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten:

Sehr gerne. Ich freue mich, auf diese Weise den Kontakt zu meinen Lesern vertiefen zu können.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin in Greetsiel, damals einem kleinen Fischerdorf in Ostfriesland, aufgewachsen. Die Nähe zur Nordsee, der Betrieb auf den Fischkuttern, die Gewissheit eines schützenden Deiches und eine kleine Dorfschule, in der einfaches, aber praktikables Wissen vermittelt wurde, haben meine Kindheit und mein künftiges Denken und Handeln entscheidend geprägt.

Nach der Schule folgte eine Lehre als Bootsbauer und dann - weil ich doch lieber eine eigene Segelyacht besitzen, als anderer Leute Schiffe bauen wollte - ein Studium der Holztechnik an der Fachhochschule in Rosenheim.

Das mit der eigenen Yacht musste noch warten, abgesehen von einer kleinen Segeljolle, die ich mir mit siebzehn baute und wieder verkaufte, als die Bundeswehr mich unbedingt haben wollte.

Es verschlug mich beruflich nach dem Studium nach Asien und ich sah mich dort mit einer völlig anderen Kultur, Werten und Normen sowie ewig lächelnden Menschen konfrontiert. Hier wuchs mein Interesse an gesellschaftspolitischen Themen und ich lernte, viele vermeintliche politische und wirtschaftliche Probleme, die uns Europäer sehr wichtig erscheinen, den Rest der Welt aber ziemlich kalt lassen, gelassen betrachten zu können.

Irgendwann hat es dann doch mit der eigenen Yacht geklappt und ich bin mit meiner Frau Regine viele und lange Törns auf der Nord- und Ostsee und vor allen Dingen im Mittelmeer gesegelt. Zur Zeit leben wir im Chiemgau und sind auf meiner Segelyacht Makan Angin auf dem Chiemsee oder auf Chartertörns in weltweiten Revieren zu finden.

Seit wann schreibst du?

Mein erstes Buch wollte ich schon als Kind schreiben – übers Angeln, weil das für einen Sommer mein Hobby war. Es ist aber leider nie dazu gekommen.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen?

Ich hatte ein ereignisreiches Leben, das unbedingt verarbeitet werden wollte.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Das kann ich ganz konkret beantworten: Während eines Segeltörns lagen wir in einem Griechischen Hafen und beobachteten die Anlegemanöver verschiedener Yachten, die nicht alle als gelungen zu beurteilen waren. Das ist zwar manchmal amüsant für den Zuschauer, aber nicht immer für den Akteur. Mir kam die Idee, dass man nicht alle Fehler selber machen muss und beschloss, darüber ein Buch zu schreiben. Es wurde kein Anleitungsbuch mit erhobenem Zeigefinger, sondern ein Roman mit einer fiktiven Crew, die zwar mit Begeisterung segelt, aber auch so manchen Fehler macht, worüber der Leser lachen aber auch daraus lernen kann.

Und weil das Schreiben fast so toll wie selber segeln war, folgte gleich noch ein zweites Buch. Vor einigen Monaten wurden diese, meine „Oldies“, im RichterVerlag überarbeitet und neu verlegt. Die Titel lauten: „Leinen los – Pack’ mers“ und „Palmen an Backbord“

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Zu den beiden Segelromanen kamen später mehrere Krimis dazu. Die Protagonisten der ersten beiden Bücher sind wieder dabei. Der neueste und fünfte Krimi „Ostfriesland Connection“ wurde gerade veröffentlicht.

Alle Bücher stehen unter dem Motto „Sail & Crime“, sind aber auch völlig unabhängig voneinander zu lesen. Es gibt dazu auch einen Blog, in dem man Hintergrundinfos zu den Büchern bekommt. Die Adresse ist: www.sail-and-crime.de

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, natürlich - sehr intensiv. Bei mir müssen die Personen authentisch rüber kommen und die Fakten und Locations stimmen. Ich finde, das bin ich meinen Lesern schuldig. Ein Krimi lebt ja nicht nur vom „Morden“, sondern auch vom Realitätsbezug – das macht doch gerade die Spannung aus.

Wo schreibst du am liebsten?

Im Sommer an Bord meiner Segelyacht, am Navigationstisch, dort habe ich die meisten Inspirationen. Im Winter natürlich zu Hause am Schreibtisch.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Es ist einfach so: Wenn ein Buch fertig ist, habe ich schon den Plot für das nächste im Kopf und es geht weiter. Die Gedanken und Ideen wollen zu Papier gebracht werden.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ja, natürlich. Die Fortsetzung von dem oben bereits erwähnten Krimi „Ostfriesland Connection“. Der Arbeitstitel lautet: „Dirty Work“. Ich hoffe, dass dieser neue Krimi im Spätherbst, bzw. noch vor Weihnachten an den Start gehen kann.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Nein, keinen bestimmten Autor. Ich möchte mich auch nicht auf eine Richtung oder einen Schreibstil festlegen. Ich selber bin ein Vielleser und tummle mich in den diversen Genres.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Erskine Childers: „Das Rätsel der Sandbank“

Das Buch stammt aus einer Zeit, als die Schiffe aus Holz und die Segler aus Stahl waren. Es fasziniert mich seit meiner Jugend.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Segeln, Lesen, mich mit Menschen unterhalten, Ideen sammeln und raus in die Natur gehen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass sich viele meiner Träume erfüllt haben. Die verbliebenen sind geheime Wünsche und klingen nach Unerfüllbarkeit, aber wie das Leben oft so spielt kommt es oft anders und zweitens als man denkt ...

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich freue mich über jede Nachricht von meinen Lesern. Besonders, wenn berechtigte und konstruktive Kritik angebracht wird. Diese nehme ich sehr ernst. Denn nur so kann man besser werden. Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal alle meine Leser ermuntern, die Bücher nicht nur zu lesen, sondern auch darüber eine Rezension zu schreiben.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich wünsche allen meinen Lesern ungetrübten Lesespaß mit meinen Büchern und eine glückliche und gesunde Zeit.


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Kommentare: 1
  • #1

    Tanja Risius (Samstag, 21 Mai 2016 16:39)

    Schönes Interwie..gefällt mir gut.. :-)

    Liebe Grüsse
    Tanja