Interview mit Markus Flexeder

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Leser kurz etwas über dich erzählen?

Geboren wurde ich 1973 auf einer ehemaligen Raubritterburg im tiefsten Niederbayern. Ob dies ein Zeichen war? Ich weiß es nicht.

Aber Scherz beiseite, wobei das mit der Ritterburg schon stimmt, ich stamme aus Eichendorf, das ziemlich genau in der Mitte von Niederbayern liegt. Ich bezeichne das immer gern als Zentralniederbayern. 1988 führte mich eine schulische Ausbildung dann nach Landshut, wo ich quasi „hängen blieb“.

Mit dem Schreiben oder Literatur im Allgemeinen hatte ich eigentlich nie wirklich viel im Sinn. Auch mein Berufsfeld, und ich habe mich in Einigem ausprobiert, hatte damit nie etwas auch nur im Entferntesten zu tun. Abgesehen von Biographien oder Sachbüchern hatte ich bis zu meiner ersten Krimi-Veröffentlichung auch lediglich – Die unendliche Geschichte – von Michael Ende gelesen. Das war in den Sommerferien 1987, währen dich bei meiner Tante zu Besuch war. Obwohl sich das für mich nach wie vor zu hochgestochen anhört, aber deshalb bezeichnen mich die meisten heute als Autodidakt.

Ansonsten mag ich Hunde (ja, auch Katzen), ich rauche viel zu viel und habe eine Schwäche für Weißweinschorle und gute Filme. Ich bin politisch sehr interessiert, allerdings nicht aktiv. Und natürlich habe ich dann schlußendlich doch noch das Lesen von Romanen auch für mich entdeckt … es hat halt einfach etwas länger gedauert.

Seit wann schreibst du und wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Kino – ist die Antwort … Ich liebe Filme und 1998 während einer nächtlichen Autofahrt, es müsste zwischen 2 und 4 Uhr morgens gewesen sein, platzte aus heiterem Himmel eine Filmidee in meine müde Gedanken … bum hat´s gemacht und da war´s passiert. Am nächsten Tag notierte ich mir das Wichtigste auf einer Seite zusammen. Verwarf das Ganze allerdings wieder mit dem Gedanken … irgendwann.

2002 hatte ich dann mehrere Operationen und Zeit, viel Zeit … und 2006 war eine schlampige Fassung von über 750 Seiten fertig. Ich sagte ja schon: bei mir dauert´s manchmal länger …

Diese Geschichte liegt auch heute noch in der Schublade … und 2011 habe ich mit einer völlig anderen Geschichte neu begonnen. Das Ergebnis war Blutwinter.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

2011 wurde mir so richtig klar, dass ich erst Frieden finde, wenn ich mein eigenes Buch in der Hand halten kann. Verlegt von einem seriösen Verlag.

Welche Bücher oder Geschichten hast du bisher veröffentlicht?

Blutwinter – ein Kriminalroman, erschienen 2014 bei ars-vivendi.

Böse sind die anderen – eine Kriminalroman, erschienen 2016 bei ars-vivendi.

… darüber hinaus bin ich in den Jahren 2015, 2016 und 2017 mit je einem Kurzkrimi im literarischen Krimikalender von ars-vivendi vertreten.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Oh ja!

Bei Blutwinter stellte sich die Frage der genauen Lebensumstände 1920 im bayerischen Voralpenland. Nicht 1925 und auch nicht 1915. Es war eine Zeit in der sich vieles im Umbruch befand. Als Beispiel: Ab wann gab es in diesen Dörfern nun wirklich Strom, Telefon etc.?

Für meinen aktuellen Krimi Böse sind die anderen hatte ich mir dann unter anderem auch drei Berater gesucht. Einer war langjähriger Teilnehmer der Landshuter Hochzeit, eine praktizierende Psychotherapeutin und einen Kripobeamten des Staatsschutzes, der früher in Mordfällen ermittelt hatte.

Wo schreibst du am liebsten?

In Cafés. – Zuhause schreibe ich nur in absoluten Ausnahmefällen.

Hast du ein festes Schreibritual?

Nikotin, Espresso, Weißweinschorle & Laptop … los geht´s …

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Es gibt gerade drei Projekte. Verraten kann ich darüber noch nichts, weil ich mir selbst nicht sicher bin …

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Nein. Da ich mit Roman erst zu lesen begann, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war, gibt es da wirklich keine.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Lieblingsbücher:

Der alte Mann und das Meer – Ernest Hemingway

Das Leben und das Schreiben – Stephen King

Lieblingsautoren:

Gibt es keine. Obwohl, aufgrund der Antwort bei den Lieblingsbüchern müßte ich jetzt wohl sagen Hemingway und King, oder? Hm …

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich benötige relativ viel Zeit für mich alleine, um meine Gedanken „fliegen“ zu lassen. Und glaubt mir Leute, sich Gedanken um die Welt, das große Ganze und der eigenen Existenz zu machen, kann einem im realen Leben mehr nützen als viele denken. Genau dies macht nämlich manchmal den entscheidenden Unterschied, um den Tellerrand zu überwinden.

Ansonsten: Kino, Lesen, Freunde treffen, manchmal Sport, Bergwandern, ab und an ein Theaterbesuch, Städtereisen (komme nur nie dazu) …

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ach, es sind so viele …

Auf der Entdeckungsreise, die wir alle Leben nennen, stoße ich immer wieder auf neues, wie ein Kind, das die Welt erkundet.

Wünsche, Träume; ich wüßte nicht wo ich beginnen sollte … aber vielleicht mit der Karibikinsel: ich sitze im Liegestuhl, meine Zehen vergraben sich im Sand. Ich schlürfe an einem Gin-Tonic und das Handy bimmelt. Mein Buchagent teilt mir mit, dass mein aktueller Roman nun gleichzeitig im Spiegel und der New York Times auf Platz eins steht … ha! – ich wurde ja nach einem Traum gefragt … selber schuld :)

Doch zurück zur Frage: Einige meiner Wünsche oder Träume werden definitiv unerfüllt bleiben. Das Schicksal schlägt manchmal gnadenlos zu …

Aber: auf jeden Fall möchte ich eines Tages eine Familie gründen.

Wie wichtig ist das Feedback von deinen Lesern?

Extrem wichtig. Denn für die Leser schreibt man ja, zumindest sehe ich das so. Ich möchte unterhalten … nicht mehr - ABER auch nicht weniger.

Danke Markus, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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