Interview mit Nika Lubitsch (Monika von Ramin)

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich schreibe Krimis als Nika Lubitsch. Unter meinem richtigen Namen Monika von Ramin habe ich lustige, ironische Ratgeber geschrieben, die von Eichborn und Goldmann/Mosaik veröffentlicht wurden. 

Seit wann schreibst du? 

So ungefähr seitdem ich das ABC gelernt habe und einen Füller in der Hand halten konnte. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Das wollte ich immer, siehe oben. Mein erstes Buch habe ich mit 17 zusammen mit meiner Freundin geschrieben: Es war die Parodie auf einen Groschenroman. Und der ist veröffentlicht worden, der Heftchenverlag hat nicht mal gemerkt, dass wir ihn verscheißern wollten.  

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Ich habe bereits in mein allererstes Tagebuch geschrieben: Und wenn ich groß bin, werde ich eine berühmte Schriftstellerin. Meine Mutter fand das sehr lustig. Ich nicht, vor allem nicht, weil sie in meinem Tagebuch geschnüffelt hat und das dann brühwarm ihrer Freundin am Telefon erzählt hat. Natürlich hatte ich gelauscht. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Als Nika Lubitsch:

Der 7. Tag

Das 5. Gebot

Das 2. Gesicht

Der 1. Mann

Mord im 4. Haus

Mord auf Seite 3

Erbsünde - Kudamm-216-Krimi

Sommernachtsmord - Kudamm-216-Krimi

ERPRESST - Kudamm-216-Krimi

Strandglut - 27 Short(s) Stories

Snowbirds - Mein Winter in Florida

Alligator Valley - Krokodile weinen nicht

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Aber kräftig. Wenn ich schreibe, dass an der Ecke eine Telefonzelle steht, dann kann man sich darauf verlassen, dass dort eine Telefonzelle ist. Aber nicht nur die Locations stimmen, sondern auch die Hintergründe. Meine Krimis basieren alle auf tatsächlich verübten Verbrechen, die Fiktion setzt erst bei Motiv, Verfolgung und Auflösung ein. Und dafür lese ich regelmäßig Sekundärliteratur, rufe Pathologen, Polizisten und Rechtsanwälte etc. an. 

Wo schreibst du am liebsten?

Ganz langweilig;: am Schreibtisch an einem Desktop-Computer. Und der Schreibtisch muss aufgeräumt sein, ich brauche eine neutrale Fläche, die ich zumüllen kann. Denn ich recherchiere ständig während des Schreibens. Und dann brauche ich Post-Its, auf die ich die Google-Ergebnisse notieren kann und die würde ich auf einem unaufgeräumten Schreibtisch niemals wieder finden. Es ist so schon schwer genug. Abends ist mein weißer Schreibtisch ziemlich gelb.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich brauche immer einen großen Pott Kaffee neben mir stehen, allerdings vergesse ich meist, den Kaffee zu trinken. Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann lege ich mich auf mein Sofa und versuche, einzuschlafen. In der Einschlaf- und Aufwachphase habe ich die besten Ideen, da scheint sich ein schmaler Pfad zu meinem Unterbewusstsein aufzutun. Im Gegensatz zu den meisten meiner Kollegen stehen meine Plots nur so ungefähr fest, wenn ich ein neues Buch beginne. Sie entwickeln sich mit den Figuren, die irgendwann dann die Regie übernehmen und einfach tun, was sie wollen. Das finde ich immer spannender als nach einem fertigen Plan zu schreiben. Feste Pläne langweilen mich und das ist das letzte, was ich meinen Leser zumuten will: Langeweile. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Oh ja, ich schreibe gerade "Der 6. Geburtstag" und ich bin absolut verliebt in diesen Stoff. Es ist mein zweiter Krimi, der in meiner zweiten Heimat USA spielt. Allerdings ist es mein erstes Buch, das ich aus der Sicht von Amerikanern schreibe, etwas, was ich nie wollte, da mir Authentizität absolut wichtig ist.  Aber der Stoff ließ sich aus technischen Gründen leider nicht nach Deutschland importieren und auch nicht auf Deutsche anwenden. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Viele - Über die Jahrzehnte hinweg. Aber ganz bestimmt: Ross MacDonald, Margret Millar, Patricia Highsmith, Robert B. Parker, Mary Higgins Clark, Minnette Walters.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Immer noch unübertroffen für mich: Mary Higgins Clark "Schrei in der Nacht" und Minnette Walters "Die Schandmaske". Diese Bücher haben mich damals umgehauen. Da wusste ich: So etwas will ich schreiben. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Gärtnern, Kochen. äh ja. Und Shoppen (psst,-).

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich habe mir bis heute alle meine Träume erfüllt. Ich wünsche mir, dass das noch eine Weile so bleibt. Also vor allem Gesundheit, um alle meine bekloppten Ideen noch in die Tat umsetzen zu können. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das ist meine tägliche Vitaminpille. Jeder einzelne Leser ist mir wichtig. Denn wir haben einen Vertrag: Du kaufst mein Buch und dafür bekommst Du das Maximum an Spannung, also das Beste, das ich liefern kann. Wenn ich einen Leser enttäuscht habe, dann geht mir das wirklich richtig nahe. 

Liebe Monika, danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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