Interview mit Elisabeth Florin

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Ich habe zu danken.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Elisabeth Florin, aber so heiße ich eigentlich nicht, denn das ist nur ein Pseudonym. Oh weh, das war schon mal ein verwirrender Einstieg. 

Also ganz kurz und knapp: Ich bin Krimischriftstellerin. Und wenn ich nicht literarisch morde, dann arbeite ich als Kommunikationsberaterin für Banken und Finanzdienstleister.

Ich wohne und arbeite im Rhein-Main Gebiet, meine Bücher spielen aber in Südtirol. 

Die Hauptfigur ist immer Commissario Pavarotti, der mit einer ehemaligen Finanzmanagerin aus Frankfurt in Südtirol ermittelt. Und nein, das ist nicht autobiographisch :-)

Seit wann schreibst du? 

Also ganz grundsätzlich seit der ersten Schulklasse, professionell seit meiner Journalistenausbildung und literarisch (wie das so schön heißt) seit rund 10 Jahren. 

Für meinen allerersten Roman habe ich fast sieben Jahre gebraucht, der entstand komplett nebenher bei einem Vollzeitjob mit 50 Stunden Woche und mehr. Die nachfolgenden Romane gingen dann wesentlich zügiger.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Durch Zufall. Als ich mit meinem ersten Buch begonnen habe, war ich in der Geschäftsleitung einer Ratingagentur tätig, die internationale Finanzprodukte und Unternehmen bewertet hat.

Um mich von diesem sehr anstrengenden und auf ein Fachgebiet konzentrierten Job zu entspannen, habe ich nebenher angefangen zu schreiben. Mal am Flughafen, mal bei Bahnfahrten, mal am Abend im Hotel bei Dienstreisen.

Das mit der Entspannung hat gut funktioniert, die Schreiberei hat mir Freude gemacht, nur sehr effizient ist so eine Methode natürlich nicht, aber ich bin dabei geblieben.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Wie gesagt, einen lange gehegten und verfolgten Plan dazu gab es gar nicht. Als der erste Roman fertig war, wusste ich aber, dass die Schriftstellerei ein Teil meines Lebens bleiben sollte.

Diese Entscheidung habe ich bis heute nie bereut. Natürlich gibt es immer mal wieder Stunden, in denen der Schreibfluss stockt und ich mich statt dessen lieber mit einem Glas Wein in den Garten setze.

Aber meistens habe ich bald eine Idee, wie ich die Handlung weiter spinne. Solche neuen Einfälle zu testen und durchzuspielen, ob sie das Buch besser machen - das bringt mir riesigen Spaß.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Finanz-Fachbücher, wie zum Beispiel über Mehrfachstimmrechtsaktien, zählen wahrscheinlich nicht? 

Dann bleiben bisher drei Kriminalromane, der neueste ist gerade im Emons Verlag erschienen: "Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod".

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Natürlich. Die Krimihandlung ist zwar immer fiktiv, die Bücher haben aber jeweils einen zeitgeschichtlichen Hintergrund.

Das waren u.a. die sogenannten Südtiroler Bombenjahre oder auch die besondere Art und Weise, wie man in Italien mit psychisch Kranken umgeht. Für das aktuelle Buch liefern der Bau eines Stausees in den Bergen

und die Schicksale der betroffenen Menschen in den fünfziger Jahren den Kontext für das Buch.

So etwas will natürlich gründlich recherchiert sein, ich spreche deshalb viel mit Menschen vor Ort in Südtirol - und natürlich mit Fachleuten. Das sind zum einen Kriminalpolizisten, aber auch Psychologen und

Psychiater, wenn es um seelische Probleme und Mordmotive geht. Einmal war es ein Ingenieur, der mir half. In einem meiner Bücher spielt ein Kreuzfahrtschiff eine wichtige Rolle, dafür hat mir der ehemalige Chefingenieur einer 

bekannten deutschen Kreuzfahrtreederei zur Seite gestanden. 

Wo schreibst du am liebsten?

Mittlerweile ganz klassisch in meinem Arbeitszimmer. 

Ich genieße es, nicht mehr auf lauten Flughäfen oder Bahnhöfen, inmitten von Menschentrauben, schreiben zu müssen, sondern mich wirklich voll auf die Geschichte und meine Figuren konzentrieren zu können.

Nur zum Plotten habe ich manchmal gerne Menschen um mich, das funktioniert dann auch im Café.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Eigentlich nicht. Ich bemühe mich, früh am Schreibtisch zu sitzen und das war's. Weitere Rituale gibt es nicht. 

Ich lese auch nicht immer - wie viele Kolleginnen und Kollegen das machen - den Text vom Vortag durch. Er ist mir oft noch sehr präsent - zu präsent, um ihn objektiv beurteilen zu können. Statt dessen lege ich gleich los 

und haue in die Tasten. Mit einem gewissen zeitlichen Abstand schaue ich mir dann jeweils längere Passagen kritisch an. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ich habe aktuell zwei Projekte im Kopf, beides wieder Krimis.

Mehr kann ich beim besten Willen noch nicht sagen, dazu sind die Ideen noch nicht ausreichend durchdacht. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ich bemühe mich, meinen eigenen Stil auszuprägen, aber natürlich guckt man links und rechts. Ich bewundere Stephen King für seinen Stil und sein unglaubliches Talent, Geschichten spannend zu erzählen.

Aber auch die klassischen englischsprachigen Crime Ladies sind tolle Vorbilder.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich mag unheimlich gerne Krimis, was für eine Krimiautorin nicht die schlechteste Voraussetzung ist :-) 

Beispielsweise liebe ich Peter Robinson, ein in Deutschland weniger bekannter und zum Teil fast wieder in Vergessenheit geratener Autor. 

Außerdem lese ich sehr gerne Val McDermid - und natürlich Stephen King, auch wenn seine Bücher in der Regel keine klassischen Krimis sind.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, klar. Aber ich buddle auch mit großer Begeisterung in meinem Garten, spiele mit unserem Hund oder wandere durch den Taunus. 

Wenn die Zeit (und das Geld) dann noch reicht, verreise ich gerne.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Eine Halbumrundung der Antarktis mit einem kleinen Schiff ist ein langgehegter Traum - vielleicht setzte ich stattdessen aber auch nur ein paar neue Stauden in meinem Garten...

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Gerade wenn ein neues Buch frisch erschienen ist, bin ich immer ganz hibbelig, da ich erfahren möchte, wie es den Leserinnen und Lesern gefällt. 

Schließlich sitze ich viele Monate an einem Roman, ohne ein breites und unvoreingenommenes Feedback zu bekommen. 

Da gibt es Phasen des Zweifels, ob man in richtige Richtung schreibt, ob die Handlung spannend ist und die Figuren stark sind. 

Leserfeedback ist dann wie eine Befreiung, am schönsten ist es natürlich, wenn das Buch die Leuten berührt und sie mitfiebern und etwas mitnehmen.   

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Als Autorin muss man Dinge auf den Punkt bringen können. Deshalb: Danke!


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