Interview mit Tanja Litschel

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Ich danke dir, liebe Bianca, für die Interview-Anfrage!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Um es in einem Satz zu formulieren: ich bin total normal. Schriftsteller-Biografien erscheinen mir oftmals sehr beeindruckend: exotische Kindheit, spannende Berufe, illustre Wohnorte. So bunt sieht es bei mir nicht aus. Nach einem geisteswissenschaftlichen Studium folgte eine Odyssee durch verschiedene Berufszweige, von denen aber keiner so recht passen wollte. Somit bin ich quasi an die Universität zurückgekehrt und arbeite dort in Teilzeit. Seither bleibt mir genügend Muße, um mich an eigene Romanprojekte zu wagen. Als Ausgleich zur Schreibtischarbeit verbringe ich soviel Zeit wie möglich im Freien mit Radfahren und Wandern.  

Seit wann schreibst du? 

Lange Zeit habe ich vor allem davon geträumt, ein eigenes Buch zu schreiben. Die ersten, halbherzige Versuche habe ich wohl mit Anfang zwanzig gestartete, sie allerdings stets abgebrochen, weil sie mir zu dilettantisch erschienen. Den Mut, einen kompletten Roman zu verfassen, hatte ich erst mit Ende dreißig. Der hat es dann allerdings auf Anhieb in einen Verlag geschafft.  

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Autodidaktisch nach dem Prinzip trial and error. 

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Seit ich lesen kann, bewundere ich Menschen, die Bücher schreiben. "Autorin werden" klang für mich jedoch immer so ähnlich wie "im Lotto gewinnen" - also Lichtjahre außer Reichweite. Dass ich tatsächlich schon drei Romane veröffentlichen konnte, erscheint mir zuweilen noch immer unwirklich.   

- Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

"Der Hund vom Teufelsmoor", Prolibris-Verlag, 2011

"Warte, warte nur ein Weilchen", Midnight by Ullstein, 2013

"Traubenblut", Midnight by Ullstein, 2016

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, denn ganz ohne Hintergrundwissen geht es nicht. Um eine atmosphärische Kulisse zu erschaffen, muss man sich gründlich über den Schauplatz informieren. Was die Protagonisten im Laufe der Geschichte herausfinden oder erleben, muss man als Autorin natürlich schon vorher wissen. Allerdings recherchiere ich in der Regel viel zu viel und laufe Gefahr, den Text damit zu überfrachten. Im Lektorat fliegen dann gern mal ganze Passagen wieder raus, denn: im Mittelpunkt sollten immer die handelnden Charaktere stehen, nicht das gesammelte Fachwissen der Autorin.  

Wo schreibst du am liebsten?

Ich bin heilfroh, dass es Laptops gibt und ich nicht an einen bestimmten Ort gebunden bin. Je nach Lust und Laune sitze ich am Schreibtisch, auf dem Balkon, auf dem Sofa, manchmal auch im Café. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ein Ritual habe ich nicht. Wichtig ist für mich, dass die lästigen Alltagsdinge erledigt sind, keine Termine mehr anstehen und ich die Zeit zum Schreiben wirklich frei habe. Ansonsten: viel Kaffee, gern auch gute Rockmusik im Hintergrund. 

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Das nächste Projekt steht noch ganz am Anfang. Es bleibt norddeutsch und wird maritim. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Sicherlich beeinflussen mich sämtliche Romane, die ich gern gelesen habe, weil mir vor allem der Schreibstil gefiel. Genres und Autoren sind dabei aber eine recht bunte Mischung. Ich hoffe sehr, dass ich meine eigene Sprache gefunden habe.   

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Zu meinen Lieblingsautoren gehören in jedem Fall: Tana French, Tad Williams, Ken Follett, Dennis Lehane, Donna Tartt und Stephen King. 

Konkrete Titel zu nennen, fällt mir schwerer, da es immer sehr stimmungsabhängig ist, welche Geschichte mich gerade in ihren Bann zieht. Bücher, die ich immer wieder einmal lese, sind z.B. "Dracula" von Bram Stoker, "Rebecca" von Daphne du Maurier oder "Das Schweigen der Lämmer" von Thomas Harris. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wenn es mir möglich ist, verreise ich mit Wanderschuhen und Windjacke im Gepäck. Zum Glück ist es von Bremen aus nicht weit zur Küste. Tagestouren an die Nordsee sind immer gut, um sich ordentlich den Kopf durchpusten zu lassen.   

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Mein größter Wunsch ist es, auch in Zukunft körperlich und geistig gesund und fit zu bleiben! 

Wenn es das Budget eines Tages zulässt, würde ich gern eine längere Reise nach Kanada und Alaska unternehmen, da ich mir die Weite der Landschaften dort vermutlich gar nicht richtig vorstellen kann. Und ein paar Bücher möchte ich natürlich auch noch schreiben, vielleicht einmal eines, dass mir die Traumreise finanziert ;)

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig, solange es konstruktiv und ehrlich ist. Ich freue mich, wenn mein Buch gefallen hat, Kritik nutze ich, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Manchmal kommt es leider vor (zum Glück ist es mir selbst erst einmal passiert), dass sich Rezensenten im Ton vergreifen, das muss nicht sein.      

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich freue mich über jeden Leser, der sich auf die Werke noch unbekannter Autoren einlässt. Euch allen weiterhin viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!    


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Kommentare: 1
  • #1

    Linda (Samstag, 18 Juni 2016 18:59)

    Danke für das schöne Interview. Leider ist es aber mit roter/weißer Schrift auf schwarzem Untergrund sehr anstrengend zu lesen - auch wenn die Seite rein optisch sehr ansprechend ist.