Interview mit Markus Ridder

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Klar, gerne. Ich lebe und arbeite in München, komme ursprünglich aber aus der Nähe von Köln. Im Grunde habe ich drei Jobs: Ich schreibe Krimis und Thriller, arbeite als Journalist und bin als PR-Berater tätig. Eigentlich mache ich alles gerne, nur Bücher zu schreiben könnte ein bisschen einsam werden. In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit mit meiner Tochter, die bald vier Jahre alt wird (schon groß!). Zudem reise ich gerne, am liebsten irgendwohin ins Chaos. Mehr über mich als Autor erfahrt ihr hier: www.markusridder.com, wer Bedarf an PR hat, bitte hier vorbeischauen: www.ridderpr.de

Seit wann schreibst du? 

Habe in der Grundschule damit begonnen – aus Zwang ;-) In der siebten, achten Klasse habe ich damit angefangen, verschiedene Zeitschriften für meine Mitschüler herausgegeben. Unter anderem die Zeitschrift „Sinn“. Untertitel: „Über Wahnsinn, Irrsinn und Schwachsinn“. Außerdem habe ich mit „Die drei !!!“ auf einer alten Olympia-Schreibmaschine meinen ersten Krimi verfasst – in Anlehnung an „Die drei ???“. Durch ein journalistisches Volontariat bin ich das Thema dann später nochmal etwas professioneller angegangen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich bin von Haus aus Journalist und da hat man zumindest schon mal so eine gewisse schreiberische Ausbildung. Allerdings sind die Texte, die man verfasst, immer recht kurz. Ich wollte aber einmal etwas Längeres schreiben und habe mich deshalb 1998 an meinen ersten Krimi gesetzt: „Die Krabbe“ - eine Mischung aus Heimatroman, Krimi Noir und einer knallharten Splattergeschichte. Ich halte meinen Erstling immer noch für mein bestes Werk, aber für viele Leser war das Buch zu blutig ;-) 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Bei mir ist es eher so: Ich wollte immer ein Leben unter Palmen führen, bei dem es allmorgendlich vor allem diese schwerwiegende Frage zu beantworten gilt: Gehe ich an den Pool oder gehe ich an die Bar? Leider muss man das ja irgendwie finanzieren und da dachte ich mir: Du solltest Autor werden, dann kannst du deine Manuskripte auf der Strandliege zwischen zwei eiskalten Basil Daiquiris tippen! Naja, Träume sind Schäume – manchmal schaffe ich es auf ein alkoholfreies Weißbier an den Ammersee. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Krabbe

Der Blütenstaubmörder

Die Rückkehr des Sandmanns

Das Eisenzimmer

Das Messias-Projekt (jetzt NEU!)

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Oh ja, vor allem für „Das Eisenzimmer“. Da geht ein gegenwärtiges Verbrechen zurück bis in die unmittelbare Nachkriegszeit und einer der Protagonisten findet sich auf einmal in einem Verlies mit lauter Nazi-Devotionalien wieder – und mit Ratten übrigens. Dafür war ich in Archiven, habe zeitgenössische Filme angesehen und mit zahlreichen Experten gesprochen, war sehr spannend. Das „Messias-Projekt“ hat auch einen spannenden Hintergrund: Den Transhumanismus, also quasi die Frage: Wie geht es mit der menschlichen Evolution weiter? Viele glauben, dass der Mensch das selber in die Hand nehmen sollte, durch genetische Veränderungen, den Einbau von Platinen ins Hirn, solche Sachen. Aber keine Angst: Im Buch geht es gar nicht technisch zu, ist im Grunde eine Liebesgeschichte. Aber ich habe für den Hintergrund halt auch ne Menge recherchiert.  

Wo schreibst du am liebsten?

Ich schreibe immer an meinem alten, verkratzen Damenschreibtisch aus der Gründerzeit. Aber ich könnte mir wie gesagt auch ein anderes Umfeld vorstellen. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich lese meistens die letzten fünf bis sechs Seiten noch einmal und korrigiere sie dann direkt. Anschließend geht es mit dem Schreiben los. Leider haben sich in letzter Zeit so ein paar Arbeitsverzögerungsrituale eingeschlichen – Emails beantworten, Newslage checken, Schreibtisch aufräumen ... Muss die Wäsche aus der Trommel?

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Leider nein, derzeit Schreibblockade bzw. Ideenfindungsblockade. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Sicherlich viele, vor allem unbewusst. Ich versuche immer, eine spannende Geschichte in einem guten Stil zu erzählen. Wie das geht, hat Graham Green schon früh gezeigt, vor allem bei „Der stille Amerikaner“, „Unser Mann in Havanna“ oder „Die Stunde der Komödianten“. Hier sind immer kritische Themen in eine spannende, gut geschriebene Geschichte verwoben. Ich eifere dem aber nicht nach, das wäre auch anmaßend.  

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Neulich wurde ich mal gefragt, welche Bücher ich bereits mehrmals gelesen habe, vielleicht können diese auch als Lieblingsbücher gelten. Es sind: "Der stille Amerikaner" von Graham Greene, "Homo Faber" von Max Frisch, "Siddhartha" von Hermann Hesse, "Der Zementgarten" von Ian McEwan, "Das Parfüm" von Patrick Süßkind, "Esra" von Max Biller, "Afrikanisches Fieber" des großen polnischen Journalisten Ryszard Kapuscinski, "Frühstück bei Tiffany" von Truman Capote und "Der taltentierte Mr. Ripley" von Patricia Highsmith. Unter den Thrillerautoren lese ich gerne Simon Beckett und Jo Nesbo, derzeit durchlebe ich zudem eine Thomas Glavinic-Phase.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich verbringe viel Zeit auf Kinderspielplätzen, in Schwimmbädern und Tierparks. Neulich war ich sogar im Playmobilland – gar nicht so schlecht übrigens. Wenn meine Tochter nicht bei mit ist, bin ich in den Münchner Bars anzutreffen oder hänge in Cafés oder Biergärten rum. Gerne bin ich unterwegs, mache so Städtetrips wie zuletzt nach Belgrad und nach Palermo. Ich lese natürlich auch viel.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Mein Traum war es immer, mal eine Zeit im Ausland zu leben und zu arbeiten. Und vielleicht verwirkliche ich mir den nochmal irgendwann und mache eine Bar in Buenos Aires auf oder so. Kurzfristig wünsche ich mir, noch mehr Leser zu finden und die Leute mit gutgeschriebenen Geschichten noch besser zu unterhalten.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das ist vor allem durch die Sozialen Medien sehr wichtig geworden. Einerseits haben Bewertungen in den Shops einen enormen Einfluss auf die Verkäufe, andererseits erhält man wahnsinnig wichtige Anregungen und Hinweise zu den eigenen Büchern. Auf diese Weise sind schon sehr viele Freundschaften zu Lesern entstanden, die auch über den Austausch im Internet hinausgehen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ich freue mich immer über Freundschaftsanfragen auf Facebook und eure Kritik zu meinen Büchern. Lasst uns einfach darüber reden ;-) Bis dahin, Markus.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0