Interview mit Dieter Aurass

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Na dann fangen wir mal vorne an: Mein Name ist Dieter Aurass und ich wurde im April 1955 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Abi habe ich mich entschlossen, nicht zu studieren, sondern bin zum Bundeskriminalamt gegangen, wo ich 30 Jahre lang als Ermittler in Sachen Terrorismusbekämpfung, Spionagebekämpfung und gegen Ende der Zeit dort als IT-Ausbilder tätig war.

Danach habe ich nochmal für 11 Jahre zur Bundespolizei gewechselt, und habe auf meine alten Tage die Uniform angezogen ... obwohl ich dort eigentlich einen Schreibtisch-Job als IT-Manager hatte.

Ich bin seit über 30 Jahren glücklich verheiratet (Zweitehe!) und lebe mit meiner Frau und unserer Boston-Terrier-Hündin in der Nähe von Koblenz am Rhein.

Seit wann schreibst du?

Ich hatte schon als Grundschüler ein Faible für Geschichten und am liebsten Aufsätze und Kurzgeschichten geschrieben, aber nach der Schule wurde dieser Drang, sich mitzuteilen, durch den Beruf in den Hintergrund gedrängt.

Vor 20 Jahren habe ich angefangen, ein Buch über eine intelligente Katze zu schreiben ... zuerst mit der Hand, dann auf Schreibmaschine und später auch auf dem Computer. Es war ein großer Traum, mal einen ganzen Roman fertigzustellen, aber er wurde einfach immer wieder vertagt. Aber dann habe ich im weiteren Bekanntenkreis einen jungen Autor kennengelernt (Björn Berenz - „Heilig über Nacht“)!

Das war vor ziemlich genau 3 Jahren.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Dieser junge Autor hat mir Mut gemacht, mir Tipps bezüglich Agenturen und Verlagen gegeben und mich an eine Lektorin vermittelt, die sich mein bisheriges Geschreibsel mal angesehen ... und es total verrissen hat. 

Aber ... sie hat bei meiner zweiten Idee für ein Buch anscheinend Potential gesehen und ich habe die Idee weiterentwickelt und schließlich dank ihrer Mithilfe ein fertiges Manuskript in der Hand gehabt, dass ich dann vor 2 ½ Jahren an Agenturen verschickt habe.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Als schon eine Woche nach Versand des Manuskriptes die erste Agentur zugegriffen hat und mich vertreten wollte ... da wusste ich, welches Glücksgefühl ein solches Ereignis hervorruft und ich war mir sicher: ICH ... WILL ... AUTOR ... WERDEN!

Damals wusste ich allerdings noch nicht, wie lange und steinig der Weg dann sein wird.

Ein Jahr später hatte ich einen Buchvertrag im Gmeiner-Verlag und war zutiefst enttäuscht, als der Verlag mir eröffnete, dass man das Buch über 1 Jahr später erst veröffentlichen werde.

Dieses Buch ist nun am 06. Juli 2016 endlich erschienen. Das war auch der Tag, an dem ich mich erstmals wirklich als Autor gefühlt habe – ein tolles Gefühl.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Da ich die elendig lange Wartezeit zwischen Agenturvertrag, Verlagsvertrag und warten auf den Erscheinungstermin überbrücken musste, habe ich einfach immer weiter geschrieben und geschrieben. Inzwischen schreibe ich gerade mein 11. Buch und hoffe einfach, dass ich all diese Bücher irgendwann mal an die Frau oder den Mann bringen kann.

Deshalb habe ich irgendwann für mich entschieden, einige der Romane selbst zu verlegen und habe verschiedene Wege dafür ausprobiert. Somit gibt es inzwischen bereits 4 Bücher von mir im Handel:

„Gedankenstürme“ – unter Pseudonym Francis Fein (verlegt bei neobooks und epubli)

„SitterCats“ – unter Pseudonym Francis Fein (verlegt bei BoD)

„Transplantierter Tod“ - erstmals unter Dieter Aurass (bei Amazon KPD und CreateSpace)

„Frankfurter Kaddisch“ – Dieter Aurass (das Verlagsbuch beim GMEINER-Verlag)

Bei diesen unterschiedlichen Veröffentlichungen habe ich wertvolle Erfahrungen sammeln können, was gut und empfehlenswert ist und was man besser nicht tun sollte. Alleine darüber könnte man schon wieder ein Buch schreiben.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

OH JA! Sehr schnell habe ich beim Schreiben (und vorher auch schon beim Lesen) festgestellt, dass ich es hasse, wenn über Dinge nur oberflächlich geschrieben wird. Wenn ich über eine Herztransplantation schreiben, dann muss ich alle Abläufe, Bedingungen etc. kennen, also muss ich recherchieren. Wenn ich darüber schreibe, dass eine Katze von einem Hochhaus fällt, dann will ich wissen, wie schnell sie wird und warum sie es meistens überlebt. Da hilft nur Recherche!

Natürlich ist es ganz unterschiedlich, wie viel man recherchieren muss, je nach Genre. Ich schreibe zwar bisher ausschließlich Krimis/Thriller, aber auch da gibt es gewaltige Unterschiede: Bei meinem historischen Krimi, der 1924 spielt, musste ich Unmengen von Recherchen durchführen und bin noch nicht fertig. Bei einem Wissenschafts-/Zukunftskrimi wie „SitterCats“, der ein paar Jahre in der Zukunft spielt, musste ich viel über Technik recherchieren.

Bei „Frankfurter Kaddisch“, in dem es viele Rückblicke in die Nazizeit gibt, habe ich sehr viel gelesen und bin dabei auf wahnsinnig interessante Fakten gestoßen, die letztendlich die Würze eines solchen Romans ausmachen.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich schreibe inzwischen fast ausschließlich auf meinem Laptop und zwar entweder auf der Terrasse oder auf der Couch (mit dem Laptop auf den Knien), während ich zusammen mit meiner Frau so interessante Sendungen wie „Shopping Queen“ oder „Das perfekte Dinner“ anschaue.

Im Urlaub nehme ich auch gerne mal den Füller (ja ich schreibe tatsächlich mit Füller!) zur Hand und fülle Seiten in einem DIN A 5 – Heft. Das ist am Strand wesentlich besser als der Laptop.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, ich schreibe, wie es mir in den Sinn kommt. Auch die Entwicklung meiner bisherigen Manuskripte war ganz unterschiedlich.

Den Plot für ein Buch habe ich geträumt, am nächsten Tag aufgeschrieben und dann langsam das Buch entwickelt.

Bei anderen Projekten habe ich mir einen Plan gemacht, Kapitel vorkonzipiert und dann mit Leben erfüllt.

Ein anderes Buch habe ich innerhalb eines Monats komplett heruntergeschrieben, da mir die Ideen nur so zugeflogen sind.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

JA. Vor einem halben Jahr hat mein Verlag alle Autoren darum gebeten, sich mal Gedanken zu machen, ob sie nicht Ideen für einen sogenannten kontrafaktischen Roman hätten. Ich habe einige Vorschläge eingesandt und hatte innerhalb von 2 Wochen einen Romanvertrag über eine Story, in der die Geschichte ab 1986 anders verlaufen ist als in der Realität.

Näheres dazu kann man auf meiner Webseite ersehen, wo ich den Plot ausführlich geschildert habe:

http://www.dieter-aurass-autor.de/#!vorschau/l3hpg

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Oh je, das ist eine schwierige Frage. Im Laufe meines ja nun schon einige Jahre währenden Lebens habe ich etwa 2.500 Bücher gelesen.

Dabei sind die Genres ganz unterschiedlich: Science-Fiction, Krimi und Thriller, Horror, Fantasy, historische Roman, Sachbücher über Physik und Biologie, Komödien, Sachbücher über die deutsche Sprache und und und ....

Gefragt, wer meine Lieblingsautoren sind, muss ich eine längere Liste erstellen:

Deutschsprachig: Frank Schätzing, Marc Elsberg, Sebastian Fitzek, Andreas Eschbach

Englischsprachig: Stephen King, Dan Simmons, Dan Brown, Ken Follet, Dean Koontz, Clive Cussler, David Baldacci, Douglas Preston, Elizabeth George, Justin Cronin, Lee Child ... und viele mehr

Beeinflusst haben sie mich wahrscheinlich alle ein wenig, und nach dem besten Buch gefragt, das ich je gelesen habe, würde ich momentan wohl sagen: Marc Elsberg – „Blackout“

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Freizeit? Was ist das? Nein, Spaß beiseite, neben Schreiben ist es noch immer das Lesen, auf das ich niemals verzichten könnte.

Ansonsten versuche ich noch ein wenig Sport zu treiben: Tennis, Walken mit meiner Frau, im Sommerurlaub Tauchen und im Winterurlaub Skifahren.

Ich zähle mich inzwischen zu den Pensionären, die von sich sagen: Ich weiß gar nicht, wie ich früher die Zeit gefunden habe, zu arbeiten!

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ab und zu träume ich davon, dass ich mal mit einem meiner Bücher soviel Erfolg haben werde, dass ich mit meiner Frau eine mehrwöchige Weltreise unternehmen kann. Am liebsten mit einem Kreuzfahrtschiff ... auf dem ich dann auch noch Lesungen veranstalten würde.

Ein schöner Traum, oder?

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr, sehr wichtig. Leider ist gerade das Feedback, vor dem sich viele scheuen. Ich kann damit leben, dass meine doch sehr unterschiedlichen Bücher auch unterschiedlichen Anklang finden: Was dem Einen gefällt, mag der Andere gar nicht. Jeder hat einen eigenen Geschmack und sollte keine Hemmungen haben, zu sagen, was ihm nicht gefällt. Natürlich ist Applaus das Brot des Künstlers, aber weiterentwickeln kann man sich nur, wenn einem mal jemand genau sagt, was ihm eben nicht gefällt.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Leser alle Arten von Büchern mögen, die ich schreibe. Das eine Buch ist manchem zu technisch, das andere hat zu viel Sex drin und im nächsten ist zu viel über geschichtliche Hintergründe verarbeitet.

Aber genau dafür hat man doch Inhaltsangaben geschrieben, damit jemand feststellen kann, ob die Thematik ihm interessant erscheint oder nicht. Ich würde niemals ein Buch kaufen und lesen, von dem ich mir nicht vorher etwas über den Inhalt angelesen habe und dann entscheiden kann, ob es eventuell meinen Geschmack trifft.

Wie ich schon auf meiner Webseite geschrieben habe: Wenn 2 von 5 Lesern Spaß an meinen Büchern haben, bin ich mehr als zufrieden. Na ja, 3 von 5 wäre natürlich schon besser :)

Ein Autor schreibt entweder, um eine Mission zu erfüllen, die Welt zu erhellen u.s.w. oder ... um zu unterhalten. Genau das ist mein Credo: Ich möchte kurzweilige Unterhaltung mit ein wenig Tiefgang liefern.


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